Nutzen Sie die Expertise von Profis
Mit dem Investmentkonto lassen Sie Ihre Anlage von erfahrenen Experten managen.
Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Freitag, 10.07.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX: KI-Euphorie trifft auf geopolitische Skepsis
Am letzten Handelstag der Woche mischt sich neue Zuversicht in die Nachfrage nach KI-Aktien mit einer skeptischen Haltung gegenüber der geopolitischen Großwetterlage. Die Anleger können sich mit der fragilen Lage im Irankonflikt arrangieren, solange – wie jetzt auch wieder – am Ende des Tages der Gesprächsfaden nicht vollends reißt.
Markt erlebt doppelte Rotation
Während der DAX am Anfang der Woche von einer Umschichtung von Technologie- in zyklische Aktien profitieren konnte, sehen wir unter der Motorhaube des Marktes eine weitere, interessante Bewegung: Ein Wechsel von KI-Aktien von nervös gewordenen privaten Anlegern in die Hände institutioneller Investoren. Während sich bei Privatanlegern eine gewisse KI-Müdigkeit breitgemacht zu haben scheint, laufen die institutionellen Anleger wohl gerade erst zu neuer Höchstform auf.
SK Hynix sorgt für neue KI-Zuversicht
Die KI-Welt hat nach SpaceX einen weiteren erfolgreichen Börsengang: SK Hynix listet für 26,51 Milliarden Dollar Hinterlegungsscheine (ADR) an der Nasdaq. Das Debüt des südkoreanischen Speicherchipherstellers an der Nasdaq wird heute zu einem allgemeinen Stimmungstest für den gesamten KI-Sektor werden, bevor dann die Berichtssaison in der kommenden Woche startet.
KI-Nachfrage wohl noch nicht erschöpft
Unabhängig vom Abschneiden am ersten Handelstag zeigt die Tatsache, dass der Börsengang siebenfach überzeichnet ist: Institutionelle Investoren können nicht genug von KI-Aktien haben. Die Zweifel, die Nachfrage nach KI-Aktien könnte nach der Kapitalerhöhung von Alphabet und dem Börsengang von SpaceX erst einmal erschöpft sein, sind damit vorerst ausgeräumt.
Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
Bei diesen Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen. Sie dienen nur der Information und Unterstützung. Sie stellen deshalb insbesondere keine auf Ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichteten Empfehlungen zum Kaufen, Halten oder Verkaufen eines Finanzprodukts dar und begründen auch kein individuelles Beratungs- oder Auskunftsverhältnis. Sie sind ferner nicht als Rechts-, Steuer- oder sonstige Beratung gedacht. Diese Informationen ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung. Bedienen Sie sich bitte auch ergänzend der «Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren». Diese sind über den Bankverlag, Postfach 450209 in 50877 Köln erhältlich. Die hier preisgegebenen Informationen enthalten nicht alle für ein von Ihnen eventuell angestrebtes Investment erforderlichen bzw. aktuellen Informationen. Je nach Ihren persönlichen Anlagewünschen und der individuellen Risikobereitschaft können für Sie andere Produkte und Dienstleistungen besser geeignet sein.Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Soweit in dieser Publikation enthaltene Information auf Angaben und Grafiken externer Quellen beruhen, verwenden wir selbstverständlich nur solche Quellen, die wir als zuverlässig erachtet haben. Eine Gewähr für ihre Richtigkeit und/oder Vollständigkeit kann aber nicht übernommen werden.Für alle Finanzprodukte gilt: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Eine hohe Inflationsrate kann den Wert zukünftiger Erträge oder Rückzahlungsbeträge in Bezug auf Finanzprodukte verringern.
Anbieter:
BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Standort Nürnberg: Bahnhofstraße 55 90402 Nürnberg
Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
Sitz: Nürnberg HRB Nürnberg 31129 USt-IdNr. DE191528929 BIC: CSDBDE71 | BLZ: 760 300 80
Immer mehr Investoren entdecken die Raumfahrt als neuen Wachstumsmarkt. Dahinter steckt weniger die Faszination für Raketen als ein struktureller Wandel. Raumfahrt wird zur Infrastruktur. Satelliten liefern Daten für Navigation, Kommunikation und Sicherheit und genau diese Daten sind ein zentraler Werttreiber. Unternehmen, die Informationen aus dem All in Echtzeit nutzbar machen, treffen einen Nerv in einer datengetriebenen Wirtschaft.
Hinzu kommt ein zweiter Treiber: die Sicherheitspolitik. Staaten investieren stärker in strategische Technologien und Verteidigung, private Anbieter profitieren direkt davon. Raumfahrt ist damit sowohl ein Wachstums- als auch ein geopolitisches Thema.
Bei aller Wachstumshoffnung spielt die Psychologie eine zentrale Rolle. Seit Wochen suchen Anleger nach der „nächsten großen KI-Aktie“ und kaufen oft, bevor sie nachfragen. Die bereits stark gestiegenen Kurse im Technologie- und Chipsektor haben die Erwartungen an SpaceX zusätzlich angeheizt. Das erklärt die enorme Nachfrage: Die Aktie war überzeichnet, viele Anleger erhielten nur minimale Zuteilungen. Gleichzeitig zeigt sich ein Risiko: Viel Kapital trifft auf ein begrenztes Angebot. Der geringe Free Float¹ verstärkt diese Dynamik.
Für Indizes wie den Nasdaq hat das Folgen. Die Raumfahrt-Ökonomie ist dort bislang nur schwach vertreten. Anleger müssen gezielter investieren, etwa über thematische ETFs, die die Wertschöpfungskette abbilden: von Satelliten über Daten bis zu autonomen Systemen.
Neue Indexregeln, die schnellere Aufnahmen von Unternehmen wie SpaceX oder künftigen Mega-IPO-Kandidaten wie OpenAI oder Anthropic ermöglichen, stoßen auf Kritik. Sparer, die breit über Indizes investieren, werden damit indirekt zu SpaceX-Aktionären, wenn auch in geringem Umfang.
Für Privatanleger entsteht mit der Weltraumwirtschaft eine neue Anlageklasse mit bekannten Risiken: hohe Bewertungen, starke Schwankungen und eine aufgeheizte Stimmung. Gerade bei spektakulären Börsengängen gilt: Nicht die Angst, etwas zu verpassen, sollte die Entscheidung treiben.
Fazit: Die Weltraumwirtschaft ist mehr als ein Hype. Sie verbindet KI, Datenökonomie und Rüstungstechnik. Doch wie bei jeder neuen Wachstumsstory entscheidet am Ende für Investoren nicht die Vision, sondern der Preis.
Für Anleger, die das Thema Raumfahrt breiter und ohne Einzelwertrisiko abbilden möchten, bieten sich spezialisierte ETFs an. Sie investieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Satelliten- und Datenanbietern bis hin zu Infrastruktur- und Technologiekonzernen: VanEck Space Innovators UCITS ETF A USD Acc ETF IE000YU9K6K2 | Consorsbank und iShares Space Technologies UCITS ETF USD Acc ETF IE000A9G9R73 | Consorsbank
¹ Der Free Float bezeichnet den Anteil der Aktien eines Unternehmens, der frei am Markt gehandelt werden kann und nicht in festen Händen von Großaktionären, Gründern oder dem Management liegt.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.