Mittwoch, 07.10.2026
DAX-Anleger fremdeln mit dem Begriff der Jahresendrally
Obwohl die saisonalen Ampeln bis Jahresende grün aufleuchten, fällt es Anlegern schwer, bei deutschen Aktien beherzt zuzugreifen. Während die Wall Street neue Rekorde feiert, fremdeln Anleger in Deutschland mit dem Begriff der Jahresendrally – zu sehr nagen Euroabwertung und politische Sorgen an ihrer Zuversicht. Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Es hat den Anschein, als könne sich die politische Situation in Frankreich wieder entspannen.
Spar-Wettlauf in Frankreich
Rassemblement National will nun ebenfalls sparen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Haushalt 2027 fristgerecht verabschiedet werden kann. Damit wächst wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass das Defizitverfahren der Europäischen Kommission weiter ruht – das ist wiederum Grundlage für die Einsatzfähigkeit des TPI-Stabilitätsmechanismus der Europäischen Zentralbank. Der Markt hatte in den letzten vier Wochen genau das im Blick: das Risiko, dass dieser theoretisch einsetzbare Schutzschirm der EZB aufgrund bürokratischer Hürden wegbrechen könnte. Was wir jetzt an den Anleihemärkten sehen, ist daher zumindest ein vorzeitiges Aufatmen: Man hofft darauf, dass doch noch ein gemeinsamer Nenner gefunden werden kann, wenn die Haushaltsdebatte kommende Woche beginnt.
Fed-Protokoll im Blick
Nachdem die amerikanische Notenbank im September zum ersten Mal seit drei Jahren die Zinsen erhöhte, wird das heutige Protokoll als eine Art Stimmungsbarometer für die Geldpolitik im Rest des Jahres angesehen. Auf Wochensicht ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung noch im Oktober von 50 % auf 20 % gesunken. Das größere Risiko heute Abend ist damit ein zu konservatives Sitzungsprotokoll, das dieser neu gewonnenen Zuversicht zuwiderlaufen würde.
Dienstag, 06.10.2026
DAX kommt ins Stocken
Die Treiber des DAX sind im Wesentlichen drei Dinge: Der Ölpreis von über 100 Dollar und die zunehmende Verknappung von Diesel, die hohen Verluste bei Anleihen und vor allem das Auseinanderdriften französischer und deutscher Renditen sowie wachsende Besorgnisse um die politische Stabilität in Europa unter anderem nach angekündigten Neuwahlen in Spanien.
Schnelle Abwertung des Euro
Niemand kann im Moment sagen, wann die schnelle Abwertung des Euro in dieser Gemengelage enden wird. Im Endeffekt führt das alles zu einer Situation, die internationale Investoren einen großen Bogen um Euroaktien machen lässt. Einziger Trost: Die Spekulationen verdichten sich, dass die Europäische Zentralbank im Oktober nicht wieder an der Zinsschraube dreht, um eine bereits angespannte Situation nicht noch weiter zu verschlimmern.
Techaktien steigen kräftig
Ein neues Rekordhoch im Nasdaq demonstriert Zuversicht, dass die Nachfrage nach KI sich weiterhin stark entwickelt. Damit werden ein wenig auch schon gute Monatsumsätze von TSMC am Donnerstagmorgen vorweggenommen. Diese Monatszahlen sind ein erster Ausblick auf die kommende Berichtssaison und nach vier Monaten Wachstumsbeschleunigung hoffen Anleger bei TSMC nun auf eine Fortsetzung der Serie. Alles andere könnte weltweit Gewinnmitnahmen bei Tech-, Halbleiter- und KI-Aktien zur Folge haben.
Montag, 05.10.2026
DAX: Anleger kommen am Thema Politik nicht vorbei
Der DAX hat sich zum Wochenausklang kräftig erholt. Diese Kurserholung steht aber unter dem Verdacht, vor allem technisch getrieben zu sein, nachdem der Index am Vortag aus einer mehrwöchigen Handelsspanne nach unten herausgefallen war. Eines lässt sich festhalten: Die Schwankungen haben zugenommen und sie wirken in beide Richtungen – auch nach oben. Ein neuer Trend wird dadurch noch nicht begründet. Für eine Bodenbildung benötigt der Index mindestens ein bis zwei Wochen – und darf in dieser Zeit auch keine neuen Tiefs mehr ausbilden. Bis dahin bleibt seit dem Rekordhoch im August ein intakter Abwärtstrend.
Politische Unsicherheit nimmt zu
Der Euro steht bereits seit Wochen unter Druck. Die Angst vor den politischen Folgen vorgezogener Neuwahlen in Spanien verstärkt diesen Druck. Der Absturz des Euro ist für den DAX Segen und Fluch: Die meisten Unternehmen im Index profitieren durch bessere Exportaussichten von einer Währungsabwertung, doch sie trägt zu einer bereits bestehenden politischen Unsicherheit bei, die internationale Investoren einen zunehmend großen Bogen um europäische Aktien machen lässt. Deutsche Landtagswahlen, die auf einen politischen Umbruch hindeuten, Massenproteste und mögliche Neuwahlen in Spanien, die Zwischenwahlen in den USA und die französischen Wahlen im Frühjahr – im nächsten halben Jahr wird man als Anleger an dem Thema Politik nicht vorbeikommen.
Ölpreise geben nach
Die OPEC+ behält ihre Quoten bei. Eine weitere Anhebung wäre am Markt vermutlich ohnehin verpufft. Die Ölpreise notieren nicht aufgrund eines Mangels an Rohöl bei über 100 Dollar. Es sind Rekordkosten für Versicherungen, Unterbrechungen im internationalen Seeverkehr und Engpässe bei den Raffinerien, die Preisdruck erzeugen. Die Dieselexporte aus dem Persischen Golf sind nur bei etwas mehr als der Hälfte der Vorkriegsmengen angelangt, und immer mehr Länder – darunter auch die USA – denken über einen Exportstopp nach oder haben diesen bereits beschlossen. Der Beschluss der OPEC+ trägt damit der Erkenntnis Rechnung, dass derzeit nicht die Fördermenge, sondern die gestörten Transport- und Verarbeitungskapazitäten das eigentliche Problem sind.
Freitag, 02.10.2026
DAX: Das Timing des neuen Tiefs ist auffällig
Ein Dreiklang aus Inflationssorgen, steigenden Renditen und höheren Ölpreisen hat den DAX aus seiner Handelsspanne nach unten herausfallen lassen. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Das neue Tief fällt genau in jene Phase, in der der DAX im Durchschnitt der vergangenen zwanzig Jahre seinen tiefsten Stand des zweiten Halbjahres erreichte. Im typischen saisonalen Verlauf war dies zugleich der Ausgangspunkt für die Jahresendrally. Ob sich dieses Muster auch diesmal wiederholt, ist offen – die zeitliche Übereinstimmung ist jedoch auffällig.
Arbeitsmarkt rückt die Fed in den Fokus
Nach einem weichen PCE-Inflationsbericht vom Mittwoch ist eine Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank noch vor den Zwischenwahlen zur Randwahrscheinlichkeit geworden. Ein Zinsschritt wird aktuell erst zur übernächsten Sitzung im Dezember erwartet. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA sind daher heute das Thema Nummer eins. Sie werden helfen, die Wahrscheinlichkeiten dafür zu ermitteln, wie eilig es die amerikanische Notenbank mit dem Rückbau ihrer Geldpolitik haben könnte, die sie als nach wie vor wachstumsfördernd bezeichnet.
Nervosität am Ölmarkt bleibt hoch
Der Ölpreis bleibt in hohem Maße anfällig für Schlagzeilen zum Irankonflikt. Dass die USA einen dritten Flugzeugträger samt weiterer 10.000 Soldaten in die Region verlegen, trägt nicht zur Beruhigung bei. Die Sorgen nehmen zu, dass der Iran auf den militärischen Aufmarsch der USA mit neuen Angriffen auf die Öl- und Gasinfrastruktur seiner Nachbarländer reagieren könnte. Auch die Sicherheitslage an der Meerenge von Bab al-Mandab ist nicht geklärt. Die Situation bleibt ein Pulverfass, das den Aktienmarkt jederzeit treffen kann.
Donnerstag, 01.10.2026
DAX droht Handelsspanne zu unterschreiten
Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen. Was am Anleihemarkt passiert, bleibt damit der wichtigste Taktgeber für den DAX. Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den DAX, der aus seiner Handelsspanne nach unten herauszufallen droht. Jetzt entscheidet sich, ob die Handelsspanne der letzten gut drei Wochen eine Stabilisierung oder lediglich die Pause ist, bevor es weiter abwärts geht.
Gemischte Reaktion auf Micron-Zahlen
Micron bleibt der KI-Branche einen neuen Impuls schuldig. Wenn es nicht mehr genügt, alle Erwartungen beim Gewinn, Umsatz und Ausblick zu übertreffen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das alles schon in den Kursen vorweggenommen wurde. Außerdem schrecken hohe Investitionsvorhaben Anleger ab. Unternehmen, die heute investieren, könnten morgen schneller wachsen – sie fordern von Aktionären aber auch mehr Sitzfleisch, da sie mehr Zeit mitbringen sollen, um Rückflüsse auf ihre Investments zu sehen. Für viele Käufer besteht daher keine Not, direkt einzusteigen - das erklärt wohl auch die eher maue nachbörsliche Kursreaktion der Micron-Aktie.
Teure Gasrechnung
Nachdem die Regierung monatelang behauptete, dass die ungewöhnlich niedrigen Lagerbestände keine Gefahr für die Versorgung darstellen würden, soll nun in kürzester Zeit eine große Menge Gas gekauft werden. Auch an den Energiebörsen spielt die Psychologie eine Rolle, und wenn Deutschland nun gezielt in kurzer Zeit große Mengen kaufen muss – ungeachtet des Preises –, dann verschiebt das die Stimmung. Wie viel des jüngsten Preisanstiegs der europäischen Gaspreise auf die Nachricht zurückzuführen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Die Schwankungsintensität des europäischen Gaspreises ist seit mehreren Wochen sehr hoch. Gerade in einem derart nervösen Markt können solche Signale aber ausreichen, um bestehende Schwankungen zusätzlich zu verstärken. Die Nachricht fügt sich damit in ein Marktumfeld ein, das bereits von einer erhöhten Unsicherheit geprägt ist.
Mittwoch, 30.09.2026
DAX: Heute kommen die Impulse
Das Warten hat ein Ende: Heute kommen neue Impulse. Entscheidend wird dabei der Nachmittag: Was der Markt nach den jüngsten Renditeanstiegen überhaupt nicht sehen möchte, sind „heiße“ Inflationsdaten aus Deutschland und den USA sowie ein privater US-Arbeitsmarktbericht, der auf einen Arbeitsmarkt hindeutet, der sich nicht abkühlt. Der DAX könnte innerhalb der engen Handelsspanne zwischen 25.200 und 25.600 Punkten seine Grenzen austesten.
Renditeangst bleibt bestehen
Zu heiße Inflationsdaten könnten die Spekulationen auf eine weitere baldige Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank schnell wieder über die kritische 50-Prozent-Marke steigen, nachdem sie gerade erst nachgelassen hatten. Sowohl die EZB als auch die US-Notenbank haben den Zinsgipfel aller Voraussicht nach noch nicht erreicht. Entscheidend ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der sie dorthin gelangen. Die Märkte werden daher erwartungsgemäß empfindlich auf die Datenveröffentlichungen zwischen 14:00 Uhr und 14:30 Uhr reagieren.
Micron: Was heute Abend wichtig wird
Auf Basis der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate wirken viele KI-Aktien moderat bewertet. Gemessen an den bereits erzielten Gewinnen sind sie dagegen teuer. Den Unterschied machen hohe Wachstumserwartungen. Worauf es daher auch bei Micron heute Abend besonders ankommen wird, ist der Blick nach vorn: Die zentrale Frage lautet, wie lange das hohe Wachstum noch aufrechterhalten werden kann. Aufgrund seiner exponierten Position in der KI-Lieferkette werden Microns Zahlen auch ein Votum darüber sein, wie die Stimmung im gesamten KI-Sektor für den Rest der Woche ausfallen wird. Die Messlatte liegt hoch, und die Anleger wollen, dass Micron sie komfortabel überspringt. Ob das gelingt, wird sich heute Abend zeigen.
Dienstag, 29.09.2026
DAX: Sinkende EZB-Zinserwartungen stützen kaum
In Ermangelung von Impulsen tritt der DAX derzeit lediglich auf der Stelle. Während die Ölpreise wieder steigen, besteht weiterhin Hoffnung auf eine diplomatische Einigung. Und während sich die Rendite der dreißigjährigen Bundesanleihe in großen Schritten der 4%-Marke nähert, ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank im Oktober auf 40 % gesunken. Die Gründe für und die Gründe gegen einen Aktienkauf heben sich momentan mehr oder minder gegenseitig auf. Es bleibt bei einem Stillstand der Kurse innerhalb eng abgesteckter Grenzen.
EZB-Zinserwartungen nehmen ab
Die amerikanische und die europäische Zentralbank haben ihr Ziel zunächst einmal erreicht: Die Zinskurve wird flacher. Eine Interpretation dieser Entwicklung ist, dass die Anleger davon ausgehen, dass die Zentralbanken bei der Bekämpfung der Inflation auf dem richtigen Weg sind. Christine Lagarde sagte gestern, dass die bereits erfolgten Zinsanhebungen bereits ausreichend dazu beitrügen, Inflation und Wachstum abzukühlen. Diese Hinweise haben die Anleger ein wenig von ihrer Erwartung serieller Leitzinsanhebungen durch die EZB abgebracht.
Fed-Zinserwartungen nehmen zu
Während die Erwartungen für einen weiteren Zinsschritt der EZB abnehmen, steigen die Wahrscheinlichkeiten für einen solchen Schritt durch die amerikanische Notenbank. Die Fed ist bei der Inflationsbekämpfung noch etwas hinter der Kurve, während die EZB deutlich früher mit Zinsanhebungen begonnen hat. Nun hat die Fed noch etwas aufzuholen. Auch in den USA ist der Terminkalender in dieser Woche vollgepackt mit Daten, die maßgeblich zu einer Veränderung der Zinserwartungen beitragen können. Die Anleger spielen daher auch an der New Yorker Börse auf Zeit.
Montag, 28.09.2026
DAX tritt auf der Stelle
Die Weltbörsen starten insgesamt schwächer in die neue Handelswoche. Der DAX hat es sich in einer recht engen Handelsspanne zwischen 25.200 und 25.600 Punkten eingerichtet. Die Unzufriedenheit der Anleger über die ausbleibenden Fortschritte in der Frage des Irankonflikts ist spürbar. Neue Impulse zu Wochenbeginn fehlen: Die beginnende Woche wird mit wichtigen Quartalszahlen aus dem KI-Sektor am Mittwoch, dem Quartalsende und den deutschen Inflationszahlen am selben Tag wohl zweigeteilt sein. Anpassungen der Depots vor dem Quartalsende können dabei auf Einzelaktienebene Kursbewegungen auslösen, die nur wenig mit Nachrichten zu tun haben.
Phase der Unsicherheit
Die Zwischenwahlen könnten in diesem Jahr die aus saisonalen Gesichtspunkten üblicherweise zu erwartende Phase der Unsicherheit von Anfang Oktober bis Anfang November verlängern. Denn die Ungewissheit wächst nicht nur darüber, ob die Republikaner eine oder sogar beide Kammern des Kongresses verlieren werden, sondern auch darüber, wie sich die US-Regierung in der für die Wähler wichtigen Frage der Energiepreise und damit des Irankonflikts positionieren wird. Das iranische Angebot zeigt jedoch, dass weiterhin vermittelt wird. Die diplomatischen Kanäle sind nicht verschlossen. Das ist ein gutes Signal.
Keine klare Richtung bei den Ölpreisen
Trotzdem fehlt dem Ölmarkt eine klare Richtung. Auf die Wiederinbetriebnahme der Ost-West-Pipeline durch Saudi-Arabien folgten neue Huthi-Angriffe. Am Ende bleibt ein nervöses Auf und Ab, und der Druck auf die Anleihekurse sowie die Inflationserwartungen dürfte bei Ölpreisen von über 100 Dollar bestehen bleiben.
Freitag, 25.09.2026
DAX etabliert neue Handelsspanne
Wir sehen heute Morgen, dass die Anleihen sich etwas stabilisieren, weil die Ölpreise zurückkommen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich schnell wieder ändern kann. Für den DAX bleibt es bei einer Stabilisierung innerhalb einer Handelsspanne, die gut 5 % vom Rekordhoch entfernt liegt. Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um gut zweieinhalb Cent in zweieinhalb Wochen hilft dem deutschen Export eigentlich auf die Sprünge. Auch die deutschen Konjunkturprognosen hellen sich auf. Der DAX ist im Vergleich zu den großen Aktienindizes an der Wall Street aber trotzdem abgeschlagen.
Marktbreite sinkt
Das Gerüst, auf dem die jüngste Aktienrally aufbaut, wird aber auch an der Wall Street zunehmend instabil. Der KI-Trade mag mit AMD ein neues Aushängeschild in Form eines Unternehmens haben, das gerade die Eine-Billion-Dollar-Grenze bei der Marktkapitalisierung überschritten hat. Die jüngste Rally bei Aktien darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Marktbreite am Aktienmarkt nachlässt. Nur noch 30 % der Aktien im S&P 500 notieren über ihrer 50-Tage-Linie. Das sind nur noch halb so viele wie vor drei Wochen. Als der S&P 500 am Montag ein neues Rekordhoch erreichte, taten es ihm nur sieben Aktien gleich. Die vierfache Anzahl an Aktien markierte zeitgleich neue Jahrestiefs.
Saisonalität bis zu den Zwischenwahlen
Der Präsidentschaftszyklus ist an den Börsen recht gut untersucht: Im Durchschnitt ist vor den Zwischenwahlen eine Aktienmarktkorrektur zu erwarten, da die politische Unsicherheit zunimmt, je näher der Wahltag rückt. Sind die Ergebnisse dann aber einmal da, fällt diese Unsicherheit für gewöhnlich von den Anlegern ab. Die zwölf Monate nach den Zwischenwahlen gehörten in der Vergangenheit im Durchschnitt zu den besten des gesamten Vierjahreszyklus.
Donnerstag, 24.09.2026
DAX kämpft mit Gegenwind von mehreren Seiten
Der DAX ächzt unter der Last politischer Unsicherheit und unter dem Nachhall der Gewinnwarnung von Volkswagen. Die Aktie, die für viele internationale Investoren exemplarisch für die strukturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft steht, fällt weiter, büßt auf Wochensicht 10 % ein und zieht den Autosektor im DAX mit in die Tiefe. Im besten Fall hat der DAX zwischen 25.800 und 25.300 Punkten lediglich eine neue, tiefer liegende Handelsspanne etabliert. Im schlechtesten Fall ist die nunmehr zehn Handelstage andauernde Seitwärtsphase nur eine Pause, bevor es weiter abwärts geht.
Neuer Ausverkauf bei weltweiten Anleihen
Eine neue Welle an Verkäufen rollt über die weltweiten Anleihemärkte. Gerade glaubten Anleger, die Sorgen vor steigenden Renditen abstreifen zu können, da kommt es bereits zum nächsten Ausverkauf: Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichen ein neues 19-Jahres-Hoch, jene fünfjähriger Laufzeiten übersteigen erstmals seit dem Jahr 2007 die Marke von 5 %.
US-Renditen: Eingriffe zeigen Wirkung
Es gibt dabei aber eine gute Nachricht: Der Renditeabstand zwischen lang- und kurzlaufenden Anleihen sinkt. Diese Abflachung der Renditekurve ist ein klares Votum des Marktes, dass er an die Wirksamkeit der Inflationsbekämpfung der amerikanischen Notenbank glaubt. Wir sehen also eine Fortsetzung der Renditeanstiege, aber dieses Mal in geordneteren Bahnen als noch vor zwei oder drei Wochen. Das ist ein echter Fortschritt: Die Nervosität infolge ruckartiger Renditeanstiege schlägt damit nicht mehr voll auf Aktien durch.
Druck von der Renditeseite bleibt erhalten
Dass der Druck von der Anleiheseite nun etwas abgeschwächt am Aktienmarkt ankommt, bedeutet jedoch nicht, dass er gar nicht mehr vorhanden ist. Wir sehen eine weltweite Neubepreisung des Geldes: über höhere Diskontsätze für Aktien, teurere Hypothekenzinsen und steigende Finanzierungskosten für Regierungen. Wann diese Neubepreisung auf der Anleiheseite abgeschlossen sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen.
Mittwoch, 23.09.2026
DAX steckt bei 25.800 Punkten fest
Der DAX scheitert erneut daran, den Widerstand bei 25.800 Punkten zu durchbrechen. Auf dem Parkett werden zwei entgegengesetzte Entwicklungen diskutiert: ein neuer Anlauf, den Irankonflikt doch noch diplomatisch zu lösen, und die politische Unsicherheit, die aus den jüngsten Wahlen in Deutschland entstanden ist. Als Resultat bleibt unter dem Strich nur eine Pattsituation zwischen Käufern und Verkäufern.
Weltbörsen steigen weiter
Die Rally geht am DAX vorüber – andere große globale Aktienindizes steigen auf neue Rekordhochs. Der Widerstand bei 25.800 Punkten ist wie ein Deckel auf dem Markt. Die politische Unsicherheit in Deutschland lässt internationale Anleger derzeit einen großen Bogen um deutsche Aktien machen. Man fordert Gewissheit, dass die politische Stabilität auf Bundesebene gewahrt bleiben kann, nachdem die regierenden Parteien auf Landesebene herbe Wahlniederlagen erlitten haben.
Verlustserie im Ölpreis
Stützend für die weltweite Stimmung an den Aktienmärkten ist eine Verlustserie beim Ölpreis, die mit einem weiteren Verlusttag zur längsten seit mehr als einem Jahr werden könnte. Insgesamt ist der Preis für ein Barrel Brentöl dadurch bereits um gut 9 % gefallen. In New York gibt es derzeit Bemühungen der USA und der EU, den Irankonflikt auf diplomatischem Wege zu entschärfen, und Saudi-Arabien will in den nächsten Tagen wieder Öl durch seine Ost-West-Pipeline exportieren. Beides entspannt die Stimmung an den Energiemärkten spürbar. Die geopolitischen Risiken am Ölmarkt rücken etwas in den Hintergrund, die Aktienmärkte atmen auf.
Dienstag, 22.09.2026
DAX mit kräftiger Erholung
Auch die deutsche Konjunktur befindet sich durch die Capex-Investitionen des KI-Sektors in einer besseren Lage, und das lässt Rendite-, Inflations- und geopolitische Sorgen, die den DAX immer wieder kurzzeitig zurückwerfen, verblassen. Offenbar entfacht die kräftige Nachfrage nach dem neuen KI-Agenten von Meta die Zuversicht, dass sich die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz insgesamt weiter positiv entwickeln könnte. Im Lichte dieser Entwicklungen erscheinen die politischen Wogen in Deutschland und die Gewinnwarnung von Volkswagen zumindest für den Moment etwas kleiner. Der DAX bügelt alle Verluste vom Freitag wieder aus.
Widerstand im DAX direkt voraus
Ob daraus ein neuer Aufwärtstrend wird, bleibt allerdings abzuwarten. Der Abwärtstrend seit Ende August ist jedoch durchbrochen. Das unterbricht zumindest die Serie steiler Kursverluste, die den DAX nun gut drei Wochen lang geprägt hat. Der Bereich zwischen 25.700 und 25.800 Punkten bleibt ein kräftiger Widerstand.
Trump-Xi-Treffen im Blick
Die kräftigen Kursgewinne im KI-Sektor verleihen dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und seinem chinesischen Amtskollegen zusätzliches Gewicht. Die USA sind auf Seltene Erden angewiesen, China verfügt über keine eigenen konkurrenzfähigen KI-Chips. Trump und Xi werden wohl versuchen, das fragile Gleichgewicht zwischen den beiden Nationen zu bewahren. An einer Eskalation dürfte beiden Seiten wenig gelegen sein.
Montag, 21.09.2026
DAX mit moderater Gegenbewegung
Freundlichere Weltbörsen mögen dem DAX zu Wochenbeginn zu einer Gegenbewegung verhelfen. Zu mehr reicht es aber nicht. Die politische Situation in Deutschland ist nach den neuen Wahlergebnissen eher instabiler als berechenbarer geworden. Wer am Freitag auf eine Fortsetzung der Kurserholung nach der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank setzte, wurde herbe enttäuscht. Die Anleger nutzen festere DAX-Kurse seit gut drei Wochen zum Ausstieg.
EuroStoxx 50 ohne Volkswagen
Freitag die Gewinnwarnung, heute der erste Handelstag ohne Volkswagen im EuroStoxx 50: Die Börse hat Volkswagen so lange kleiner gerechnet, bis es für den Platz nicht mehr reichte. Volkswagen zählt gemessen an den Verkaufszahlen zwar zu den größten Autobauern der Welt. Heute reicht es an der Börse aber nicht mehr für einen Platz unter den 50 wertvollsten Konzernen der Eurozone. Ein KGV von 7 bedeutet: Der Markt blieb bei Volkswagens Profitabilität skeptisch. Und am Freitag hat Wolfsburg ihm recht gegeben.
Weltpolitik bestimmt die Handelswoche
Dienstag die Golfstaaten, Donnerstag Xi Jinping. In dieser Woche liegen die zwei größten Unbekannten für die Weltbörsen auf Trumps Tisch: der Ölpreis und der Handel mit China. Trump will am Rande der UN-Generalversammlung Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Iran-Krieg zu sprechen. Die Nervosität am Energiemarkt wird in dieser Woche hoch bleiben, weil niemand weiß, ob US-Präsident Trump einen Ausstieg oder ein neues Ultimatum plant.
Freitag, 18.09.2026
DAX am Verfallstag fester
Neue Zuversicht hinsichtlich der Entwicklung der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz und nachgebende Ölpreise sorgen am heutigen dreifachen Verfallstag an den Börsen für eine insgesamt bessere Stimmung bei Aktien. Fallende Energiepreise könnten den Zentralbanken mehr Spielraum bei der Festlegung ihrer Geldpolitik geben. Sie verringern das Risiko weiterer schneller Leitzinsanhebungen und damit das Risiko für das Wirtschaftswachstum.
DAX bei 26.000 Punkten gedeckelt
Der DAX scheint Versuche zu unternehmen, einen doch recht steilen Abwärtstrend seit Ende August durchbrechen zu wollen. Der Bereich um 26.000 Punkte dürfte jedoch eine hohe Hürde auf dem Weg nach oben darstellen. Dort liegt ein kräftiger technischer Widerstand, und es gelang bereits zweimal nicht, diesen nachhaltig zu überwinden.
Widerstand im DAX voraus
Für einen Durchbruch über 26.000 Punkte erwarten die Anleger wohl klare Signale, wie sich die Geldpolitik weiter entwickeln wird. Nachdem nun auch die amerikanische Notenbank eingeschwenkt ist, befinden sich alle drei großen Notenbanken auf einem Pfad restriktiver werdender Geldpolitik. Die Entwicklung der Energiepreise sowie die Knappheit an Kapital und Arbeitskraft werden maßgeblich mitbestimmen, wie schnell die Zentralbanken ihre Leitzinsen anheben müssen. Ob dem DAX der Sprung über die Marke von 26.000 Punkten gelingt, dürfte damit vor allem von den kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten, aber auch den Reden der stimmberechtigten Zentralbankverteter abhängen.
Donnerstag, 17.09.2026
DAX steigt nach Zinsentscheid
Mit der Zinsanhebung gewinnt die amerikanische Notenbank nicht nur ein Stück ihrer zuletzt eingebüßten Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung zurück. Sie demonstriert damit auch politische Unabhängigkeit. Beides kommt bei den Anlegern gut an. Ein weiterer Rendite-Ruck, vor allem am langen Ende, ist vermieden worden – die Anleger atmen auf.
Ölpreise steigen zunächst nicht weiter
Zu einer Beruhigung der Anleihemärkte trägt auch der Ölpreis bei. Eine schneller als gedacht erfolgte Teilreparatur der saudischen Ost-West-Pipeline und Signale des US-Präsidenten in Richtung eines schnellen Kriegsendes sorgen für Entspannung. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ölpreise mit über 100 Dollar pro Barrel immer noch ein Fünftel höher sind als vor einem Monat und die Situation im Nahen Osten einem Pulverfass gleicht. Es genügt eine Nachricht, und die Unruhe samt steigender Ölpreise ist zurück.
Weitere Zinsanhebungen zu erwarten
Der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, Kevin Warsh, ließ gestern wenig Zweifel daran offen, dass die amerikanische Notenbank bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im Oktober eine weitere Zinsanhebung durchführen wird. Typischerweise beginnt die amerikanische Notenbank eine Serie von Zinsanhebungen, sobald sie sich einmal auf einen Kurs festgelegt hat. Nun werden die Inflations- und Arbeitsmarktdaten sowie Reden der stimmberechtigten Gouverneure der Federal Reserve in den nächsten Wochen dazu beitragen, die Markterwartungen zu formen. 60 % sehen bereits eine Zinsanhebung im Oktober. Aber auch so gilt: Der geldpolitische Wind hat nun auch in Washington gedreht – weitere Zinsanhebungen sind zu erwarten. Nicht mehr das Ob, sondern nur noch das Wann steht zur Debatte.
Mittwoch, 16.09.2026
DAX setzt Hängepartie fort
Man kann die Nervosität im Vorfeld der Sitzung der amerikanischen Notenbank fast mit den Händen greifen. Eines ist aber auch klar: Sind die Ergebnisse erst einmal da, fällt diese Nervosität für gewöhnlich von den Anlegern ab. Der DAX hat gestern eine erstaunliche Wende vollzogen: Schnäppchenjäger sind vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank offenbar wieder bereit, einzusteigen. Viele setzen wohl darauf, dass ein möglicher neuer Preisdeckel für Energie und die Zinsentscheidung die Ruhe zurück auf das Parkett bringen werden.
Grund steigender Renditen
Zum Fallen zu stark, zum Steigen zu schwach: Aktien kommen mit einem höheren, aber stabilen Renditeniveau ganz gut klar, solange ein maßgeblicher Grund für den Renditeanstieg ein höheres Wirtschaftswachstum ist. Davon ist aktuell auszugehen. Der von der Zentralbank von Atlanta berechnete GDPNow-Indikator liegt bei 4,4 %, und wir haben in der Berichtssaison gehört, dass die Investitionen in Künstliche Intelligenz in absehbarer Zukunft ungebremst weitergehen werden.
Unruhe durch Volatilität
Der Markt reagiert vor allem verschnupft auf die Unberechenbarkeit der aktuellen Renditeentwicklung. Wenn Renditen berechenbar steigen, kommen die Märkte damit in der Regel ganz gut klar. Was nicht passt, ist die ruckartige Entwicklung, die viele überrascht. Anleger hoffen, dass es der amerikanischen Notenbank heute Abend gelingt, wieder Ruhe in den Handel zurückkehren zu lassen.
Ausblick auf die Fed
Nie hat die amerikanische Notenbank eine einfache Aufgabe, und die heutige Sitzung stellt keine Ausnahme dar. Die Märkte erwarten von der amerikanischen Notenbank, dass sie etwas gegen die nach wie vor zu hohe Inflation unternimmt, wollen aber auch keinen zu strikten Kurs steigender Leitzinsen, der das Wachstum gefährden könnte. Keine Anhebung heute Abend könnte also genauso viel neue Unruhe erzeugen wie ein zu klares Bekenntnis zu weiter steigenden Leitzinsen.
Dienstag, 15.09.2026
DAX durch Spurt bei Renditen belastet
Die Aktienmärkte können die Verkaufswelle, die weltweit über die Anleihemärkte rollt, nicht ignorieren. Zehnjährige US-Staatsanleihen über 5 %, deutsche Papiere über 3,5 %: Wachsende Schuldenberge, steigende Energiepreise und Inflationssorgen führen zu einer weltweiten Anpassung des Zinsniveaus. Diese runden Marken haben an sich keine Bedeutung, ziehen aber Aufmerksamkeit auf sich. Anleger, die in den letzten Handelstagen dachten, die Anleihemärkte ignorieren zu können, werden nun von der Realität eingeholt.
DAX verharrt nahe seinen Vortagestiefs
Der DAX verharrt im Bereich der Tiefstkurse der Vortage. Schnäppchenjäger bleiben auf der Seitenlinie. Die Stimmung ist zu schlecht, für neue Käufe fehlt den Anlegern der Mut. Ein banger Blick bleibt auf die Öl- und Gaspreise gerichtet, da niemand wissen kann, welche Nachricht die Märkte als Nächstes von der Straße von Hormus oder der wichtigen Meerenge von Bab al-Mandab erreichen wird. Der DAX bleibt damit vorerst im Würgegriff der geopolitischen Unsicherheit. Schlechte Stimmung ist bekanntlich kein guter Nährboden für steigende Kurse.
Knappheit an Kapital, Arbeitskraft und Energie
KI-Investitionen treiben das Wachstum, während Knappheiten bei Kapital, Arbeitskraft und Energie Inflation erzeugen und das Wachstum ausbremsen. Das Gewinnwachstum in der zu Ende gegangenen Berichtssaison zeigt, dass die Unternehmen schneller wachsen, der KI-Effekt also stärker ist als der Bremseffekt durch Öl, Geopolitik und steigende Renditen. Für Aktienanleger geht es nun darum, herauszufinden, wie lange das noch der Fall sein wird und wie stark die Aktienkurse fallen müssen, um die Risiken zu reflektieren, die durch eine steigende Inflation für das Wachstum entstehen.
Montag, 14.09.2026
DAX steht weiter unter Druck
Wer mit der Hoffnung auf eine Entspannung der Energiepreise ins Wochenende ging, wird zu Wochenbeginn herbe enttäuscht: Die Schließung der saudischen Ost-West-Pipeline weckt neue Ängste über die Versorgung der Weltwirtschaft mit Öl aus dem Nahen Osten, nachdem die Frage über den freien Seeverkehr an der Straße von Hormus noch gar nicht gelöst ist. Damit treffen zwei schlechte Nachrichten gleichzeitig ein: Die Schließung der Pipeline und Überlegungen über eine Selbstverpflichtung der KI-Branche, ihre eigene Entwicklung freiwillig zu verlangsamen. Ein Impuls für Aktien fehlt zu Wochenbeginn damit völlig.
90 % Chance für Zinsanhebung
Das Fenster für rhetorische Kniffe, um die nächste Zinsanhebung doch noch aufschieben zu können, ist aus Sicht der Märkte nun auch in den Vereinigten Staaten so gut wie geschlossen: Die Anleger rechnen mit einer neunzigprozentigen Wahrscheinlichkeit mit einer Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank am Mittwoch. Damit dürfte weniger die Zinsentscheidung selbst als vielmehr der Ausblick der Fed auf die weiteren Schritte die Kursrichtung an den Märkten bestimmen.
Saisonalität mahnt zur Vorsicht
Anleger müssen sich auch mit einem technischen Umstand auseinandersetzen: Die zweite Septemberhälfte zählt im Durchschnitt der vergangenen Jahre zu den schwächsten Zeiten für Aktien im gesamten Jahr. Die DAX-Anleger müssen sich nun die Frage stellen, ob eine gut fünfprozentige Korrektur auf Monatsfrist bereits die Risiken reflektiert, die durch die wachstumsbremsenden Effekte hoher Energiepreise, neue Gefahren für den Welthandel am Roten Meer und die Angst vor steigenden Renditen für das Gewinnwachstum der Unternehmen entstanden sind. Solange diese Frage unbeantwortet bleibt, dürfte die Nervosität am Markt hoch und der DAX anfällig für weitere Rückschläge bleiben.
Mittwoch, 09.09.2026
DAX: Energie macht Käufern einen Strich durch die Rechnung
An der Geopolitik kommt auf dem Frankfurter Parkett gerade niemand vorbei. Ein in Richtung 100 Dollar marschierender Ölpreis und europäische Gaspreise, die auf Monatsfrist um fast die Hälfte teurer geworden sind, machen den DAX-Käufern einen Strich durch die Rechnung. Solange sich an den Energiemärkten keine Entspannung abzeichnet, dürfte der DAX anfällig für weitere Rückschläge bleiben.
Warten auf Inflationsdaten
Es mag sein, dass der Markt sich gerade auf die US-Inflationsdaten vom Freitag konzentriert. Die Daten dürften aber zum Teil bereits als veraltet gelten – eine Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank ist angesichts der Energiepreissteigerungen später im Jahr nach wie vor nicht vom Tisch. Damit können selbst schwächere Inflationsdaten dem Markt allenfalls vorübergehend Entwarnung geben.
KI-Aktien bleiben gefragt
KI-Aktien zeichnen sich durch ein hohes Wachstum aus, das auch anhalten dürfte, wenn die Fed an der Zinsschraube dreht. Anleger sehen in KI-Aktien gerade eine Möglichkeit, die Auswirkungen einer möglicherweise bald anstehenden Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank zu umschiffen. Damit bleiben KI-Aktien für viele Anleger der naheliegendste Rückzugsort in einem zunehmend schwierigen Zinsumfeld.
Dienstag, 08.09.2026
DAX: Anleger bleiben in der Defensive
Steigende Energiepreise sind der Beleg: Inflationsängste sind berechtigt und Zinssorgen nicht ausgestanden. Anleger machen daher seit ein paar Handelstagen einen großen Bogen um den DAX. Die Abwärtsdynamik bei deutschen Renten hält derweil an, und niemand kann an diesem Punkt sagen, was diese Entwicklung stoppen kann. Der Aktienmarkt sonnt sich noch ein wenig in den Erfolgen der abgelaufenen Berichtssaison, aber die Belastungen wachsen.
Auffüllen der Gasspeicher wird teuer
Deutschland hat sich beim Wiederauffüllen der Gasspeicher verkalkuliert, und jetzt, wo die Gaspreise auf Monatsfrist um über 40 % gestiegen sind, bleibt keine Zeit mehr: Deutschland hat gerade eine sehr gute Berichtssaison erlebt – aber die Gewinnentwicklung im Rest des Jahres steht infrage. Es gibt keine Aufzeichnungen die zeigen würden, dass die Gasspeicher nur einen Monat vor Beginn der Heizsaison in Deutschland überhaupt einmal so niedrig gewesen wären, wie aktuell. Gewiss ist: Das Wiederauffüllen der Speicher wird teuer – die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung wächst.
China: Rekorde im Außenhandel
Noch nie seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump hat China so hohe Überschüsse im Außenhandel mit den USA erzielt wie im August. Der wachsende Einfluss Chinas ist US-Präsident Trump ein Dorn im Auge. Der Handelskonflikt der USA mit Kanada weitet sich gerade aus, und es ist nicht garantiert, dass Trump nicht auch eine Eskalation mit China sucht – obwohl Xi Jinping in gut zwei Wochen die USA besucht und die Zwischenwahlen im November anstehen. Trump ist immer für Überraschungen gut.
Montag, 07.09.2026
DAX: Ruhiger Feiertagshandel erwartet
Die neue Woche beginnt ein wenig so, wie die alte endete: mit besonderem Interesse an Halbleiter- und KI-Aktien, aber Zurückhaltung in der Marktbreite. Ein neues Sprachmodell von OpenAI mit zahlreichen neuen Funktionen hat die Zuversicht der Anleger in die Entwicklung der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz neu entfacht, und der Optimismus in den Kursen überträgt sich vom Freitag auch auf die neue Woche. In den USA ist heute allerdings Feiertag. In Abwesenheit der US-Händler dürfte eine neue Richtung wohl erst morgen wieder aufkommen, wenn das Handelsvolumen zurückkehrt.
Markt schüttelt US-Jobdaten ab
Es ist ein wenig überraschend, wie gut der Markt die starken Arbeitsmarktdaten vom Freitag abschüttelt. Diese Resilienz beruht wohl auf der Hoffnung, dass die US-Inflationsdaten am Freitag schwächer ausfallen werden. Wenn nicht, beginnt das Zittern vor der nächsten Sitzung der amerikanischen Notenbank wohl von Neuem. Ein „heißer“ Inflationsbericht könnte eine Zinsanhebung im September besiegeln.
Technik im DAX im Blick
Der DAX hat seine Kursverluste von Anfang vergangener Woche nur vorläufig gestoppt. Nun muss er auch sein Tief aus der vergangenen Woche halten: Ein Rutsch unter 25.700 Punkte könnte die Nervosität schnell zurückbringen. Bleibt der DAX aber darüber, bleibt auch der Aufwärtstrend intakt. Wenn nicht, droht ein Trendbruch samt oberer Trendwende – ein Warnsignal aus der technischen Analyse.
Freitag, 04.09.2026
DAX: Ist der Zins-Blues ausgestanden?
Der Zins-Blues der vergangenen Tage hat den DAX gehörig durchgeschüttelt, aber Signale aus der amerikanischen Notenbank sowie die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten erzeugen eine gewisse Hoffnung, dass der Krug steigender US-Leitzinsen vielleicht im September doch noch einmal an den Anlegern vorübergehen könnte. Die Unterstützung bei 25.800 Punkten im DAX hat gehalten, und neue Käufer kommen herein. Damit ist die technische Grundlage für eine Erholung gelegt – ob daraus mehr wird, entscheiden heute die US-Arbeitsmarktdaten.
Markt bleibt zinssensitiv
Der Renditeanstieg in dieser Woche zeigt, wie wenig dem Markt die Perspektive auch nur einer einzigen Leitzinsanhebung der amerikanischen Notenbank zu schmecken scheint. Die amerikanische Notenbank scheint dies auch erkannt zu haben, denn wie wäre sonst zu erklären, dass gleich drei Gouverneure der amerikanischen Notenbank nun wieder entspannte Zinssignale senden – weniger als eine Handvoll Handelstage nach den eigentlich klaren und dazu entgegengesetzten Worten ihres Vorsitzenden Kevin Warsh? Die amerikanische Notenbank redet weiterhin um den heißen Brei herum, und immer, wenn es ernst wird, findet sie Ausflüchte, um vielleicht doch noch weiter abzuwarten. Damit bleibt die Fed für die Märkte ein Unsicherheitsfaktor: Nicht ihre Worte, sondern erst ihre Taten werden zeigen, wie ernst sie es mit der Inflationsbekämpfung meint.
Arbeitsmarkt wird Belastungstest
Die Inflationsdaten der kommenden Woche dürften etwas mehr Bedeutung haben als die heutigen Arbeitsmarktdaten, da die beiden Fed-Gouverneure Williams und Barr dezidiert darauf verwiesen haben, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht. Dennoch hat die amerikanische Notenbank ein Doppelmandat: Neben der Preisstabilität gilt dieses auch dem Arbeitsmarkt. Ein „heißer“ Arbeitsmarkt mit zu vielen neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft kann die Zinssorgen des Marktes blitzartig zurückbringen. Dann wäre die Zeit bis zum nächsten Inflationsbericht wohl um einiges nervöser. Der heutige Arbeitsmarktbericht wird daher vor allem zeigen, wie belastbar die jüngste Entspannung bei den Zinserwartungen tatsächlich ist.
Donnerstag, 03.09.2026
DAX stabilisiert sich – und könnte neue Handelsspanne etablieren
Im Spannungsfeld zweistellig wachsender Firmengewinne und inflationsbedingter Renditeanstiege entsteht Reibung. Dennoch bleiben die Kursverluste überschaubar. Der Anstieg der dreißigjährigen Renditen in Deutschland auf über 3,8 % bringt den Markt nicht aus dem Takt. Anleger setzen vorläufig darauf, dass die Gewinnmitnahmen im DAX als Reaktion auf ein neues Rekordhoch im Großen und Ganzen vorüber sind.
Wachstum trotz Belastungen
Anleger haben sich mit einer durch die gerade beendete Berichtssaison belegten Meinung arrangiert: Geopolitische Spannungen, Inflationsgefahren und steigende Energiepreise haben das zweistellige Gewinnwachstum der Unternehmen in den letzten drei Monaten nicht aus der Bahn geworfen und setzen darauf, dass sie es vermutlich auch jetzt nicht tun.
DAX erreicht technische Unterstützung
Ob diese Zuversicht nun neue Käufer aufs Parkett locken wird, die als Schnäppchenjäger zu günstigeren Kursen den Einstieg wagen, muss abgewartet werden. Der DAX etabliert etwas, das nach einer höheren Handelsspanne aussieht. Diese liegt nun seit gut vier Wochen rund 800 Punkte höher als zuvor. Die Zone um 25.800 Punkte stellt als untere Begrenzung eine mögliche technische Unterstützung dar. Rutscht der DAX darunter, bestünde bis zur darunterliegenden Handelsspanne allerdings ein Abwärtsrisiko von gut 1.000 Punkten.
Mittwoch, 02.09.2026
DAX büßt 800 Punkte ein – Anleihen sorgen für Nervosität
Die Querelen am Anleihemarkt sind nicht vorüber. Der steile Renditeanstieg wirkt wie ein Schock auf dem Parkett, und der DAX büßt in zwei Tagen gut 800 Punkte ein. Märkte kommen in der Regel gut mit einer allmählichen Anpassung des Zinsniveaus klar. Erfolgen die Anpassungen aber derart ruckartig wie in den letzten Tagen, breitet sich die Nervosität schnell aus. Sollte sich die Dynamik am Anleihemarkt weiterhin so ungebremst fortsetzen, kann das schnell zu einer Entwicklung führen, die dem September als schwächstem Börsenmonat des Jahres alle Ehre macht.
Stimmung der Hoffnungslosigkeit macht sich breit
Die Situation ist gegenüber gestern unverändert: Im Epizentrum der Sorgen stehen neue Kampfhandlungen im Irankonflikt und die damit einhergehenden Anstiege der Energiepreise, aber auch Hinweise darauf, dass die amerikanische Notenbank bald handeln könnte, um etwas gegen die hohe Inflation zu tun. Neu ist, dass sich Anleger immer mehr eingestehen müssen, dass derzeit niemand weiß, was die dynamisch steigenden Gaspreise und Renditen aufhalten soll. Kurzfristig macht sich auf dem Parkett eine gewisse Stimmung der Hoffnungslosigkeit breit.
Zinsruck kommt am breiten Markt an
Der jüngste Anstieg der Renditen belastet den Ausblick für die Entwicklung der Unternehmensgewinne. Bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 im S&P 500 Index, das auf ein Gewinnwachstum von 25 bis 30 % angewiesen ist, ist es verständlich, dass Anleger nervös werden. Die Messlatte hängt hoch, der Raum für Enttäuschungen ist klein: Der Zinsruck ist damit endgültig am breiten Markt angekommen.
Dienstag, 01.09.2026
DAX: Ausverkauf bei Anleihen geht weiter
Wir sehen auf dem Parkett in Frankfurt gerade ein hohes Maß an Unsicherheit, was das Treiben an den weltweiten Anleihemärkten anbelangt. Die Querelen am Anleihemarkt sind nicht ausgestanden. Die Rekord-Rally im DAX wurde von einer weltweiten Verkaufswelle bei Staatsanleihen abrupt gestoppt. Deutschland wird doppelt getroffen, da die Renditen ungleich zu den USA auch am langen Ende ruckartig steigen.
Leere Gasspeicher und teures Gas
Steigen die Renditen ruckartig weiter, kann sich daraus schnell eine Situation entwickeln, in der sich die schlechte Stimmung vom Anleihemarkt auf Aktien überträgt. Die deutsche Situation wird dadurch erschwert, dass unterdurchschnittlich gefüllte Gasspeicher mit einem Anstieg der europäischen Gaspreise auf ein neues Jahreshoch zusammentreffen. Das Wiederauffüllen der Gasspeicher wird also teuer – die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung wächst.
Zinsdruck nimmt zu
Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir sehen eine weltweite Anpassung des Zinsniveaus. Die ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus nach neuen Anfeindungen im Irankonflikt sowie Hinweise der amerikanischen Notenbank auf eine straffere Geldpolitik haben eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als vorläufig eingefangen galt.
Montag, 31.08.2026
DAX stemmt sich gegen saisonalen Trend
Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte. Der morgen beginnende September ist historisch der schwächste Börsenmonat des ganzen Jahres, und es wird sich noch zeigen müssen, ob sich der DAX auch dann gegen den typischen saisonalen Trend stemmen und einfach weitersteigen kann.
Neue geopolitische Sorgen
Nach Wochen der Ruhe sind die geopolitischen Sorgen in Nahost zurück. Die USA haben einen iranischen Raketenwerfer angegriffen. Die geopolitischen Sorgen drücken sich jedoch nicht mehr primär im Ölpreis aus, der 28 % unter seinem Jahreshoch notiert. Die nach wie vor ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus und die Schäden an russischen Raffinerien wirken sich primär auf die europäischen Gaspreise sowie die Preise für Benzin und Diesel aus. Die Folgen spüren Verbraucher vor allem an der Tankstelle und bei der Heizkostenabrechnung.
Zinsspekulationen sind zurück
Nach der Rede des Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank in Jackson Hole ist die Zahl der Skeptiker hinsichtlich einer Zinsanhebung im September wieder geringer. Mit einer Mehrheit von 6:4 für eine Zinsanhebung im September hat der Markt aber noch kein klares Votum abgegeben. Bis zur nächsten Sitzung der amerikanischen Notenbank in gut zwei Wochen erscheinen immerhin noch ein weiterer Arbeitsmarktbericht und ein weiterer Inflationsbericht. Das kann die Erwartungen wieder drehen. In Sachen Zinsanhebung wird das letzte Wort erst gesprochen sein, wenn die Fed einen solchen Schritt tatsächlich beschließt. Alles andere ist Spekulation – und die ist bekanntermaßen wechselhaft.
Freitag, 28.08.2026
DAX in Tuchfühlung zum Rekordhoch
Das Allzeithoch ist nur eine Haaresbreite entfernt: Wenn die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh die richtigen Signale sendet, könnte sich der DAX auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden. Zuletzt hat ein ruckartiger Renditeanstieg auch den DAX aus dem Tritt gebracht. Heute entscheidet Warshs Wortwahl darüber, ob der Zins-Blues vorerst vom Parkett verschwindet.
Geldpolitik ist Thema Nummer 1
An Kevin Warsh kommt heute auf dem Parkett niemand vorbei. Sein knapper Kommunikationsstil steht dem Wunsch des Marktes nach einem detaillierten geldpolitischen Pfad entgegen. Jackson Hole ist ein Test, ob knappe Worte genügen, um Geldpolitik so zu kommunizieren, dass sie weniger und nicht mehr Volatilität anrichtet.
Gemischte KI-Signale
Betrachtet man den Gesamtmarkt, könnte man durchaus von einer ziemlich verhaltenen Kursreaktion auf eigentlich starke Nvidia-Zahlen sprechen. Der Funke ist aber noch nicht so richtig übergesprungen. Die Anleger warten Jackson Hole ab. Niemand kann im zunehmend fremdkapitalfinanzierten KI-Ausbau ruckartig steigende Renditen gebrauchen. Warsh hat heute eine gute Chance, das Rendite-Rad zu bremsen, das sich zuletzt immer schneller drehte. Ob er sie nutzt, wird man abwarten müssen.
Donnerstag, 27.08.2026
DAX: Zweigeteiltes Echo auf Nvidia und Inflation
Bei Nvidia fällt es den Anlegern leicht, einen grünen Haken zu setzen. Was die PCE-Inflationsdaten anbelangt, ist es nicht so klar, ob der gelbe oder lieber gleich der rote Stift passender wäre. Immerhin ist das favorisierte Inflationsmaß der amerikanischen Notenbank erneut fast doppelt so hoch wie erwünscht. Eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank vor Jahresende ist damit nicht vom Tisch. Der DAX bewertet die Ereignisse der vergangenen 24 Stunden unter dem Strich neutral. Die Gewinne über 26.000 Punkten werden verteidigt – aber auch nicht weiter ausgebaut. Nach Nvidia ist vor Jackson Hole: Das geldpolitische Symposium in Wyoming ist die nächste große Unbekannte.
Nvidia legt Traumbilanz vor
Wenn Nvidias Bilanz ein Barometer für die gesamte KI-Branche ist, dann schlug es gestern in den hellgrünen Bereich aus. Nvidia ist gut doppelt so groß wie alle 40 DAX-Unternehmen zusammen. Wenn ein Unternehmen, das so groß ist, noch solche Umsatzsprünge machen kann – nächstes Jahr könnte sich der Umsatz um 70 % erhöhen –, dann weiß man, dass hier etwas Großes passiert. Dass Nvidia zum ersten Mal in der Firmengeschichte einen Gesamtjahresausblick wagt, dürfte helfen, die Sorgen der Anleger vor einem Abbruch des Wachstums im KI-Sektor zu lindern.
Ein lachendes und ein weinendes Auge
Für Anleger sind die Zahlen trotzdem Erleichterung und Grund zur Sorge zugleich: Erleichterung darüber, dass das Wachstum nicht abebben wird – und Sorge darüber, dass der Einsatz jetzt nur noch größer werden wird. Wer sich bei heutigen Milliardeninvestitionen Sorgen über Finanzierung und Kapitalrendite macht, wird dies erst recht tun, wenn diese Summen noch einmal einen gewaltigen Sprung nach oben machen.
Mittwoch, 26.08.2026
DAX hat gerade eigene Themen – trotz Nvidia und Jackson Hole
Dass das ifo-Geschäftsklima steigt und der Ölpreis sinkt, interessiert den DAX aktuell mehr als die anstehenden US-Themen wie die Zahlen von Nvidia oder das Notenbanktreffen in Jackson Hole. Wenn der Ölpreis sinkt, lässt die Inflationsangst nach, und das nimmt Druck von der Zinsseite, die die Anleger zuletzt verunsicherte. Die Kursgewinne seit Wochenbeginn helfen dabei, die Angst vor einem negativen Ausgang der Top-Ereignisse in dieser Woche abzufedern.
Hohe Gelassenheit im Markt
Ein Puffer ist jedoch keine Versicherung gegen Kursverluste. Die Volatilität im DAX ist nahezu so niedrig wie nie zuvor in diesem Jahr. Ähnlich verhält es sich in den USA mit der Volatilität im S&P 500 Index. Es herrscht also wenig Angst im Markt – die Anleger blicken zuversichtlich auf den Ausgang der wichtigen Ereignisse in dieser Woche.
Nvidia: Ebenfalls geringe Schwankung erwartet
Anleger blicken zuversichtlich auf die Zahlen und erwarten für den heutigen Handelstag die geringste Kursschwankung der Aktie seit Jahren. Wir sehen also einen Markt, der kaum auf negative Ausreißer in der Bilanz vorbereitet ist. Darin liegt natürlich eine Gefahr – falls Nvidia nicht erneut abliefern sollte.
Dienstag, 25.08.2026
DAX: Ölpreisrückgang lockt zaghafte neue Käufer an
Ein leichter Ölpreisrückgang lockt vor den beiden Schlüsselereignissen Jackson Hole und den Nvidia-Zahlen zaghafte neue Käufer aufs Parkett. Die Anleger scheinen die Bereitschaft zu besitzen, die 26.000-Punkte-Marke halten zu wollen. Im Vorfeld dieser Ereignisse aufgebaute Positionen sind spekulativ: Sie bauen darauf, dass schon alles gut gehen wird. Darin liegt natürlich die Gefahr, dass die Unruhe an den Anleihemärkten wiederkehrt oder die Verkäufe bei KI-Aktien in eine neue Runde gehen, wenn Nvidia nicht liefert.
Zwei Belastungstests stehen noch an
Der echte Belastungstest steht erst noch an. Von Nvidia wird erwartet, dass es die Anleger beeindruckt. Das wird genauso wichtig sein wie Klarheit über den weiteren geldpolitischen Pfad aus Jackson Hole, um die Märkte auf dem aktuellen Niveau stabil zu halten.
USA schrecken vor China-Sanktionen zurück
Die US-Regierung scheint im Vorfeld der Zwischenwahlen bedacht darauf zu sein, keine neuen Unruheherde entstehen zu lassen. Im Irankonflikt tauscht man militärischen gegen wirtschaftlichen Druck, und vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten in den USA im September scheute die US-Regierung gestern vor indirekten Sanktionen gegen chinesische Firmen zurück, die mit dem Iran Geschäfte machen. Für die Anleger ist das Vermeiden neuer Sanktionen gegen China bereits eine Deeskalation. Die Ölpreise sind nicht gestiegen, sondern fallen, und das ist in dem sehr auf Inflationsgefahren bedachten Markt beruhigend.
Montag, 24.08.2026
DAX vor gleich dreifachem Belastungstest
Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat das für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen. Der Start in die neue Woche ist daher verständlicherweise verhalten: Schließlich steht ein gleich dreifacher Belastungstest an. Der DAX wird vor diesem Hintergrund beweisen müssen, ob die letzte Woche getestete Unterstützung bei 26.000 Punkten belastbar ist. Ein Rutsch unter 26.000 Punkte könnte zu einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen.
Zins-Nervosität bleibt vor Jackson Hole hoch
US-Notenbankchef Kevin Warsh unterscheidet sich vor allem in einem Punkt von seinen Vorgängern: seinem knappen Kommunikationsstil. Warsh steht unter dem Vorwurf, nicht genug gegen die Inflation tun zu wollen, seitdem er es im Juli ablehnte, einen klaren geldpolitischen Pfad bis zum Jahresende zu zeichnen. Dass das amerikanische Finanzministerium intervenieren musste, um den Renditeanstieg am langen Ende auf ein Zwei-Dekaden-Hoch einzufangen, wird auch ihm angekreidet. Der Druck ist also hoch. Ob sich an Warshs Stil in Jackson Hole allerdings etwas ändern wird, ist offen. Die Nervosität am Anleihemarkt dürfte sich vor diesem Hintergrund zunächst nicht legen.
Nvidias Zahlen werden zum Stresstest
KI-Investoren fordern stärker noch als vor sechs Monaten Gewissheit darüber ein, wie KI-Unternehmen ihre Rechnungen angesichts immer weiter wachsender Investitionen bezahlen wollen. Während alle Welt auf die Investitionen schaut, die in KI getätigt werden, sind die Quartalszahlen Nvidias immer ein guter Gradmesser für die Höhe der Nachfrage, die nach den entsprechenden Chips entsteht, die für den Ausbau von KI benötigt werden. Die meisten Kunden Nvidias haben dabei schon Quartalszahlen vorgelegt, und alles deutet auf eine erneut spektakuläre Bilanz hin. Die Frage ist daher weniger, ob Nvidia liefern wird, sondern vielmehr nur, wie der zunehmend anspruchsvollere Markt darauf reagieren wird.
Freitag, 21.08.2026
DAX: Pattsituation bei 26.000 Punkten
Was wir im DAX in dieser Woche gesehen haben, ist nicht viel mehr als ein technischer Rücksetzer zurück auf das alte Juli-Hoch bei 26.000 Punkten. Nun müssen die Käufer am heutigen kleinen Verfallstag beweisen, dass sie diesen Kurs bereits wieder als günstig und nicht mehr wie noch vor gut vier Wochen als viel zu teuer erachten. Die Dip-Käufer scheinen angesichts der Querelen am Anleihemarkt, die sich nicht vollends legen wollen, noch nicht so richtig motiviert zu sein.
Pattsituation am Markt
Der Gewinnschub der Unternehmen im zurückliegenden Vierteljahr tröstet über so manche Delle hinweg, die hohe Ölpreise, steigende Renditen und geopolitische Sorgen angerichtet haben. Der Eingriff des amerikanischen Finanzministeriums zur Senkung langfristiger Renditen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten gerade die 40-Billionen-Dollar-Grenze überschritten hat.
Bond-Bazooka Bessents mit Fragezeichen
Die Bond-Bazooka des amerikanischen Finanzministers kommt am Markt nicht so richtig gut an. Die Renditen sind gestern wieder gestiegen. Die Zweifel sind zu groß, was die Auswirkungen sein werden, wenn Regierungen und KI-Unternehmen alle gleichzeitig um die gleichen Kreditangebote buhlen müssen. Diese Gemengelage zwingt die DAX-Anleger gerade in eine gewisse Pattsituation.
Donnerstag, 20.08.2026
DAX: Zweifelhafter Richtungswechsel bei US-Renditen
DAX-Anleger blicken mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge auf den schnellen Richtungswechsel am amerikanischen Anleihemarkt: Die allgemeine Stimmung hellt sich auf – aber während die Renditen in den USA wieder fallen, bleiben sie in Deutschland hoch. Die Goldpreis- und Krypto-Preissteigerungen des gestrigen Tages lassen durchblicken, dass die Anleger nach Alternativen zum US-Dollar Ausschau halten und dem politischen Treiben in Washington zunehmend mit Skepsis gegenüberstehen.
Suche nach politischen Erfolgen
Die US-Regierung braucht vor den Zwischenwahlen schnelle politische Erfolge, und vielleicht ist die Intervention des US-Finanzministeriums gegen steigende Renditen dadurch motiviert. Der Eingriff zeigt Wirkung: Die Renditen fallen genauso schnell, wie sie gestiegen sind. Die Intervention darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt weiterhin anderer Meinung sein dürfte. Die Vorzeichen für steigende Renditen sind unverändert intakt – der Irankrieg bleibt ungelöst, die Staatsschulden wachsen weiter. So bleibt für die Märkte nur ein Aufatmen – mit Fragezeichen.
Finanzierung aus dem Defizit heraus
Das amerikanische Finanzministerium nutzt für die Käufe von langlaufenden Staatsanleihen ein Programm, das ursprünglich in einer Zeit ins Leben gerufen wurde, als die US-Regierung noch einen Überschuss im Haushalt ausweisen konnte. Das ist schon mehr als zwei Jahrzehnte her. Nun müssen die Käufe von Staatsanleihen aus dem bereits defizitären Budget heraus finanziert werden – eine zweifelhafte Übung. Es ist unklar, wie dies geschehen soll. Typischerweise nutzt das Ministerium dafür aber kurzlaufende einjährige Anleihen. Die Regierung kauft sich nur Zeit – eine strukturelle Lösung ist das nicht.
Dienstag, 18.08.2026
DAX wegen Rendite-Ruck unter Druck
Die Märkte kommen seit Monaten mit langsamen, berechenbaren Renditeanstiegen zurecht. Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten aber Episoden ruckartiger Renditeanstiege, begleitet von Kursverlusten bei Aktien. Nun ist es wieder soweit: Der Rendite-Ruck bringt die Zuversicht der DAX-Anleger ins Wanken. Bei gut 26.500 Punkten bleibt der Deckel auf dem DAX. Die Konsolidierung der letzten Tage konnte nicht entschieden nach oben aufgelöst werden. Wenn die kurzfristigen Momentum-Trader abspringen, drohen Kursverluste. Bei weiteren Verkäufen sind Kursrückgänge bis 26.000 Punkte technisch nicht auszuschließen.
Rendite-Ruck verunsichert die Anleger
Der neuerliche Ölpreisanstieg unterstreicht, dass eine friedliche Lösung zwischen dem Iran und den USA nach wie vor genauso wenig gefunden ist wie eine Antwort auf die Frage, wie mit dem Seeverkehr durch die Straße von Hormus in Zukunft verfahren werden soll. Die Renditen steigen an, die Märkte können Inflationssorgen nicht gänzlich abstreifen. Das einzig Gute am Renditeanstieg ist, dass jene Renditen am kurzen Ende nicht so stark steigen wie am langen Ende – allerdings nur, weil die Märkte keine unmittelbare Gefahr einer Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank mehr sehen.
Schulden belasten den Ausblick
Gerade darin liegt aber auch ein Grund für den Renditeanstieg am langen Ende: Die Märkte fürchten auch wegen der Zurückhaltung der Fed höhere Inflation, reagieren auf ausufernde Staatsschulden und versuchen, auch den zunehmend fremdkapitalfinanzierten KI-Ausbau zu würdigen. Wird die Fed bereit sein, der Inflation entschieden entgegenzutreten? Am Anleihemarkt ist man weitaus skeptischer, was die Beantwortung dieser Frage angeht, als auf der Aktienseite. Der Zins-Blues lässt die Temperaturen an der Börse gerade um ein paar Grad auf einmal absinken.
Montag, 17.08.2026
DAX in Tuchfühlung zu seinen Rekordkursen
Nachlassende Zinsangst und eine starke Berichtssaison geben dem DAX zu Wochenbeginn Rückenwind. Bei täglich weiter nachlassenden Schwankungen notiert der Index in Tuchfühlung mit den erst vergangene Woche erreichten Rekordständen. Anleger setzen darauf, dass aus politischen Gründen vor den Zwischenwahlen in den USA weder eine neue Eskalation in Nahost noch eine Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank droht.
Hohes Gewinnwachstum festigt Anlegervertrauen
Acht Komma eins Prozent seit Januar – das ist das Votum eines Marktes, der entgegen den geopolitischen Unwägbarkeiten zunehmend von Sorglosigkeit geprägt ist. Die endende Berichtssaison bestärkt die Anleger in einer Sache: Die Dramatik des Nahostkonflikts findet in den Schlagzeilen statt, nicht so sehr in den Unternehmensbilanzen. Außerdem profitiert der DAX besonders von einer doppelten Gegenbewegung alter Favoriten: SAP und Rheinmetall führen die Gewinnerliste der DAX-Aktien auf Monatsfrist an – in genau dem Zeitraum, in dem der Index zu der jüngsten Rekordfahrt ansetzte.
Zinsangst legt sich
Nach schwachen Inflationsdaten hat sich die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank von 60 % auf 30 % halbiert. Es wird nun immer wahrscheinlicher, dass die amerikanische Notenbank keine Zinsanhebung mehr vor den wichtigen Zwischenwahlen im November durchführen wird – ein Narrativ, das den Risikoappetit der Anleger gerade bei Technologieaktien befeuert. Auch Gold profitiert. Zehn Komma fünf Prozent Plus im Goldpreis seit Monatsanfang – der Markt sieht wiederholte Anrufe des US-Präsidenten bei Kevin Warsh als Bestätigung für wachsende Zweifel an der Bereitschaft der Fed, wirklich entschieden etwas gegen die Inflation tun zu wollen.
Freitag, 14.08.2026
DAX: Anleger streifen makroökonomische Sorgen ab
Die Anleger haben in den vergangenen beiden Wochen ihre makroökonomischen Sorgen abgestreift und blicken wieder ähnlich optimistisch in die Zukunft wie vor Beginn des Iran-Kriegs. Sie sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt. Dennoch ist über 26.500 Punkten im DAX kurzfristig der Deckel drauf. Der Markt wartet auf neue Impulse.
Zurückhaltung vor dem Wochenende
Während die Finanzmärkte mit einem wirtschaftlichen Druckaufbau gegen den Iran weitaus besser zurechtzukommen scheinen als mit weiteren militärischen Maßnahmen, bleibt vor dem Wochenende hohe Unsicherheit darüber bestehen, wie diese Maßnahmen am Ende wirklich ausgestaltet sein werden. Ein wenig Zurückhaltung ist bei den Anlegern vor dem Wochenende daher zu spüren.
Iran spielt auf Zeit
Der Iran scheint auf Zeit zu spielen. Da die Zwischenwahlen nahen, scheuen sich die USA vor weiteren militärischen Aktionen, die im eigenen Land sehr unbeliebt geworden sind. Ob die neuen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen den Iran ausreichen werden, um eine Lösung im Konflikt herbeizuführen, muss sich erst noch zeigen. Der Ölpreis hat sich ziemlich genau in der Mitte der Handelsspanne der Sommermonate eingefunden. Das ist insofern ein neutraler Preis: Die Energiehändler warten ab und harren der Dinge, die da kommen mögen.
Donnerstag, 13.08.2026
DAX springt von Rekord zu Rekord
Nach einem Jahr Pause zeigt der DAX Charakteristiken eines Bullenmarktes: Der Index steigt fast unbemerkt, aber nachdrücklich. Punktegewinne bleiben klein, dennoch entstehen fast im Tagestakt Rekorde. Wer sofort dabei sein möchte, ist zum Einstieg gezwungen; Rücksetzer bleiben aus. Weder Unruhen in Nahost noch Zinssorgen oder hitzebedingte Belastungen der deutschen Wirtschaft erzeugen günstigere Einstiegskurse. Immer mehr Anleger beschleicht die Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht einsteigen – das berühmte FOMO baut sich auf.
Inflationsdaten im Blick
Heute sind alle Augen auf die Inflationsdaten aus den USA gerichtet. Während die Daten die Erwartung beeinflussen könnten, wann die amerikanische Notenbank an der Zinsschraube drehen könnte, werden sie kaum dazu beitragen können, das Zinsgespenst völlig vom Parkett zu verdrängen. Die heutigen Daten werden kaum von der Tatsache ablenken können, dass die Fed nun schon mehrere Jahre in Folge ihr offizielles Inflationsziel von 2 % verfehlt hat.
Rechenleistung soll eigene Anlageklasse werden
Rechenleistung bleibt allen Unkenrufen zum Trotz knapp und gefragt. Dass Nvidia ohne ein einziges „Nein“ von Investmentgesellschaften von Rang 500 Milliarden USD sichern kann, um Rechenleistung investierbar zu machen, zeigt, wie hoch die KI-Nachfrage nach wie vor eingeschätzt wird. Data-Center-IPOs erzeugen höchstes Interesse. Eine ganze Reihe guter Nachrichten hat den Anlegern wieder Appetit auf KI-Aktien gemacht.
Dienstag, 11.08.2026
DAX-Dynamik bleibt trotz kurzfristiger Pause hoch
Die Nachrichtenlage in Nahost bleibt wie gewohnt wechselhaft, Zentralbanken und Politik sind in der Sommerpause, neue Impulse sind Mangelware: Der DAX hangelt sich von Handelstag zu Handelstag. Die technische Lage des DAX bleibt dennoch dynamisch. Schließlich steht die Frage im Raum, ob der Index an seinen Aufwärtstrend der Jahre 2023 und 2024 anknüpfen kann, nachdem die Kurse nun drauf und dran sind, eine einjährige Seitwärtsphase aufzulösen. Gesundes Gewinnwachstum trotz hoher Energiepreise, gepaart mit moderaten Bewertungen und zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld für den DAX.
Nahost: Neue Forderungen der USA
Anleger haben sich an die Situation zwischen Hoffen und Bangen im Nahostkonflikt gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen. Resilienz ist aber nicht gleichbedeutend mit Immunität: Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann jederzeit blitzschnell drehen. Die USA scheinen mit herannahendem Wahlkampf der Zwischenwahlen wirtschaftlichem Druck gegenüber neuen militärischen Aktionen den Vortritt zu geben. Ob das allerdings genügt, die Situation zu beruhigen, muss sich erst noch zeigen.
Wann handelt Warsh?
Das Warten auf die Inflationsdaten von morgen prägt den Handel von heute. Eines hat der neue Chef der amerikanischen Notenbank Kevin Warsh durch seinen neuen Stil kurzer und prägnanter Rhetorik bereits geschafft: Daten gewinnen an Bedeutung, aber der Markt wirft auch nach schwachen Arbeitsmarktdaten die Erwartung von Zinsanhebungen nicht generell über Bord. Er vertagt sie nur. Das wird bei schwachen Inflationsdaten – sollten sie kommen – nicht anders sein. Warsh hat schließlich klar gemacht: Er wird die Inflation bekämpfen. Die Frage ist nur, wann. Es ist noch möglich, dass er auf Zeit spielt und die Zwischenwahlen abwarten will. Mehr ist aber zurzeit nicht drin.
Montag, 10.08.2026
DAX profitiert von nachlassenden Zinssorgen
Nachlassende Zinsängste nach schwächeren US-Jobdaten festigen den DAX-Ausbruch über 26.000 Punkte. Der Ausbruch aus der einjährigen Seitwärtsspanne nimmt Gestalt an. Die neue Zuversicht kommt aber nicht ohne Risiko. Der Ölpreis steigt nach einer weiteren Woche ohne Fortschritte in den Gesprächen im Irankonflikt erneut an. Der Ausbruch im DAX scheint jedoch sukzessive Käufer anzulocken, die aus technischen Gründen einsteigen, was den Index ein wenig resilienter gegenüber jeder Nachricht aus dem Iran zu machen scheint.
Jobdaten lindern Zinsängste
Die Arbeitsmarktdaten aus den USA haben dazu beigetragen, die Zinssorgen für die September-Sitzung der amerikanischen Notenbank zumindest etwas zurückzudrängen. Über die Entscheidung, ob die Fed an der Zinsschraube dreht oder nicht, könnte man allenfalls weiterhin eine Münze werfen. Jetzt liegt die Chance für eine weitere Pause der Fed im September bei 54 % und nicht mehr knapp unter 50 %. Aufgeschoben ist daher nicht aufgehoben: Der Markt rechnet später im Jahr damit, dass die Fed noch einmal aktiv werden könnte.
Inflationsdaten in dieser Woche im Blick
Nach den Arbeitsmarktdaten ist vor den Inflationsdaten: Die Zahlen in dieser Woche werden erneut dazu beitragen, die Zinserwartungen zu prägen. Temporär sehen wir jedoch zumindest ein wenig neues Interesse an Technologie- und KI-Aktien. Von der einstigen Euphorie ist aber nicht mehr viel übrig. Zu viele Anleger haben sich bei den teilweise heftigen Kursverlusten der letzten Wochen die Finger verbrannt und sehen von neuen Käufen ab.
Freitag, 07.08.2026
DAX: Wie fragil ist das Rekordhoch?
Festzuhalten ist: Der DAX hat in dieser Woche das alte Rekordhoch aus dem Juli überboten. Technisch valide ist der Kursausbruch jedoch erst, wenn die Kursgewinne ins Wochenende gerettet werden können. Unter 25.900 Punkten droht eine Bullenfalle zuzuschnappen – und ein erneuter Rückfall der Kurse. Ein Jahr lang dachten die Anleger, der DAX sei bei rund 26.000 Punkten eher zu teuer bewertet. Wie entschlossen die Anleger an die neue Aufwärtsbewegung im DAX glauben, wird sich heute Nachmittag zeigen. Zwischen dem aktuellen Kurs und dem Wochenende liegt noch der wichtige Arbeitsmarktbericht aus den USA, der alles verändern kann.
Volatilität zu erwarten
Heute steht alles im Zeichen der Arbeitsmarktdaten aus den USA, weil sie Einfluss nehmen könnten, ob die Marktteilnehmer eine Zinsanhebung im September durch die amerikanische Notenbank überhaupt noch für wahrscheinlich erachten. Heute Nachmittag könnte es daher auch an der Frankfurter Börse kurzfristig größere Kursschwankungen geben.
Amerikanische Notenbank besitzt ein Doppelmandat
Der Ölpreis liegt bei 80 und nicht mehr bei 100 Dollar, was die Inflationsrisiken etwas lindern dürfte. Auf einen Abwärtstrend bei den Energiepreisen ist in diesen Tagen aber kein Verlass. Zu fragil sind die immer wieder anberaumten, dann aber doch ohne belastbares Ergebnis versandenden Gespräche der Konfliktparteien am Persischen Golf. Die amerikanische Notenbank wird weiterhin zwischen ihren beiden Mandaten abwägen müssen und kann den Arbeitsmarkt nicht außer Acht lassen. Ein stärkerer Arbeitsmarktbericht würde die Gewissheit zementieren, dass die Zinsen ihren Gipfel wohl noch nicht erreicht haben.
Donnerstag, 06.08.2026
DAX legt Pause ein – Flashcrash in Südkorea
Die DAX-Rally legt eine Pause ein – angesichts eines Kursanstiegs von gut 5% in zwei Wochen eine durchaus gesunde Entwicklung. Die Quartalszahlen, die Resilienz der Unternehmen gegenüber Energiepreissteigerungen demonstrieren, fallen zwar insgesamt positiv aus, es gibt aber immer wieder negative Ausreißer, was die Stimmung kurzfristig belastet. SDAX und MDAX können sich im Gegensatz zum globaler aufgestellten DAX nicht nach oben lösen, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in Deutschland ausdrückt. Niedrigwasser und Sorgen um die Nachhaltigkeit der Waffenruhe in Nahost belasten die Investorenstimmung für den Standort Deutschland.
Hoffnung auf erneute Zinspause
Dass der Ölpreis wieder eine Kehrtwende nach unten vollzieht, bringt die Hoffnung zurück, dass es bei den geldpolitisch konservativen Worten Kevin Warshs bleiben wird und die amerikanische Notenbank eine Zinsanhebung im September vermeiden kann. Die Aufmerksamkeit verlagert sich nun auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag. Ein Doppelmandat verpflichtet die Fed, neben der Preisstabilität auch den Arbeitsmarkt im Blick zu behalten. Schwache Jobdaten könnten Mehrheiten für einen Zinsschritt im September in Frage stellen.
KI-Volatilität noch nicht ausgestanden
Die SK-Hynix-Aktie erlebt zur Handelseröffnung in Seoul einen Flash Crash um gut 30%. Der Schweinezyklus bei Speicherchipherstellern hat in der Vergangenheit schon viele Anleger Geld gekostet, und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die aktuelle Situation trotz massiver Nachfrage durch KI-Rechenzentren eine Ausnahme darstellen wird. Sonnte sich die südkoreanische Börse monatelang in ihrem eigenen Erfolg, geht es mittlerweile nur noch darum, den Schaden zu begrenzen. In den letzten Tagen gab es zahlreiche Maßnahmen, die dazu dienen sollen, den Markt zu beruhigen. Diese führten aber auch dazu, dass das Handelsvolumen stark nachgelassen hat. Dadurch sinkt die Liquidität im Orderbuch. Dann genügt bereits eine größere Order, um den Kurs stark nach unten zu bewegen – weil auf der Käuferseite Orders in verhältnismäßig geringerer Stückzahl und Größe zur Verfügung stehen. Auch wenn niemand sagen kann ob sich das wiederholt - der Flash Crash bei SK Hynix ist weniger ein isoliertes Einzelereignis als ein Warnsignal für die weiterhin fragile Verfassung dieses Segments der KI-Aktien.
