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Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Freitag, 23.01.2026
DAX macht Hälfte der Verluste wett – Berichtssaison zentrales Thema
Wirft man alle dominanten Faktoren des noch jungen Börsenjahrs 2026 in einen Topf – die Grönland-Angst, die nachlässt, die Zolldrohungen, die zurückgenommen wurden, das Rekordhoch nach der längsten DAX-Gewinnserie in der Geschichte – dann befindet sich der DAX bei rund 24.900 Punkten in einem neutralen Bereich. Es ist exakt die Mitte zwischen Jahrestief und Rekordhoch. Für einen Anstieg über 24.900 Punkte wollen die Anleger jetzt die Rückversicherung der Unternehmen haben, dass ihre starken Gewinnerwartungen für 2026 realistisch sind. Die nachlassende Grönland-Angst eröffnet Anlegern dabei die Möglichkeit, sich stärker der anstehenden Berichtssaison zu widmen.
Berichtssaison im Blick
DAX-Anleger rechnen für das kommende Jahr mit einem Gewinnwachstum der 40 DAX-Konzerne von 15 % – mehr als im S&P 500 Index, der 2026 wohl nur auf ein Plus von etwa 13,5 % kommt. Angesichts milliardenschwerer Infrastruktur- und Rüstungsprogramme der Bundesregierung setzen Anleger auf ein Comeback der deutschen Wirtschaft. Sollten die Unternehmenszahlen diesen Erwartungen jedoch nicht standhalten, könnte der derzeitige Optimismus schnell kippen.
Nicht nur FOMO treibt den Goldpreis
Der Goldpreis nähert sich in großen Schritten der 5.000 Dollar Marke. Bei den Edelmetallen gilt: Dabei sein ist alles – und die Angst, eine historische Rally zu verpassen, dürfte ein zunehmender Kurstreiber hinter den Anstiegen sein. Gold-Anleger werden jedoch auch fast im Tagesrhythmus mit guten Nachrichten versorgt – zuletzt durch die Ankündigung der polnischen Zentralbank, weitere 150 Tonnen Gold kaufen zu wollen. Zentralbanken und Privatanleger bieten bei Gold um die Wette, und das treibt den Preis immer schneller nach oben. 5000 Dollar im Gold und 100 Dollar im Silber - das scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Jochen Stanzl ist der neue Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er ab sofort seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
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Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
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Der DAX startet turbulent ins neue Jahr. Nach einem starken Auftakt hat der Index inzwischen seine gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben – ausgelöst durch neue Zolldrohungen von US-Präsident Trump, die die nervösen Märkte verunsichert haben. Die Warnung vieler Experten, dass Anleger außergewöhnlich gering abgesichert sind, hat sich damit als richtig erwiesen: Die unerwartete Zolldrohung führte zu einem dramatischen Rücksetzer.
Am grundlegenden Trend ändert das jedoch wenig – sofern die Zolldrohungen nicht in konkrete Maßnahmen münden. Denn die Kräfte, die die alte Industrie zurück auf die Favoritenlisten der Anleger bringen, wirken weiter mit hoher Dynamik.
Die Explosion bei KI‑Rechenzentren bleibt der zentrale Treiber. Die dafür benötigten Serverfarmen verschlingen enorme Mengen an Kupfer, Aluminium, Nickel, Silber, Beton und Seltenen Erden. Kupfer und Silber markieren Rekordstände, weil das Angebot begrenzt ist und Jahre der Unterinvestition nun Engpässe schaffen. Die alte Industrie profitiert unmittelbar und nachhaltig von dieser Entwicklung.
Gleichzeitig stützen massive staatliche Investitionsprogramme weltweit den Trend. Infrastruktur, Energie und Rüstung werden mit Milliarden gefördert – nicht nur in den USA und in Deutschland. Neue Fabriken für Rüstungsprojekte erhöhen den Kapitalbedarf und stärken auch den Bankensektor.
2025 erlebten Value-Aktien ein Comeback nach 8 Jahren Tech-Dominanz. Die neuen Schwerpunkte – Industrie, Bau, Rüstung, Infrastruktur und KI‑Rechenzentren – wirken wie maßgeschneiderter Rückenwind für diese Unternehmen.
Hier spielt der DAX seine besondere Stärke aus: Kaum ein anderer Index ist so stark mit Industrie-, Bank- und Rüstungswerten besetzt. Die Zusammensetzung des Index trifft exakt den Nerv der Zeit – entsprechend stark fiel der Anstieg zum Jahresstart aus, bevor die jüngsten Zolldrohungen ihn ausbremsten.
Außerdem gibt es viele Anleger, die nicht mit jeder Aktion von US‑Präsident Trump einverstanden sind. Wegen Venezuela, Grönland, den wiederholten Zolldrohungen oder wachsenden Zweifeln an der Wahrung der Unabhängigkeit der US‑Notenbank – die Liste ist lang – halten sie Ausschau nach Alternativen zu US‑Aktien, wovon der DAX strukturell profitiert.
Fazit: Die Renaissance der alten Industrie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines gezielten Kalküls taktischer Anleger, steigenden Rohstoffbedarfs, massiver staatlicher Investitionsprogramme, geopolitischer Realitäten und des KI‑Rechenzentrumsbooms. Für Anleger bleibt der DAX damit einer
der großen Gewinner – solange sich die politischen Risiken nicht materialisieren.
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Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.