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Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Dienstag, 06.10.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX kommt ins Stocken
Die Treiber des DAX sind im Wesentlichen drei Dinge: Der Ölpreis von über 100 Dollar und die zunehmende Verknappung von Diesel, die hohen Verluste bei Anleihen und vor allem das Auseinanderdriften französischer und deutscher Renditen sowie wachsende Besorgnisse um die politische Stabilität in Europa unter anderem nach angekündigten Neuwahlen in Spanien.
Schnelle Abwertung des Euro
Niemand kann im Moment sagen, wann die schnelle Abwertung des Euro in dieser Gemengelage enden wird. Im Endeffekt führt das alles zu einer Situation, die internationale Investoren einen großen Bogen um Euroaktien machen lässt. Einziger Trost: Die Spekulationen verdichten sich, dass die Europäische Zentralbank im Oktober nicht wieder an der Zinsschraube dreht, um eine bereits angespannte Situation nicht noch weiter zu verschlimmern.
Techaktien steigen kräftig
Ein neues Rekordhoch im Nasdaq demonstriert Zuversicht, dass die Nachfrage nach KI sich weiterhin stark entwickelt. Damit werden ein wenig auch schon gute Monatsumsätze von TSMC am Donnerstagmorgen vorweggenommen. Diese Monatszahlen sind ein erster Ausblick auf die kommende Berichtssaison und nach vier Monaten Wachstumsbeschleunigung hoffen Anleger bei TSMC nun auf eine Fortsetzung der Serie. Alles andere könnte weltweit Gewinnmitnahmen bei Tech-, Halbleiter- und KI-Aktien zur Folge haben.

Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Vierteljahrhundert.
Rechtliche Hinweise
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Anbieter:
BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Standort Nürnberg: Bahnhofstraße 55 90402 Nürnberg
Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
Sitz: Nürnberg HRB Nürnberg 31129 USt-IdNr. DE191528929 BIC: CSDBDE71 | BLZ: 760 300 80
Kennen Sie das Gefühl, wenn man merkt, dass die Spielregeln plötzlich geändert wurden? Genau so geht es derzeit vielen Kapitalmarktexperten. Robert Halver von der Baader Bank bringt es im Consorsbank Podcast „Deep in the Money“ auf den Punkt: Die Ära der stabilen Preise, wie einige es noch aus Nachkriegszeit kennen, könnte vorbei sein.
Was bedeutet das konkret für Ihr Geld? Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch:
Die neue Strategie der Notenbanken: Bisher war es das Ziel der Zentralbanken (die Institutionen, die Geldmenge und Zinsen steuern), die Inflation aktiv zu bekämpfen. Halver glaubt jedoch, dass dies nicht mehr möglich ist.
Bei einer weltweiten Verschuldung von über 300 Billionen Dollar sei es „finanzmathematisch“ kaum machbar, diese Schulden klassisch zurückzuzahlen. Die Vermutung: Man lässt die Inflation bewusst zu, damit die reale Last der Staatsschulden mit der Zeit „aufgefressen“ wird.
Zinspapiere vs. Aktien: Wer heute stark auf Zinspapiere (wie z. B. Staatsanleihen oder Festgeld) setzt, geht laut Halver ein hohes Risiko ein. Warum? Weil die nominalen Zinsen – also der reine Prozentsatz, den die Bank verspricht – oft kaum die Inflationsrate ausgleichen.
Die Alternative: Aktien. Unternehmen können steigende Kosten oft durch höhere Preise an Kunden weitergeben und so einen natürlichen Inflationsausgleich schaffen. Ein Beispiel: Der US-Index S&P 500 (die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen) hat sich seit der Finanzkrise 2008 verzehnfacht.
KI-Boom: Mehr als nur ein Hype? Viele fragen sich, ob wir bei der künstlichen Intelligenz (KI) in einer Blase stecken, ähnlich wie beim Dotcom-Krach um die Jahrtausendwende. Halver sieht das anders. Da KI ein geopolitischer Wettlauf zwischen den USA und China ist, wird der Investitionszyklus (prognostiziert über 1.000 Milliarden Dollar im nächsten Jahr) langfristig intakt bleiben. Der entscheidende Unterschied zur damaligen Internetblase: Die Technologie wird bereits heute aktiv geliefert und genutzt.
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