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Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Montag, 04.05.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX: 24.000 Punkte haben gehalten – Trend trotzdem nicht erkennbar
Die Kurserholung im DAX vor dem verlängerten Wochenende wirkt für sich betrachtet imposanter, als sie im Gesamtkontext eines nach wie vor nicht vorhandenen Trends in Wirklichkeit ist. Der Ölpreis ist immer noch hoch, die Lage an der Straße von Hormus nach wie vor ungeklärt. Und neue Zolldrohungen belasten die Stimmung. Der DAX tritt nun in eine saisonal eher schwache Börsenphase ein, während das jahreszeitliche Muster ihn bisher eher stützte. Unter dem Strich könnte sich die Schaukelbörse im DAX also fortsetzen. Für einen direkten Durchmarsch in Richtung Allzeithoch fehlt dem DAX wohl die Kraft, solange der Ölpreis nahe 120 Dollar notiert. Ein Trend im DAX ist weiter nicht erkennbar.
Nervosität am Ölmarkt wächst
Anleger schöpfen kurzfristig Kraft aus dem Umstand, dass der Ölpreis zwar bis auf 120 Dollar anstieg, diese seit Kriegsbeginn gültige Preisgrenze aber nicht nach oben durchschritten hat. Die 120-Dollar-Marke im Ölpreis ist eine Art Gradmesser für die Stimmung am Energiemarkt. Ein Pendeln des Preises zwischen 100–120 Dollar scheinen die Märkte zu akzeptieren. Die westlichen Lagerbestände leeren sich Tag für Tag ein Stückchen weiter und ein Anstieg über 120 Dollar bleibt damit nur eine Frage der Zeit, wenn die Seefahrt durch die Straße von Hormus blockiert bleibt.
Alle Augen auf Hormus
Anleger blicken skeptisch auf die von US-Präsident Trump angekündigte Rettungsaktion gestrandeter Schiffe aus dem Persischen Golf. Die große Frage ist, ob sich überhaupt ein Schiff auf den Weg durch die Straße von Hormus machen wird, solange die Fragen der Versicherung und der Sicherheit nicht vollends geklärt sind. Die Börsen tendieren dazu, nicht mehr auf Trumps Worte zu reagieren – sie wollen Taten und Ergebnisse sehen, bevor sie reagieren..
Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
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Die Straße von Hormus ist eine schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Rest der Welt. Was weit weg klingt, hat direkte Folgen für unseren Alltag. Denn durch diese Passage wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Gases transportiert. Wird sie blockiert oder unsicher, spürt das die ganze Welt sofort.
Seit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran steht die Straße von Hormus im Zentrum der Aufmerksamkeit. Tanker fahren nur zögerlich oder gar nicht. Versicherungen sind teuer, Crews fühlen sich unsicher. Die Folge: Weniger Öl, Gas, Helium und Düngemittel erreichen den Weltmarkt. Und wenn das Angebot knapper wird, steigen die Preise.
Hohe Energiepreise treffen zuerst die Menschen an den Tankstellen. Öl und Gas werden aber auch für Transport, Strom und Produktion gebraucht. Steigen die Kosten etwa für Diesel, verteuert das auch die Preise für den Transport von Lebensmitteln in die Supermärkte. Beides – hohe Tankstellenpreise und steigende Lebenshaltungskosten – belastet die Wirtschaft. Für Länder wie Deutschland, die viel Energie importieren, ist das besonders problematisch
An den Börsen zeigt sich das sofort. Steigende Ölpreise schüren die Angst vor Inflation. Zentralbanken könnten gezwungen sein, Zinsen länger hochzuhalten oder sogar zu erhöhen. Kredite werden teurer, Investitionen schwieriger. Deshalb reagieren Aktienmärkte empfindlich auf jede Nachricht rund um Hormus.
Zwar hoffen viele Anleger auf eine diplomatische Lösung. Waffenruhen und Gespräche sorgen immer wieder für Erleichterung. Doch solange unklar ist, ob und wie sicher die Meerenge dauerhaft geöffnet bleibt, bleibt auch das Risiko hoch. Selbst eine schnelle Entspannung würde die Lage nicht sofort normalisieren. Im Persischen Golf stecken hunderte Schiffe fest. Lieferketten brauchen Zeit, um wieder reibungslos zu laufen.
Die Straße von Hormus ist deshalb mehr als ein regionales Nadelöhr. Sie ist ein Hebel für Energiepreise, Inflation und Wachstum weltweit. Ob beim Tanken, bei der Heizrechnung oder an der Börse: Was dort passiert, betrifft uns alle.
Die Anleger glauben dennoch an einen diplomatischen Ausgang des Irankriegs und blicken über die Wachstumsdelle hinweg, die von hohen Energiepreisen und Unterbrechungen von Lieferketten verursacht wurde.
Weltweit breit aufgestellte Indizes wie der MSCI World Index oder der FTSE All World Index sind auf neue Rekordstände gestiegen. Für langfristig orientierte Anleger mit Sparplan zeigt sich einmal mehr: Kurzfristige Krisen beeinflussen die Märkte, verändern aber selten den langfristigen Trend.