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Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Montag, 02.02.2026
DAX im „Risk-Off“-Modus – Edelmetall-Ausverkauf geht weiter
Der Weg des geringsten Widerstands scheint für den DAX aktuell nach unten zu führen. Die überraschende Nominierung eines potenziell konservativen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank durch US-Präsident Trump hat die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Eigentlich war erwartet worden, dass US-Präsident Trump alles tun würde, um eine Powell Nachfolge einzusetzen, die für schnell fallende Leitzinsen steht. Nun scheinen die Anleger nicht schnell genug aus dem Risiko gehen zu können; selbst Edelmetalle bieten keinen Halt mehr. Die Devise lautet: „Cash Is King“.
Ansteckender Ausverkauf
Die auch durch Erhöhungen von Sicherheitsanforderungen der Terminbörsen ausgelösten Kursverluste der Edelmetalle – bei Silber die höchsten jemals an einem einzelnen Tag gemessenen – lösen automatische technische Verkäufe in anderen Vermögenswerten aus, obwohl diese mit der starken Kurskorrektur dort nichts zu tun haben. Zuletzt waren zu viele Anleger in Edelmetalle investiert und wurden von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen. Nun müssen sie andere Depotpositionen verkaufen, um die Verluste bei den Metallen zu decken.
Warsh-Nominierung erzwingt Marktbewegung
Kevin Warsh gilt als konservativer Ökonom, der seine Stelle als Fed-Gouverneur 2011 deshalb vorzeitig niederlegte, weil er mit dem Ankauf von Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank nicht einverstanden war. Seither hat er sich explizit für eine deutliche Verkleinerung der Bilanz ausgesprochen. Sollte Warsh Vorsitzender der amerikanischen Notenbank werden, könnte er schnell Schritte ergreifen, um die Bilanz zu verkleinern. Auf diesem Wege könnte er dem Wunsch des US-Präsidenten entsprechen, die Leitzinsen zu senken – jedoch anders, als es die Anleger erwartet hatten: durch eine gleichzeitige Entnahme von Liquidität über den Abbau der Bilanz. Anleger hatten sich schon fest darauf eingestellt, dass die Fed unter einem neuen Vorsitz alle Geldschleusen öffnen würde. Nun dürfte das im schlimmsten Fall wohl nur unter starken Einschränkungen – oder gar nicht mehr - zu erwarten sein.
Jochen Stanzl ist der neue Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er ab sofort seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
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Der DAX startet turbulent ins neue Jahr. Nach einem starken Auftakt hat der Index inzwischen seine gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben – ausgelöst durch neue Zolldrohungen von US-Präsident Trump, die die nervösen Märkte verunsichert haben. Die Warnung vieler Experten, dass Anleger außergewöhnlich gering abgesichert sind, hat sich damit als richtig erwiesen: Die unerwartete Zolldrohung führte zu einem dramatischen Rücksetzer.
Am grundlegenden Trend ändert das jedoch wenig – sofern die Zolldrohungen nicht in konkrete Maßnahmen münden. Denn die Kräfte, die die alte Industrie zurück auf die Favoritenlisten der Anleger bringen, wirken weiter mit hoher Dynamik.
Die Explosion bei KI‑Rechenzentren bleibt der zentrale Treiber. Die dafür benötigten Serverfarmen verschlingen enorme Mengen an Kupfer, Aluminium, Nickel, Silber, Beton und Seltenen Erden. Kupfer und Silber markieren Rekordstände, weil das Angebot begrenzt ist und Jahre der Unterinvestition nun Engpässe schaffen. Die alte Industrie profitiert unmittelbar und nachhaltig von dieser Entwicklung.
Gleichzeitig stützen massive staatliche Investitionsprogramme weltweit den Trend. Infrastruktur, Energie und Rüstung werden mit Milliarden gefördert – nicht nur in den USA und in Deutschland. Neue Fabriken für Rüstungsprojekte erhöhen den Kapitalbedarf und stärken auch den Bankensektor.
2025 erlebten Value-Aktien ein Comeback nach 8 Jahren Tech-Dominanz. Die neuen Schwerpunkte – Industrie, Bau, Rüstung, Infrastruktur und KI‑Rechenzentren – wirken wie maßgeschneiderter Rückenwind für diese Unternehmen.
Hier spielt der DAX seine besondere Stärke aus: Kaum ein anderer Index ist so stark mit Industrie-, Bank- und Rüstungswerten besetzt. Die Zusammensetzung des Index trifft exakt den Nerv der Zeit – entsprechend stark fiel der Anstieg zum Jahresstart aus, bevor die jüngsten Zolldrohungen ihn ausbremsten.
Außerdem gibt es viele Anleger, die nicht mit jeder Aktion von US‑Präsident Trump einverstanden sind. Wegen Venezuela, Grönland, den wiederholten Zolldrohungen oder wachsenden Zweifeln an der Wahrung der Unabhängigkeit der US‑Notenbank – die Liste ist lang – halten sie Ausschau nach Alternativen zu US‑Aktien, wovon der DAX strukturell profitiert.
Fazit: Die Renaissance der alten Industrie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines gezielten Kalküls taktischer Anleger, steigenden Rohstoffbedarfs, massiver staatlicher Investitionsprogramme, geopolitischer Realitäten und des KI‑Rechenzentrumsbooms. Für Anleger bleibt der DAX damit einer
der großen Gewinner – solange sich die politischen Risiken nicht materialisieren.
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Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.