Nutzen Sie die Expertise von Profis
Mit dem Investmentkonto lassen Sie Ihre Anlage von erfahrenen Experten managen.

Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Freitag, 04.09.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX: Ist der Zins-Blues ausgestanden?
Der Zins-Blues der vergangenen Tage hat den DAX gehörig durchgeschüttelt, aber Signale aus der amerikanischen Notenbank sowie die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten erzeugen eine gewisse Hoffnung, dass der Krug steigender US-Leitzinsen vielleicht im September doch noch einmal an den Anlegern vorübergehen könnte. Die Unterstützung bei 25.800 Punkten im DAX hat gehalten, und neue Käufer kommen herein. Damit ist die technische Grundlage für eine Erholung gelegt – ob daraus mehr wird, entscheiden heute die US-Arbeitsmarktdaten.
Markt bleibt zinssensitiv
Der Renditeanstieg in dieser Woche zeigt, wie wenig dem Markt die Perspektive auch nur einer einzigen Leitzinsanhebung der amerikanischen Notenbank zu schmecken scheint. Die amerikanische Notenbank scheint dies auch erkannt zu haben, denn wie wäre sonst zu erklären, dass gleich drei Gouverneure der amerikanischen Notenbank nun wieder entspannte Zinssignale senden – weniger als eine Handvoll Handelstage nach den eigentlich klaren und dazu entgegengesetzten Worten ihres Vorsitzenden Kevin Warsh? Die amerikanische Notenbank redet weiterhin um den heißen Brei herum, und immer, wenn es ernst wird, findet sie Ausflüchte, um vielleicht doch noch weiter abzuwarten. Damit bleibt die Fed für die Märkte ein Unsicherheitsfaktor: Nicht ihre Worte, sondern erst ihre Taten werden zeigen, wie ernst sie es mit der Inflationsbekämpfung meint.
Arbeitsmarkt wird Belastungstest
Die Inflationsdaten der kommenden Woche dürften etwas mehr Bedeutung haben als die heutigen Arbeitsmarktdaten, da die beiden Fed-Gouverneure Williams und Barr dezidiert darauf verwiesen haben, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht. Dennoch hat die amerikanische Notenbank ein Doppelmandat: Neben der Preisstabilität gilt dieses auch dem Arbeitsmarkt. Ein „heißer“ Arbeitsmarkt mit zu vielen neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft kann die Zinssorgen des Marktes blitzartig zurückbringen. Dann wäre die Zeit bis zum nächsten Inflationsbericht wohl um einiges nervöser. Der heutige Arbeitsmarktbericht wird daher vor allem zeigen, wie belastbar die jüngste Entspannung bei den Zinserwartungen tatsächlich ist.

Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Vierteljahrhundert.
Rechtliche Hinweise
Bei diesen Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen. Sie dienen nur der Information und Unterstützung. Sie stellen deshalb insbesondere keine auf Ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichteten Empfehlungen zum Kaufen, Halten oder Verkaufen eines Finanzprodukts dar und begründen auch kein individuelles Beratungs- oder Auskunftsverhältnis. Sie sind ferner nicht als Rechts-, Steuer- oder sonstige Beratung gedacht. Diese Informationen ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung. Bedienen Sie sich bitte auch ergänzend der «Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren». Diese sind über den Bankverlag, Postfach 450209 in 50877 Köln erhältlich. Die hier preisgegebenen Informationen enthalten nicht alle für ein von Ihnen eventuell angestrebtes Investment erforderlichen bzw. aktuellen Informationen. Je nach Ihren persönlichen Anlagewünschen und der individuellen Risikobereitschaft können für Sie andere Produkte und Dienstleistungen besser geeignet sein.Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Soweit in dieser Publikation enthaltene Information auf Angaben und Grafiken externer Quellen beruhen, verwenden wir selbstverständlich nur solche Quellen, die wir als zuverlässig erachtet haben. Eine Gewähr für ihre Richtigkeit und/oder Vollständigkeit kann aber nicht übernommen werden.Für alle Finanzprodukte gilt: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Eine hohe Inflationsrate kann den Wert zukünftiger Erträge oder Rückzahlungsbeträge in Bezug auf Finanzprodukte verringern.
Anbieter:
BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Standort Nürnberg: Bahnhofstraße 55 90402 Nürnberg
Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
Sitz: Nürnberg HRB Nürnberg 31129 USt-IdNr. DE191528929 BIC: CSDBDE71 | BLZ: 760 300 80
ETFs haben sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil der privaten Geldanlage entwickelt. In Deutschland wächst die Zahl der Anleger, die regelmäßig über Sparpläne in breit gestreute ETFs investieren. Mit dem von der Bundesregierung geplanten Altersvorsorgedepot könnte diese Entwicklung zusätzlichen Schub erhalten.
Für Dr. Axel Haus vom Vermögensverwalter Vanguard markiert die geplante Reform einen möglichen Wendepunkt für die private Altersvorsorge. Im neuen „Deep In The Money“-Podcast der Consorsbank verrät er, dass Anleger ihre Vorsorge stärker am Kapitalmarkt ausrichten wollen, statt auf Garantien und sicherheitsorientierte Produkte zu setzen. Gerade bei langen Anlagezeiträumen seien nicht kurzfristige Kursschwankungen entscheidend, sondern die langfristige Renditeentwicklung.
Nach Einschätzung von Haus befindet sich Deutschland erst am Anfang einer echten Aktienkultur. Noch immer liegt ein großer Teil des privaten Vermögens auf Konten oder ist als Bargeld vorhanden. Angesichts der Inflation verliere Geld so langfristig an Kaufkraft. Gleichzeitig würden viele Anleger zunehmend die Bedeutung von Kosten erkennen. Günstige ETF-Lösungen könnten deshalb weiter an Bedeutung gewinnen.
Mit dem Erfolg passiver Anlageformen wächst allerdings auch die Kritik. Skeptiker warnen regelmäßig davor, dass eine immer stärkere Verbreitung von ETFs die Preisfindung an den Börsen beeinträchtigen könnte. Die Sorge dahinter: Wenn Anleger nur noch Indizes kaufen, würden Unternehmen nicht mehr ausreichend bewertet und Marktpreise könnten verzerrt werden.
Haus hält diese Bedenken derzeit für unbegründet. Nach seinen Angaben werden in den USA rund 23 % des Aktienmarktes über indexbasierte Produkte gehalten, in Europa liegt der Anteil deutlich niedriger. Zudem werde die Preisbildung vor allem durch das tägliche Handelsvolumen bestimmt. Dort spielten ETFs bislang nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Aktive Investoren, Fondsmanager, Händler und Hedgefonds sorgten weiterhin für Wettbewerb und Marktbeobachtung.
Auch das oft zitierte Argument, selbst ETF-Erfinder John C. Bogle habe vor einer vollständigen Dominanz des passiven Investierens gewarnt, müsse im Zusammenhang betrachtet werden. Zwar könne ein Markt theoretisch nicht funktionieren, wenn ausschließlich passiv investiert würde. Gleichzeitig sei ein solches Szenario aus Sicht Bogles praktisch ausgeschlossen, weil es immer Teilnehmer geben werde, die aktiv nach Chancen suchen.
Ein weiteres Thema des Gesprächs ist die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Viele Anleger zögern wegen vermeintlich hoher Bewertungen oder aktueller politischer Risiken. Haus verweist auf eine Vanguard-Untersuchung, die einen fiktiven Anleger betrachtet, der seit 1997 stets unmittelbar vor größeren Markteinbrüchen investierte, von der Asienkrise über die Finanzkrise bis zur Corona-Pandemie. Trotz eines jedes Mal extrem ungünstigen Timings hätte der Anleger langfristig eine deutlich positive Rendite erzielt. Die entscheidende Voraussetzung war, investiert zu bleiben.
Daraus leitet Haus eine einfache Botschaft ab. Für langfristige Anleger sei der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, oft weniger wichtig als der regelmäßige Vermögensaufbau. Die größere Gefahr bestehe mitunter darin, dauerhaft zu wenig investiert zu sein.
Den vollständigen Podcast mit Dr. Axel Haus von Vanguard, einschließlich aller Zahlen, Hintergründe und Diskussionen rund um ETFs, Altersvorsorge und Kapitalmärkte, finden Sie hier:

