Nutzen Sie die Expertise von Profis
Mit dem Investmentkonto lassen Sie Ihre Anlage von erfahrenen Experten managen.
Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Mittwoch, 03.06.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX: Käufer bleiben am Ball – Hoffnung auf Frieden in Nahost
Der DAX unternimmt seit einer Woche in immer kürzeren Abständen Versuche, einen Anstieg in Richtung Rekordhoch zu starten. Jedes Mal geht den Käufern im entscheidenden Moment die Puste aus. Gleichzeitig stehen die Schnäppchenjäger bereit, um den Index bei fallenden Kursen wieder aufzufangen. Für den entscheidenden Impuls nach oben fehlt dem DAX derzeit die nötige Stärke.
Pattsituation am Markt und in den Verhandlungen
Die festgefahrene Lage in den Friedensverhandlungen im Nahen Osten spiegelt sich damit auch auf dem Parkett wider. Dieses Spiel kann sich noch einige Tage fortsetzen – getragen von der anhaltenden Hoffnung, dass doch noch eine positive Nachricht zu den Verhandlungen über die Nachrichtenticker laufen wird.
US-Arbeitsmarktdaten im Blick
Trotz der Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt waren in den USA im April so viele Stellen unbesetzt, wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, während die Zahl der Entlassungen zurückging. Das teilte das Bureau of Labor Statistics gestern im sogenannten JOLTS-Bericht mit. Sollten sich diese Daten in den offiziellen Arbeitsmarktzahlen am Freitag bestätigen, könnten Anleger beginnen, ein höheres Risiko für Zinsanhebungen durch die US-Notenbank einzupreisen.
Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
Bei diesen Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen. Sie dienen nur der Information und Unterstützung. Sie stellen deshalb insbesondere keine auf Ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichteten Empfehlungen zum Kaufen, Halten oder Verkaufen eines Finanzprodukts dar und begründen auch kein individuelles Beratungs- oder Auskunftsverhältnis. Sie sind ferner nicht als Rechts-, Steuer- oder sonstige Beratung gedacht. Diese Informationen ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung. Bedienen Sie sich bitte auch ergänzend der «Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren». Diese sind über den Bankverlag, Postfach 450209 in 50877 Köln erhältlich. Die hier preisgegebenen Informationen enthalten nicht alle für ein von Ihnen eventuell angestrebtes Investment erforderlichen bzw. aktuellen Informationen. Je nach Ihren persönlichen Anlagewünschen und der individuellen Risikobereitschaft können für Sie andere Produkte und Dienstleistungen besser geeignet sein.Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Soweit in dieser Publikation enthaltene Information auf Angaben und Grafiken externer Quellen beruhen, verwenden wir selbstverständlich nur solche Quellen, die wir als zuverlässig erachtet haben. Eine Gewähr für ihre Richtigkeit und/oder Vollständigkeit kann aber nicht übernommen werden.Für alle Finanzprodukte gilt: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Eine hohe Inflationsrate kann den Wert zukünftiger Erträge oder Rückzahlungsbeträge in Bezug auf Finanzprodukte verringern.
Anbieter:
BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Standort Nürnberg: Bahnhofstraße 55 90402 Nürnberg
Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
Sitz: Nürnberg HRB Nürnberg 31129 USt-IdNr. DE191528929 BIC: CSDBDE71 | BLZ: 760 300 80
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft ist mehr als ein sportliches Großereignis. Mit 48 teilnehmenden Nationen, 104 Spielen und 16 Austragungsorten in den USA sowie in Kanada und Mexiko wird die Fußball-WM 2026 zur größten in der Geschichte des Turniers. Ökonomen schätzen, dass das Turnier über 40 Milliarden US-Dollar¹ zum globalen Bruttoinlandsprodukt beitragen könnte – eine Zahl, die das Ereignis zum wirtschaftlichen Spektakel schlechthin macht.
Milliarden für die FIFA – und die Sponsoren
Die FIFA rechnet mit Einnahmen von über 9 Milliarden US-Dollar – zum Vergleich:
Bei der WM in Katar vor vier Jahren waren es 7,5 Milliarden. Rund die Hälfte davon stammt aus Medien- und TV-Rechten. Hinzu kommen Einnahmen durch Sponsoring, Ticketverkäufe und Merchandising.
Wer sind die Profiteure? Zunächst die offiziellen Hauptsponsoren. Darunter finden sich Marken wie Adidas, Coca-Cola, Visa und Aramco – Unternehmen, die auf der höchsten Partnerebene der FIFA vertreten sind und während des Turniers maximale mediale Sichtbarkeit genießen.
Sportartikelhersteller im Fokus
Besonders die Sportartikelbranche blickt gespannt auf den Sommer. Adidas-Chef Björn Gulden erwartet „hohe Visibilität“ beim Turnier: 14 Nationalmannschaften spielen in Adidas-Trikots, etwa ein Drittel aller Spieler trägt Adidas-Produkte, und der offizielle Spielball stammt ebenfalls aus Herzogenaurach.
Auch der US-Konkurrent Nike ist präsent – und kämpft gleichzeitig mit einem laufenden Konzernumbau. Pikant dabei: Ausgerechnet zur WM-Zeit rücken neue Vertragsverschiebungen ins Blickfeld. Ab 2027 wird Nike offizieller Ausrüster der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – ein Prestigevertrag, den die Amerikaner Adidas weggeschnappt haben. Im Popkulturbereich zeichnet sich ebenfalls ein Wechsel ab: Schauspieler Timothée Chalamet, der 2023 noch gemeinsam mit Nike fünf exklusive Schuhmodelle entwarf, hat offenbar die Seiten gewechselt – kein vielversprechendes Zeichen für den amerikanischen Sportriesen.
Historisch kein Selbstläufer
Doch Vorsicht: Mediale Präsenz bedeutet nicht automatisch steigende Aktienkurse. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Bei neun von 13 Weltmeisterschaften sind die Aktienmärkte während des Turniers gefallen. Nicht während der fünf Wochen des Turniers selbst, sondern als Nachwirkung: Trikotverkäufe, Merchandising und Markenbindung entscheiden über den wirtschaftlichen Erfolg.
Ticketpreise dämpfen Begeisterung
Ein Wermutstropfen: Die hohen Eintrittspreise sorgen für Kritik. Auf einer offiziellen FIFA-Wiederverkaufsplattform wurden zuletzt vier Tickets für das WM-Finale für je fast 2,3 Millionen US-Dollar angeboten. Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident vom FC Bayern München, brachte es auf den Punkt: „Das WM-Endspiel darf nicht wie der Super Bowl werden.“ Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich überrascht, dass Fans für das erste US-Spiel über 1.000 US-Dollar pro Ticket zahlen müssen.
Fazit
Die WM 2026 ist ein wirtschaftliches Megaevent mit Strahlkraft für viele Branchen – von Sportartikelherstellern über Getränkeproduzenten bis hin zu Anbietern von Finanzdienstleistungen. Ob und wie stark einzelne Unternehmen profitieren, wird sich erst langfristig zeigen. Für Anleger könnte sich dennoch ein genauer Blick auf Unternehmen und Branchen rund um das Turnier lohnen. Eines ist jedenfalls sicher: Die Welt schaut hin.
Alle Aktien der namhaften Sportartikelhersteller und Unternehmen deren Kurse durch die WM-Fußballmeisterschaft beeinflusst werden können, handeln Sie jederzeit über 34 Handelsplätze weltweit bei uns.
¹ Quelle: Studie vom Forschungsinstitut Open-Economics.
Die Straße von Hormus ist eine schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Rest der Welt. Was weit weg klingt, hat direkte Folgen für unseren Alltag. Denn durch diese Passage wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Gases transportiert. Wird sie blockiert oder unsicher, spürt das die ganze Welt sofort.
Seit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran steht die Straße von Hormus im Zentrum der Aufmerksamkeit. Tanker fahren nur zögerlich oder gar nicht. Versicherungen sind teuer, Crews fühlen sich unsicher. Die Folge: Weniger Öl, Gas, Helium und Düngemittel erreichen den Weltmarkt. Und wenn das Angebot knapper wird, steigen die Preise.
Hohe Energiepreise treffen zuerst die Menschen an den Tankstellen. Öl und Gas werden aber auch für Transport, Strom und Produktion gebraucht. Steigen die Kosten etwa für Diesel, verteuert das auch die Preise für den Transport von Lebensmitteln in die Supermärkte. Beides – hohe Tankstellenpreise und steigende Lebenshaltungskosten – belastet die Wirtschaft. Für Länder wie Deutschland, die viel Energie importieren, ist das besonders problematisch
An den Börsen zeigt sich das sofort. Steigende Ölpreise schüren die Angst vor Inflation. Zentralbanken könnten gezwungen sein, Zinsen länger hochzuhalten oder sogar zu erhöhen. Kredite werden teurer, Investitionen schwieriger. Deshalb reagieren Aktienmärkte empfindlich auf jede Nachricht rund um Hormus.
Zwar hoffen viele Anleger auf eine diplomatische Lösung. Waffenruhen und Gespräche sorgen immer wieder für Erleichterung. Doch solange unklar ist, ob und wie sicher die Meerenge dauerhaft geöffnet bleibt, bleibt auch das Risiko hoch. Selbst eine schnelle Entspannung würde die Lage nicht sofort normalisieren. Im Persischen Golf stecken hunderte Schiffe fest. Lieferketten brauchen Zeit, um wieder reibungslos zu laufen.
Die Straße von Hormus ist deshalb mehr als ein regionales Nadelöhr. Sie ist ein Hebel für Energiepreise, Inflation und Wachstum weltweit. Ob beim Tanken, bei der Heizrechnung oder an der Börse: Was dort passiert, betrifft uns alle.
Die Anleger glauben dennoch an einen diplomatischen Ausgang des Irankriegs und blicken über die Wachstumsdelle hinweg, die von hohen Energiepreisen und Unterbrechungen von Lieferketten verursacht wurde.
Weltweit breit aufgestellte Indizes wie der MSCI World Index oder der FTSE All World Index sind auf neue Rekordstände gestiegen. Für langfristig orientierte Anleger mit Sparplan zeigt sich einmal mehr: Kurzfristige Krisen beeinflussen die Märkte, verändern aber selten den langfristigen Trend.