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Das aktuelle Marktgeschehen im Blick
Freitag, 24.07.2026
von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank
DAX fällt zurück – Ölpreise und Tech-Korrektur belasten
Der DAX reagiert auf den Ölpreisanstieg über 100 Dollar mit neuen Kursverlusten. Die Schaukelbörse setzt sich fort. Nun macht sich immer mehr die Überzeugung breit, dass die Zentralbanken früher oder später etwas gegen wachsende Inflationsrisiken tun müssen. Gestern mag die EZB noch eine Pause eingelegt haben – nächste Woche kann das für die amerikanische Notenbank nicht garantiert werden. Spätestens nach der Sommerpause schalten die Zins-Ampeln allesamt auf Rot. Sorglosigkeit der vergangenen Börsenmonate weicht einer Schritt für Schritt trüberen Marktstimmung.
Wachstumsaktien scheuen Inflation
Bis vor Kurzem verständigten sich Marktteilnehmer darauf, dass die Zentralbanken weitere Zinsanhebungen vielleicht noch vermeiden können. Diese Hoffnung schwindet. Wachstumsaktien leiden besonders unter aufkommender Inflation. Ihre Gewinne liegen in der Zukunft und sind bei höheren Teuerungsraten heute weniger wert – weil der Zins steigt.
Fremdkapital könnte teurer werden
Dieser Druck wird durch fremdkapitalfinanzierte KI-Investitionen verstärkt. Wenn Anleger erwarten, dass Kreditkosten heute zunehmen, muss KI sich morgen umso besser verkaufen, um den Zinsdienst mitzufinanzieren. Investoren zweifeln bereits jetzt daran, wie nachhaltig die KI-Rally sein kann. Steigende Renditen könnten die Nervosität in dieser Frage noch weiter anwachsen lassen.

Jochen Stanzl ist Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Zuvor war er zehn Jahre lang bei einem Broker in Frankfurt tätig und ist Mitgründer der stock3 AG, deren Aufsichtsratsmitglied er bis heute ist. Für die Kunden der Consorsbank teilt er seit November 2025 seine Börsenerfahrung von fast einem Viertel Jahrhundert.
Rechtliche Hinweise
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Anbieter:
BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Standort Nürnberg: Bahnhofstraße 55 90402 Nürnberg
Telefon: +49 (0) 911 / 369 – 0, Fax: +49 (0) 911 / 369 – 10 00, E-Mail: info@consorsbank.de
Sitz: Nürnberg HRB Nürnberg 31129 USt-IdNr. DE191528929 BIC: CSDBDE71 | BLZ: 760 300 80
Immer mehr Investoren entdecken die Raumfahrt als neuen Wachstumsmarkt. Dahinter steckt weniger die Faszination für Raketen als ein struktureller Wandel. Raumfahrt wird zur Infrastruktur. Satelliten liefern Daten für Navigation, Kommunikation und Sicherheit und genau diese Daten sind ein zentraler Werttreiber. Unternehmen, die Informationen aus dem All in Echtzeit nutzbar machen, treffen einen Nerv in einer datengetriebenen Wirtschaft.
Hinzu kommt ein zweiter Treiber: die Sicherheitspolitik. Staaten investieren stärker in strategische Technologien und Verteidigung, private Anbieter profitieren direkt davon. Raumfahrt ist damit sowohl ein Wachstums- als auch ein geopolitisches Thema.
Bei aller Wachstumshoffnung spielt die Psychologie eine zentrale Rolle. Seit Wochen suchen Anleger nach der „nächsten großen KI-Aktie“ und kaufen oft, bevor sie nachfragen. Die bereits stark gestiegenen Kurse im Technologie- und Chipsektor haben die Erwartungen an SpaceX zusätzlich angeheizt. Das erklärt die enorme Nachfrage: Die Aktie war überzeichnet, viele Anleger erhielten nur minimale Zuteilungen. Gleichzeitig zeigt sich ein Risiko: Viel Kapital trifft auf ein begrenztes Angebot. Der geringe Free Float¹ verstärkt diese Dynamik.
Für Indizes wie den Nasdaq hat das Folgen. Die Raumfahrt-Ökonomie ist dort bislang nur schwach vertreten. Anleger müssen gezielter investieren, etwa über thematische ETFs, die die Wertschöpfungskette abbilden: von Satelliten über Daten bis zu autonomen Systemen.
Neue Indexregeln, die schnellere Aufnahmen von Unternehmen wie SpaceX oder künftigen Mega-IPO-Kandidaten wie OpenAI oder Anthropic ermöglichen, stoßen auf Kritik. Sparer, die breit über Indizes investieren, werden damit indirekt zu SpaceX-Aktionären, wenn auch in geringem Umfang.
Für Privatanleger entsteht mit der Weltraumwirtschaft eine neue Anlageklasse mit bekannten Risiken: hohe Bewertungen, starke Schwankungen und eine aufgeheizte Stimmung. Gerade bei spektakulären Börsengängen gilt: Nicht die Angst, etwas zu verpassen, sollte die Entscheidung treiben.
Fazit: Die Weltraumwirtschaft ist mehr als ein Hype. Sie verbindet KI, Datenökonomie und Rüstungstechnik. Doch wie bei jeder neuen Wachstumsstory entscheidet am Ende für Investoren nicht die Vision, sondern der Preis.
Für Anleger, die das Thema Raumfahrt breiter und ohne Einzelwertrisiko abbilden möchten, bieten sich spezialisierte ETFs an. Sie investieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Satelliten- und Datenanbietern bis hin zu Infrastruktur- und Technologiekonzernen: VanEck Space Innovators UCITS ETF A USD Acc ETF IE000YU9K6K2 | Consorsbank und iShares Space Technologies UCITS ETF USD Acc ETF IE000A9G9R73 | Consorsbank
¹ Der Free Float bezeichnet den Anteil der Aktien eines Unternehmens, der frei am Markt gehandelt werden kann und nicht in festen Händen von Großaktionären, Gründern oder dem Management liegt.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

