13.07.2026 Lesezeit: ca. 6 Minuten
Die eigene Geldanlage in die Hand nehmen, ohne sich im Fachjargon zu verlieren: Das wünschen sich viele Einsteiger. Für viele Privatanleger gelten ETFs als beliebter Startpunkt, weil ein einziges Produkt bereits breite Streuung über viele Unternehmen bietet, ganz ohne komplizierte Einzelaktienauswahl. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff, wie funktioniert ein ETF in der Praxis und worauf sollten Sie beim ersten Investment achten?
ETF für Anfänger: Das Wichtigste in Kürze
- Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den DAX oder MSCI World nachbildet.
- ETFs ermöglichen Anlegern einen breit gestreuten Zugang zur Börse, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.
- Es gibt verschiedene ETF-Arten: nach Anlageklasse (Aktien, Anleihen, Rohstoffe), Ausschüttungsart (thesaurierend oder ausschüttend) und Replikationsmethode (physisch oder synthetisch).
- Beim ETF-Kauf kann es sich lohnen, auf die Gesamtkostenquote (TER), die Fondsgröße und den nachgebildeten Index zu achten.
- Ein ETF-Sparplan ermöglicht regelmäßiges Investieren mit kleinen Beträgen. Eine Einmalanlage eignet sich für größere Summen, die bereits vorhanden sind.
- ETFs unterliegen als Wertpapiere Marktschwankungen. Das angelegte Kapital kann an Wert verlieren.
Was ist ein ETF?
ETF einfach erklärt
Stellen Sie sich einen Warenkorb vor, der alle Aktien eines bestimmten Index enthält, zum Beispiel die 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) oder über 1.300 Unternehmen aus aller Welt in einem globalen Aktienindex wie dem MSCI World.
Ein ETF kauft genau diese Zusammensetzung nach, ohne dass ein Fondsmanager aktiv entscheidet, welche Titel gekauft oder verkauft werden. Dieses passive Prinzip ist der entscheidende Unterschied zu klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds.
Weil kein Analystenteam beschäftigt werden muss, das laufend Marktentscheidungen trifft, sind die Kosten für ETFs in der Regel deutlich niedriger als bei aktiv verwalteten Alternativen. Für Einsteiger kann das doppelt attraktiv sein: Mit einem einzigen Produkt verteilen Sie Ihr Geld breit auf viele Unternehmen und das zu überschaubaren Kosten.
Wie funktioniert ein ETF?
Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds
Bei aktiv gemanagten Fonds trifft ein Fondsmanager laufend Entscheidungen darüber, welche Wertpapiere ins Portfolio kommen und welche abgestoßen werden. Das Ziel dabei ist es, besser als der Markt zu sein. In der Praxis gelingt das auf lange Sicht jedoch nur selten zuverlässig. Gleichzeitig entstehen durch das aktive Management höhere Kosten, die über die Gesamtkostenquote ausgewiesen werden. Bei ETFs liegt die TER häufig unter 0,5 Prozent pro Jahr, bei aktiv verwalteten Fonds ist sie oft ein Vielfaches davon. Je niedriger die laufenden Kosten, desto mehr Rendite verbleibt langfristig bei den Anlegern.
Die Wertentwicklung eines ETFs auf einen breiten Indexfonds folgt einer einfachen Logik: Steigt der abgebildete Markt, steigt auch der ETF-Wert. Fällt er, gilt das ebenso.
Welche ETF-Arten gibt es?
Aktien-, Anleihen- und Rohstoff-ETFs
Die bekannteste Form sind Aktien-ETFs, die einen Aktienindex wie den MSCI World, S&P 500 oder DAX abbilden. Daneben gibt es Anleihen-ETFs, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren und damit eine andere Risikoperspektive einbringen. Außerdem existieren ETFs auf breite Rohstoffindizes, die jedoch für Einsteiger meist eine untergeordnete Rolle spielen.
Für Einsteiger stehen meistens Aktien-ETFs auf global diversifizierte Indizes im Vordergrund. Wie Anleihen-ETFs zur Risikostreuung im Portfolio beitragen können, erklärt unser Artikel Mit Anleihen-ETFs das Risiko bei der Geldanlage streuen.
Thesaurierend oder ausschüttend
Physisch oder synthetisch replizierend
Chancen und Risiken von ETFs
Diese Chancen bieten ETFs
- Auswahl: Ein ETF enthält je nach Index Wertpapiere unterschiedlicher Unternehmen. Dadurch profitieren Sie eher von einer großen Variantenvielfalt, als dies zum Beispiel bei einzeln erworbenen Aktien der Fall ist.
- Profitabilität: Sie können sowohl von Kursgewinnen als auch von Ertragszahlungen profitieren.
- Indexvorteile: Da die Fonds an einen Index gebunden sind, können Sie direkt von der Marktentwicklung profitieren.
- Flexibilität: Bei ETF-Sparplänen können Sie Ihre Sparraten einfach anpassen oder pausieren.
- Durchschnittskosteneffekt: Bei ETF-Sparplänen kaufen Sie automatisch bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen entsprechend weniger Anteile.
Diese Risiken bergen ETFs
- Höhere Gewinnchancen bedeuten gleichzeitig auch höhere Verlustrisiken.
- Es sind Wechselkursverluste möglich, wenn Wertpapiere direkt oder als Bestandteil eines ETFs in fremder Währung notieren.
- Für kurzfristige Anlageziele besteht beim Durchschnittskosteneffekt ein Risiko, da ETF-Sparpläne eher für mittel- bis langfristige Anlagestrategien ab drei Jahren geeignet sind.
- Da ein ETF nicht von einem Fondsmanager verwaltet wird, entwickelt er sich selten besser als der zugehörige Index.
- ETF-Sparpläne können deutlichen Kursschwankungen unterliegen.
Worauf Sie beim ersten ETF-Kauf achten sollten
Mit den Grundlagen im Gepäck können Sie gezielter auf die Suche nach dem passenden ETF gehen. Drei Auswahlkriterien können dabei helfen, die Auswahl zu strukturieren.
Auswahlkriterien: TER, Fondsgröße und Tracking Difference
|
Kriterium
|
Was es bedeutet
|
Hinweis
|
|---|---|---|
|
TER (Total Expense Ratio)
|
jährliche Gesamtkosten des ETFs in %
|
möglichst niedrig; bei breit gestreuten Aktien-ETFs oft unter 0,25 %
|
|
Fondsgröße
|
verwaltetes Vermögen des ETFs
|
ab ca. 100 Mio. Euro gilt ETF als etabliert
|
|
Tracking Difference
|
Abweichung der tatsächlichen ETF-Performance vom Index
|
möglichst gering oder sogar negativ; zeigt, wie präzise der ETF seinen Index abbildet
|
Einmalanlage oder ETF-Sparplan?
|
Einmalanlage
|
ETF-Sparplan
|
|
|---|---|---|
|
Einstiegshürde
|
höher (größerer Betrag auf einmal)
|
niedriger (oft ab 10 Euro im Monat)
|
|
Flexibilität
|
Kauf zum selbst gewählten Zeitpunkt
|
automatisch wiederkehrend
|
|
Cost-Averaging-Effekt
|
nein (volles Einstiegsrisiko)
|
ja (Kursschwankungen werden über die Zeit gemittelt)
|
|
Eignung für Einsteiger
|
gut für bereits vorhandene Ersparnisse
|
gut für den schrittweisen Vermögensaufbau
|
ETFs bei der Consorsbank
Bei der Consorsbank stehen Ihnen für den ETF-Einstieg zwei Wege offen:
- Wenn Sie mit einem vorhandenen Betrag investieren möchten, bietet sich die ETF-Einmalanlage an.
- Wenn Sie lieber schrittweise und mit regelmäßigen Beträgen vorgehen möchten, können Sie einen ETF-Sparplan ab 10 Euro monatlich zu 0 Euro Sparplangebühr (zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen).
Wie ETFs langfristig zur privaten Altersvorsorge beitragen können, lesen Sie in unserem Artikel Private Altersvorsorge mit ETF-Sparplan.
Fazit: Mit dem richtigen Wissen sicher einsteigen
ETF für Anfänger muss kein kompliziertes Thema sein. Wenn Sie verstehen, was ein ETF ist, wie er funktioniert und auf welche Kriterien es beim Kauf ankommt, haben Sie eine solide Grundlage für den Einstieg. Ob Einmalanlage oder Sparplan: Entscheidend ist, dass die Wahl zu Ihrer persönlichen Situation passt und Ihr Geld langfristig für Sie arbeitet. Informieren Sie sich jetzt über die ETF-Angebote der Consorsbank und machen Sie den ersten Schritt.
Hinweis: Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.