Taschengeld-Empfehlung nach Alter: Wie Ihre Kinder den Umgang mit Geld lernen

20.07.2026   Lesezeit: ca. 7 Minuten

Süßigkeiten, Sammelkarten oder das erste eigene Sparziel: Mit dem Taschengeld machen Kinder ihre ersten eigenständigen Erfahrungen mit Geld. Für viele Eltern stellt sich dabei früh eine Frage: Wie hoch sollte das Taschengeld für das jeweilige Alter ausfallen? Zu wenig Geld nimmt Kindern die Möglichkeit, echte Entscheidungen zu treffen. Zu viel Geld nimmt ihnen den Lerneffekt, den bewussten Umgang mit einem begrenzten Budget zu üben. Dieser Artikel liefert Orientierung: von altersgerechten Beträgen über sinnvolle Regeln bis zum Übergang vom ersten Sparen zum ersten Investment.

Mann in hellblauem Hemd sitzt vor einem Fenster an seinem Laptop

Taschengeld-Empfehlung: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Höhe des Taschengelds richtet sich nach dem Alter des Kindes und steigt mit zunehmender Reife kontinuierlich an.
  • Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Richtwerte, die als bundesweite Orientierung gelten.
  • Bis etwa 9 Jahre eignet sich eine wöchentliche Auszahlung, ab 10 Jahren eine monatliche.
  • Taschengeld dient der freien Verfügung und sollte weder als Belohnung noch als Druckmittel eingesetzt werden.
  • Ein eigenes Konto kann ab etwa 12 Jahren sinnvoll sein und begleitet den Übergang zu digitalen Zahlungsformen.
  • Mit gefestigtem Sparverhalten können Familien gemeinsam die ersten Schritte in Richtung Geldanlage gehen.

Was Taschengeld leisten soll und was nicht

Taschengeld ist mehr als ein kleiner Geldbetrag zur freien Verfügung. Es ist ein pädagogisches Werkzeug, mit dem Kinder frühzeitig lernen, Wünsche zu priorisieren und mit einem begrenzten Budget zu planen. Damit dieser Lerneffekt entsteht, sollten Eltern Taschengeld klar von Belohnungen oder Strafen trennen.
Taschengeld ist kein Erziehungsmittel für gutes und keine Sanktion für schlechtes Verhalten. Zahlen Sie es regelmäßig und unabhängig vom Verhalten des Kindes aus, damit sich ein echtes Verständnis für Geld entwickeln kann.

Taschengeld-Empfehlung: Wie viel ist in welchem Alter sinnvoll?

Eine bundesweit anerkannte Orientierung liefert das Deutsche Jugendinstitut (DJI). Die Empfehlungen können Sie auch über das Familienportal des Bundesministeriums für Familie einsehen.
Die folgende Tabelle fasst die aktuellen Taschengeld-Empfehlungen zusammen:
Alter
Empfohlener Betrag
unter 6 Jahren
1–2 Euro pro Woche
6–7 Jahre
2–3 Euro pro Woche
8–9 Jahre
3–4 Euro pro Woche
10–11 Jahre
15–25 Euro pro Monat
12–13 Jahre
20–30 Euro pro Monat
14–15 Jahre
25–45 Euro pro Monat
16–17 Jahre
40–60 Euro pro Monat
ab 18 Jahren 
55–75 Euro pro Monat
Die Werte in der Taschengeldtabelle sind eine Orientierungshilfe und keine feste Vorgabe. Familien mit mehreren Kindern oder einem begrenzten Haushaltsbudget können die Beträge anpassen, ohne dass dies den Lerneffekt schmälert.

Regeln, die den Lerneffekt sichern

Damit Taschengeld seinen Zweck erfüllt, braucht es klare, verlässliche Rahmenbedingungen. Eine feste Auszahlungsregel gibt Kindern Sicherheit und schafft die Grundlage, planen zu lernen

Wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Bis etwa 9 Jahre eignet sich eine wöchentliche Auszahlung besser, da jüngere Kinder einen Monat noch schwer überblicken können. Ab 10 Jahren empfiehlt sich der Wechsel zur monatlichen Auszahlung, um die Planungsfähigkeit gezielt zu fördern. Fällt die Umstellung schwer, hilft ein Übergang mit zweiwöchentlicher Auszahlung.

Was sollte Taschengeld abdecken?

Taschengeld ist für persönliche Wünsche gedacht, zum Beispiel für Süßigkeiten, kleine Spielsachen oder den Kinobesuch mit Freunden. Notwendige Ausgaben wie Kleidung oder Schulmaterial gehören nicht dazu. Ab etwa 14 Jahren können Sie zusätzlich ein festes Budgetgeld einführen. Damit übernimmt Ihr Kind die eigenständige Planung für wiederkehrende, aber unregelmäßige Ausgaben wie Kleidung, Hygieneartikel, Handykosten oder Fahrtkosten für Bus und Bahn. Der tägliche Grundbedarf bleibt davon unberührt, im Mittelpunkt steht das Planen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Taschengeld als erste Finanzschule: So begleiten Sie den Prozess

Mit dem richtigen Rahmen wird Taschengeld zur ersten praktischen Finanzschule. Eine Spardose für kleinere Ziele, ein gemeinsames Gespräch über größere Wünsche und die schrittweise Einführung eines eigenen Kontos bilden dabei die wichtigsten Stationen.

Den ersten Sparplan gemeinsam aufstellen

Setzen Sie sich mit Ihrem Kind zusammen und definieren Sie ein konkretes Sparziel, etwa ein Spielzeug im Wert von 20 Euro. Legen Sie gemeinsam fest, welcher Betrag monatlich zurückgelegt wird und berechnen Sie den Zeitraum bis zum Erreichen des Ziels. Bei 5 Euro monatlich dauert dieses Beispiel vier Monate. So erfährt Ihr Kind, dass Sparen ein greifbares Ergebnis liefert.

Ab wann lohnt sich ein Kinder-Girokonto?

Ab etwa 12 Jahren empfiehlt das DJI, ein eigenes Konto einzurichten. Ihr Kind lernt so den Umgang mit digitalem Geld, Überweisungen und später auch mit Kartenzahlung. Ein solches Konto bildet zugleich die Grundlage für den nächsten Schritt: den bewussten Übergang vom reinen Sparen zum langfristigen Vermögensaufbau.

Vom Taschengeld zum ersten Investment

Wenn das Sparverhalten Ihres Kindes gefestigt ist, können Sie gemeinsam einen Schritt weitergehen. Statt Geld ausschließlich auf einem Konto liegen zu lassen, kann mit langfristigen Anlageformen wie einem ETF-Sparplan bereits mit kleinen Beträgen früh Vermögen aufgebaut werden. In unserem Artikel Geld anlegen mit ETFs erfahren Sie, wie ETFs grundsätzlich funktionieren und im Beitrag Sparplan für Kinder zeigen wir, wie Sie  einen Sparplan für Ihren Nachwuchs aufbauen können.

Für den Vermögensaufbau speziell für Kinder bietet die Consorsbank passende Lösungen. Mit dem Junior-Depot beziehungsweise Junior-Investmentkonto legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau, ganz ohne Verkaufsdruck und mit dem nötigen Spielraum für erste Erfahrungen.

Fazit: Taschengeld kann die Basis für finanzielle Selbstständigkeit schaffen

Taschengeld ist der erste Baustein finanzieller Bildung. Mit einer altersgerechten Höhe, verlässlichen Regeln und der schrittweisen Begleitung zum ersten Sparen legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Grundstein für einen selbstbewussten Umgang mit Geld, der weit über die Kindheit hinausgeht.

Hinweis: Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Häufig gestellte Fragen zu Taschengeld und Empfehlungen

Wie hoch sollte die Taschengeld-Empfehlung für ein 6-jähriges Kind ausfallen?

Für 6-jährige Kinder empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut einen Betrag im Bereich von etwa 2 bis 4 Euro pro Woche. In diesem Alter beginnen Kinder, den Wert von Geld zu verstehen, weshalb sich eine wöchentliche Auszahlung anbietet. Die genaue Höhe können Sie an Ihre familiäre Situation anpassen.

Ab welchem Alter sollten Sie Taschengeld monatlich statt wöchentlich auszahlen?

Ab etwa 10 Jahren empfiehlt sich der Wechsel zur monatlichen Auszahlung. In diesem Alter entwickeln Kinder ein besseres Zeitgefühl und können ihr Budget über einen längeren Zeitraum einteilen. Jüngere Kinder profitieren dagegen von einer wöchentlichen Auszahlung, da ein Monat für sie schwer zu überschauen ist.

Darf ich Taschengeld als Belohnung oder Strafe einsetzen?

Nein, zahlen Sie Taschengeld unabhängig vom Verhalten Ihres Kindes regelmäßig aus. Setzen Sie es als Belohnung oder Strafe ein, verliert es seinen pädagogischen Zweck. Kinder lernen den bewussten Umgang mit Geld nur dann zuverlässig, wenn sie sich auf eine feste, verlässliche Auszahlung verlassen können.

Was unterscheidet Taschengeld von Budgetgeld?

Taschengeld steht zur freien Verfügung für persönliche Wünsche wie Süßigkeiten oder Spielzeug. Budgetgeld dagegen ist für notwendige Ausgaben wie Kleidung oder Schulmaterial gedacht und kommt zusätzlich zum Taschengeld hinzu. Budgetgeld eignet sich besonders für Jugendliche ab etwa 14 Jahren, die eigenständig größere Ausgaben planen.

Ab wann lohnt sich ein eigenes Konto für Kinder?

Ein eigenes Konto empfiehlt sich laut Deutschem Jugendinstitut ab etwa 12 Jahren. Ihr Kind lernt dadurch den Umgang mit digitalem Geld, Überweisungen und später Kartenzahlung. Ein Konto bildet zugleich eine gute Grundlage für den späteren Übergang zu Sparplänen oder Anlageformen.

Wie viel Taschengeld bekommen 14-jährige Kinder im Durchschnitt?

Für 14-Jährige sieht die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts etwa 30 bis 40 Euro pro Monat vor. In diesem Alter können Sie zusätzlich über die Einführung eines Budgetgelds nachdenken, mit dem Ihr Kind eigenständig größere Alltagsausgaben plant und Verantwortung übernimmt.

Wie begleite ich mein Kind beim Übergang vom Sparen zum ersten Investment?

Sobald Ihr Kind ein gefestigtes Sparverhalten zeigt, können Sie gemeinsam über langfristige Anlageformen wie einen ETF-Sparplan sprechen. Wichtig ist ein Einstieg ohne Verkaufsdruck, bei dem Ihr Kind schrittweise versteht, wie sich Geld über einen längeren Zeitraum vermehren kann.

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