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Aktueller Trend: Halbleiter – die unsichtbaren Königsmacher

„Ohne [sie] geht nichts mehr“, stellte unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Juni fest: keine Autos, keine Smartphones, keine Waschmaschinen, ja noch nicht einmal Kinderspielzeug. In modernen Produkten steuern sie sämtliche Abläufe. Die Rede ist von Halbleitern, eine DER Zukunftsbranchen. Sie sind das Grundgerüst von Mikrochips, umgangssprachlich werden sie auch oft einfach mit diesen gleichgesetzt. Kein Wunder also, dass die Nachfrage seit Jahren kontinuierlich steigt. Auch in Zukunft dürfte sich dieser Trend fortsetzen und dabei eher noch an Fahrt aufnehmen.

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Laut der Capital Group könnte sich der weltweite Halbleiterumsatz bis zum Jahr 2030 auf etwa 1 Billionen US-Dollar von rund 440 Milliarden US-Dollar in 2020 mehr als verdoppeln. Allein im Jahr 2020 importierte China fertige Chips für 350 Milliarden US-Dollar. Schon jetzt führen begrenzte Produktionskapazitäten und unterbrochene Lieferketten, aufgrund der Pandemie oder bspw. auch der Blockade des Suezkanals, zu Lieferengpässen und damit zu Produktionsstillstand und Kurzarbeit. Am stärksten betroffen ist die Automobilindustrie. Der Verband der Automobilindustrie erwartet aufgrund des Chipmangels, dass allein in Deutschland 600.000 Fahrzeuge weniger produziert werden, als ursprünglich für 2021 prognostiziert.

Umsatzentwicklung Halbleiterindustrie weltweit

Anlagetrends-Chart-Umsatzentwicklung-Halbleiter

Kapazitätsengpass

Dass die Halbleiter immer mehr zum Flaschenhals in der Produktion werden, haben längst auch die Länder weltweit erkannt. Die Staaten konkurrieren mit Subventionen und Steuererleichterungen um die Hersteller, um sich an die Spitze der Zukunftsbranche zu katapultieren. So belaufen sich die staatlichen Investitionen Chinas für die Halbleiterindustrie auf derzeit insgesamt rund 39 Milliarden Euro. 

Weitere 50 Milliarden US-Dollar wurden im Infrastrukturprogramm der USA hierfür eingeplant, das Ende Juni zwischen den Republikanern und den Demokraten ausgehandelt wurde.

Auch die EU will mehr lokale Ressourcen aufbauen, um die Abhängigkeit von Lieferungen aus Asien zu reduzieren. Dort sitzen mit Samsung und Taiwan Semiconductor Manufacturer zwei der drei weltweit größten Produzenten von Mikrochips. 

Dazu hat die EU im Februar eine europäische Initiative für Prozessoren und Halbleitertechnologien gestartet. Diese hat das Ziel, Europa wettbewerbsfähiger und technologisch unabhängiger zu machen. Die Erklärung wurde von 20 Mitgliedsstaaten unterzeichnet.

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, will Europas Anteil an der globalen Produktion von Mikrochips bis 2030 auf 20 Prozent mehr als verdoppeln. Doch der Aufbau von Produktionskapazitäten ist extrem kostspielig. So kostete das neue Werk von Bosch in Dresden eine Milliarde Euro - die größte Investitionssumme der Firmengeschichte. Das Unternehmen Globalfoundries ließ sich seine neue Chipfabrik in Singapur gar vier Milliarden Dollar kosten.

Allein in China wurden bis Mitte dieses Jahres 17.500 neue Betriebe im Bereich Halbleiter registriert. Die meisten davon staatlich subventioniert. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das wohl bekannteste Negativbeispiel ist die 2017 mit einem Budget von 20 Milliarden US-Dollar gegründete Firma Hongxin aus Wuhan. Nur drei Jahre später hat sie bei ihrer Pleite einen Milliarden-Schuldenberg hinterlassen. Generell ist die Halbleiterindustrie mit hohen Investitionen und auch hohen Risiken verbunden. Ein weiterer Faktor ist die begrenzte Anzahl an Fachkräften. Der Mangel an Experten sorgt dafür, dass gar nicht alle Firmen erfolgreich sein können. Ebenso kann die Aufteilung der Talente auf viele Betriebe anstelle der Konzentration in einigen wenigen die Geschwindigkeit bei Innovationen verringern.

So kann man dabei sein

Dennoch ist auch bei privaten Investoren der Halbleiter-Trend längst angekommen. Im ersten Quartal 2021 erreichten die Investitionen von Venture-Capital-Firmen in Halbleiterunternehmen mit 2,64 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchstwert. Und auch Europas erster Halbleiter-ETF (VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF) benötigte gerade einmal ein halbes Jahr, um ein Fondsvermögen von über 500 Millionen US-Dollar zu erreichen.

Von der steigenden Nachfrage und der geplanten Ausweitung der Produktionskapazitäten dürften in den kommenden Jahren nicht nur die Halbleiterproduzenten stark profitieren. Positiv entwickeln können sich auch Zulieferer und Unternehmen, die Maschinen und Ausrüstung für die Chip-Hersteller bereitstellen. Das Grundmaterial für die Mikrochips sind sogenannte Wafer: Hauchdünne Platten aus „halbleitenden“ Materialien wie beispielsweise Silizium. Aufgrund des hochkomplexen und zeitaufwendigen Herstellungsprozesses nimmt das Produktions-Equipment eine kritische Rolle ein. Eine Analyse von Bloomberg deutet auf ein Wachstum des Markts für Equipment von 7% in 2021 auf 62 Mrd. USD. In den folgenden Jahren dürfte sich das strukturelle Wachstum das Segment fortsetzen und im besten Fall zu einer jährlichen Zunahme von 7% auf 85 Mrd. USD in 2025 führen.

Marktübersicht: Wafer Produktionsequipment

Anlagetrends-Chart-Marktübersicht-Wafer

Die Halbleiterindustrie könnte in den kommenden Jahren zu den Post-Pandemie-Gewinnern gehören. Gründe dafür sind die derzeitigen Engpässe und geplante Standortwechsel bei Produktionsstätten. Auch um neue Technologien wie 5G, künstliche Intelligenz oder Elektrofahrzeuge zu ermöglichen, sind Halbleiter notwendiger denn je. Somit profitiert die Industrie nicht nur von zyklischen, kurzfristigen Effekten, sondern auch vom strukturellen Wachstum der digitalen Revolution.

Schätzen Sie die Entwicklung bei Halbleitern ähnlich ein?

Mit folgenden beispielhaften Anlageideen können Sie in diese Branche investieren:

Aktien weltweit Technologie

VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF (WKN A2QC5J)
 

Mit dem VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF können Anleger gezielt in Unternehmen des Halbleitersektors investieren. Diese sind an US-Börsen gelistet. Der Index beinhaltet stets mindestens 25 Werte. Die Gewichtung eines Wertes ist auf maximal zehn Prozent begrenzt.

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Allianz Global Investors Fund - Allianz Global Artificial Intelligence A EUR (WKN A2DKAR)

Der Fonds investiert mindestens 70% seines Vermögens in Aktien von internationalen Unternehmen, die zumindest zum Teil im Bereich "Künstliche Intelligenz" ("artificial intelligence") tätig sind oder Verbindung dazu haben.
 

Aktien weltweit Standardwerte Growth A111ZF

T. Rowe Price Funds SICAV - Global Technology Equity Fund A USD (WKN A14UXV)

Der Fonds investiert in ein breit gestreutes Portfolio mit Aktien von Technologieunternehmen. Dabei liegt der Fokus hauptsächlich auf führenden globalen Technologieunternehmen. Investiert wird dabei auch in Unternehmen aus Schwellenländern.
 

  

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