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Aktuell im Fokus: Zinsen, Inflation, Energiepreise und deren Zusammenhänge

Die amerikanische Notenbank Fed erhöht erstmals seit Ende 2018 wieder die Leitzinsen und setzt somit ein Zeichen gegen die hohe Inflation. Nachdem die Fed die Leitzinsen im März 2020 auf das bisherige Niveau gesenkt hatte, um den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken, sorgten die steigenden US-Verbraucherpreise für Handlungsdruck. Im Februar 2022 stiegen die Verbraucherpreise um 7,9 Prozent. Eine solch starke Steigerung war zuletzt vor 40 Jahren zu beobachten. Die Erhöhung der Leitzinsen soll in Folge dessen die Nachfrage nach Waren und Investitionen verringern und somit der Inflation entgegenwirken.

Durch die Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte, liegt der neue geldpolitische Leitzins nun in einer Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent – nach bislang 0 bis 0,25 Prozent. Weitere Zinserhöhungen stünden in Aussicht, erklärte die Fed in ihrem Zinsausblick. Sie halte ein Zinsniveau von 1,9 Prozent Ende 2022 für angemessen.

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Inflationsrate: USA und Eurozone

Diagramm Inflationsrate USA und Eurozone

Quellen: 
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/191086/umfrage/monatliche-inflationsrate-in-den-usa/

Im Vergleich zur Fed belässt die Europäische Zentralbank EZB den Leitzins vorerst bei historisch niedrigen null Prozent, trotz der hohen Inflation von 5,9 Prozent in der Eurozone im Februar 2022. Die gestiegene Inflationsrate schmälert dabei die Kaufkraft von Verbrauchern. Eine mögliche Zinswende ist jedoch in Aussicht, die die Inflation eindämmen könnte. Zwei Wochen nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine, erklärte die EZB eine mögliche Abkehr von der Nullzinspolitik aufgrund der rasant steigenden Preise. Wann die EZB jedoch einen Kurswechsel einleiten wird, lässt diese sich aufgrund der aktuellen Situation noch offen.

Rasant steigende Energiepreise

Die Ursache der hohen Inflation ist mitunter auf die Entwicklung der Energiekosten zurückzuführen. In Deutschland sind die Energiepreise für importierte Energie im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 129,5 Prozent gestiegen. Inländisch erzeugter Strom ist um 68,0 Prozent zum Vorjahresmonat teurer geworden und Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe 22,5 Prozent mehr zahlen, als noch im Februar 2021. Bereits vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat die angespannte Versorgungslage mit Erdgas und die Unsicherheit auf den Energiemärkten zur Preissteigerung der Energiepreise beigetragen.

Diagramm Preisentwicklung für Energie

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

Durch die hohe Nachfrage nach fossiler Energie, mussten Unternehmen zwangsläufig mehr CO2-Zertifikate erwerben. Ein CO2-Zertifikat berechtigt Unternehmen dazu, innerhalb einer bestimmten Zeitperiode eine Tonne Kohlendioxid, welches durch die Generierung fossiler Energie entsteht, zu produzieren. Diese Zertifikate müssen über den Europäischen Emissionshandel, das zentrale Klimaschutzinstrument der EU, gekauft werden. Durch die höhere Nachfrage von CO2-Zertifikaten stieg auch deren Preis stark an. Dieser Anstieg ließ wiederum die Strompreise weiter steigen. Zusätzlich verschärfte die aktuelle Situation in der Ukraine nochmals die Lage und sorgte für einen rasant steigenden Strompreis an der Strombörse. So wies der Monat März 2022 mit den Kosten von im Schnitt 252 Euro pro Megawattstunde ein Rekord-Hoch auf – das ist gleichbedeutend mit einer Steigerung um 436 % zu März 2021.

Diagramm erneuerbare Energie vs. konventionelle

Russland ist einer der weltweit bedeutendsten Produzenten von Erdöl und Erdgas. Auch Deutschland hat mit 24,1 Prozent (Stand Januar 2022) aller seiner Erdöl- und Gasimporte eine hohe Abhängigkeit von Russland. Da die Entwicklungen des Krieges in der Ukraine und die zukünftige wirtschaftliche Beziehung zu Russland ungewiss sind, rücken die Klimaziele mit dem Ausbau erneuerbarer Energien immer weiter in den Fokus. Somit will Deutschland langfristig unabhängiger von fossiler Energie werden und gleichzeitig den daraus resultierenden Ausstoß von CO2 verringern. Des Weiteren zeigt sich, dass die Energieumwandlung in elektrischen Strom bei erneuerbaren Energien oftmals kostengünstiger ist, was sich weiter positiv auf die zukünftigen Energiepreise auswirken könnte. Es scheint daher sinnvoll und lukrativ, weiter auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu setzen, da so auch der bereits beschriebene Preisanstieg der fossilen Energien mitunter durch die CO2-Zertifikate umgangen wird.

Konjunkturausblick

Durch den Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation senkt die EZB ihre Prognose des Wirtschaftswachstums auf 3,7 Prozent, nachdem sie zuvor von 4,2 Prozent ausgegangen war und geht von einer Inflation von 5,1 Prozent in der Eurozone für 2022 aus. Auch die Fed senkt die Wachstumsprognosen für das aktuelle Jahr von 4,0 auf 2,8 Prozent und prognostiziert eine Inflation von 4,2 Prozent. Mittelfristig streben die Zentralbanken eine stetige Inflation von 2,0 Prozent an.

Die Leitzinserhöhungen der Fed und die möglicherweise geplante Erhöhung bei der EZB könnten die Konjunkturen zwar dämpfen. Jedoch soll damit auch vermieden werden, dass aus der noch kurzfristigen Preissteigerung ein längerfristiger Inflationsprozess wird.

Allen Entwicklungen zum Trotz bleibt die Inflationsrate vorerst weit über dem Leitzinsniveau, woraus ein negativer Realzins resultiert. Aus diesem Grund bleiben Anlagen auf dem Kapitalmarkt langfristig weiterhin attraktiv, auch wenn diese aktuell mit höheren Volatilitäten versehen sind. Unserer Einschätzung zur Folge ist daher aufgrund der aktuellen Lage der Fokus weiter auf den Ausbau erneuerbarer Energien gerichtet. Um als Investor von einer erfolgreichen Energiewende zu profitieren könnte man zum einen über ein Investment in einen thematisch-passend aufgestellten Investmentfonds nachdenken. Zum anderen könnten Ressourcen wie Industriemetalle, die zur Dekarbonisierung der Industrie notwendig sind, langfristig interessant sein.

Anleger die dieser Einschätzung folgen und potentielles Interesse an Investitionen in die genannten Bereiche haben, könnten folgende beispielhafte Produkte in Betracht ziehen:

Snapshot WKN A1T8W2

BNP Paribas Funds Energy Transition Cl. Cap
WKN A1T8W2

Es handelt sich um einen aktiv verwalteten Fonds, dessen Titel das Fondsmanagement aufgrund seiner Überzeugungen ausgewählt hat (sog. High Conviction Ansatz). Das Ergebnis ist ein thematisches, globales All-Cap Portfolio von 30 bis 50 Unternehmen, die die Energiewende tragen und von ihr profitieren sollen. Dabei wird in die 3 Kernthemen der Energiewende investiert: Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung.

Snapshot WKN LYX0CB

Lyxor MSCI New Energy ESG Filtered (DR) UCITS ETF 
WKN LYX0CB

Der Lyxor New Energy UCITS ETF ist ein OGAW-konformer börsengehandelter Fonds mit dem Ziel, den Referenzindex World Alternative Energy Total Return Index so genau wie möglich abzubilden. Der World Alternative Energy Total Return Index bildet die global 20 größten Unternehmen ab, die im Bereich der alternativen Energie tätig sind. Um eine effiziente Diversifikation zu gewährleisten ist ein einzelnes Unternehmen auf eine Gewichtung von maximal 10 % begrenzt.

Snapshot WKN A0MW0M

iShares Global Clean Energy UCITS ETF USD
WKN A0MW0M

Dies ist ein UCITS-konformer ETF, der den S&P Global Clean Energy Index synthetisch abbildet. Der Index setzt sich aus einer Selektion von 30 Large-Caps zusammen und zielt darauf ab, die Wertentwicklung der 30 größten Unternehmen weltweit abzubilden, die im Bereich sauberer Energie(-gewinnung) tätig sind.

Snapshot WKN A0KRKG

WisdomTree Industrial Metals
WKN A0KRKG

WisdomTree Industrial Metals ermöglicht Investoren eine Total-Return-Anlage in einen Korb von Futures auf Industriemetalle. Dabei wird der Bloomberg Industrial Metals Subindex („Index“) nachgebildet. Mit diesem ETC können Sie an der Wertentwicklung der Industriemetalle Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel partizipieren.

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