Was sind Staatsanleihen und welche Rolle spielen sie im Portfolio?

16.09.2026   Lesezeit: ca. 6 Minuten

In den vergangenen Jahren sind die Zinsen spürbar gestiegen. Viele Anleger fragen sich daher: Was sind Staatsanleihen eigentlich und welche Vorteile können sie für ein Depot bieten? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Staatsanleihen funktionieren, welche Risiken Sie kennen sollten und wie sie ein Portfolio sinnvoll ergänzen können. Der Fokus liegt auf den Grundlagen, nicht auf einer konkreten Kaufempfehlung.

Mann in hellblauem Hemd sitzt vor einem Fenster an seinem Laptop

Was sind Staatsanleihen: Das Wichtigste in Kürze

  • Staatsanleihen sind Wertpapiere, mit denen sich Staaten Geld von Anlegern leihen.
  • Bei klassischen Staatsanleihen erhalten Anleger während der Laufzeit regelmäßige Zinszahlungen. Bei Fälligkeit wird in der Regel der Nennwert zurückgezahlt, der tatsächliche Anlageerfolg hängt zusätzlich vom Kaufkurs ab.
  • Die Bonität des jeweiligen Staates bestimmt maßgeblich, wie sicher eine Anleihe gilt.
  • Vor dem Laufzeitende schwankt der Kurs einer Anleihe mit der Entwicklung des Marktzinses.
  • Staatsanleihen hoher Bonität gelten traditionell als risikoärmerer Baustein im Portfolio.
  • Der Kauf ist direkt über einzelne Anleihen oder über Anleihen-ETFs möglich.

Einfach erklärt: Was sind Staatsanleihen?

Eine Staatsanleihe ist im Grunde ein Kredit, den Sie einem Staat geben. Der Staat verpflichtet sich im Gegenzug, Ihnen über die Laufzeit regelmäßige Zinsen zu zahlen und bei Fälligkeit den Nennwert zurückzuzahlen. Anders als bei Aktien werden Sie mit einer Staatsanleihe nicht Miteigentümer eines Unternehmens, sondern Gläubiger eines Staates. Das verändert den Charakter der Anlage grundlegend.

Während der Wert einer Aktie von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens abhängt, hängt der einer Staatsanleihe vor allem von der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Staates und vom allgemeinen Zinsniveau ab. Für viele Anleger sind Staatsanleihen deshalb ein Gegengewicht zu schwankungsreicheren Anlageklassen wie Aktien. In Deutschland gehören zu den bekanntesten Formen die Bundesanleihen, die der Bund über die Deutsche Finanzagentur ausgibt.

Staaten emittieren Staatsanleihen typischerweise, um Haushaltsausgaben, Investitionen oder bestehende Schulden zu finanzieren. Die Emission erfolgt in der Regel über Auktionen, an denen institutionelle Anleger wie Banken oder Fondsgesellschaften teilnehmen. Privatanleger erwerben Staatsanleihen meist am Sekundärmarkt über die Börse, teilweise ist auch eine Zeichnung bei Neuemissionen möglich.

Wie funktionieren Anleihen?

Um zu verstehen, wie Anleihen funktionieren, lohnt sich ein Blick auf drei zentrale Begriffe: 

  • Nennwert
  • Kupon
  • Laufzeit

Diese drei bestimmen gemeinsam, wie viel Geld Sie investieren, welche Zinsen Sie erhalten und wann Sie Ihr Kapital zurückbekommen.

Kupon, Nennwert und Laufzeit einfach erklärt

Der Nennwert einer Anleihe ist der Betrag, den Sie am Ende der Laufzeit zurückerhalten, häufig 1.000 Euro pro Anleihe. Der Kupon gibt an, wie hoch die jährliche Zinszahlung ausfällt, angegeben in Prozent vom Nennwert. Bei einem Kupon von 3 Prozent und einem Nennwert von 1.000 Euro erhalten Sie also 30 Euro Zinsen pro Jahr.

Die Laufzeit legt fest, wie lange der Staat sich das Geld leiht. Staatsanleihen reichen von kurzfristigen Papieren mit ein bis zwei Jahren über mittelfristige Laufzeiten von etwa zwei bis zehn Jahren bis zu langfristigen Anleihen mit teilweise über zehn oder sogar dreißig Jahren Laufzeit. Die Laufzeit beeinflusst dabei nicht nur die Höhe der Zinsen, sondern auch das Kursrisiko: Anleihen mit langer Laufzeit reagieren auf Zinsänderungen in der Regel stärker als kurzlaufende Anleihen, ihr Kurs kann deshalb bei gleicher Zinsbewegung deutlicher schwanken.

Kaufen Sie die Anleihe direkt bei der Emission und halten Sie sie bis zum Laufzeitende, wissen Sie von Anfang an, welche Zinszahlungen Sie erhalten und wann Sie Ihr Kapital zurückbekommen. Wird eine Anleihe während der Laufzeit gehandelt, kann ihr Preis über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem, wie attraktiv ihr Kupon im Vergleich zum aktuellen Marktzins ist. Kaufen Sie eine Anleihe zu einem Preis unter dem Nennwert, erhöht sich Ihre tatsächliche Rendite bis zum Laufzeitende entsprechend, kaufen Sie über dem Nennwert, verringert sie sich.Neben klassischen Anleihen mit jährlicher Zinszahlung gibt es auch sogenannte Nullkuponanleihen, bei denen keine laufenden Zinszahlungen erfolgen. Stattdessen wird die Anleihe von vornherein unter dem Nennwert ausgegeben, die Differenz zum Nennwert stellt bei Fälligkeit den rechnerischen Zinsertrag dar.

Warum der Kurs vor Laufzeitende schwankt

Möchten Sie eine Anleihe vor dem Laufzeitende verkaufen, erzielen Sie nicht automatisch den Nennwert, sondern den aktuellen Marktpreis. Dieser Marktpreis hängt eng mit dem allgemeinen Zinsniveau zusammen.

  •  Steigen die Zinsen am Markt, verlieren bereits ausgegebene Anleihen mit niedrigerem Kupon an Attraktivität, ihr Kurs sinkt. 
  • Sinken die Zinsen, werden ältere Anleihen mit höherem Kupon attraktiver, ihr Kurs steigt.

Dieser Zusammenhang erklärt, warum der Wert einer Anleihe während der Laufzeit schwanken kann, auch wenn sich an der Bonität des Staates nichts ändert.

Welche Risiken haben Staatsanleihen?

Staatsanleihen gelten traditionell als risikoärmer, sind aber nicht risikofrei. Drei Risikoarten spielen eine besondere Rolle: das Bonitätsrisiko, das Zinsänderungsrisiko und das Inflationsrisiko. Wie stark diese Risiken ins Gewicht fallen, hängt vom jeweiligen Emittenten ab.

Bundesanleihen gelten aufgrund der hohen Bonität Deutschlands als risikoarm, während Staatsanleihen aus Ländern mit geringerer Bonität höhere Risikoaufschläge und damit auch höhere Zinsen bieten können. Ratingagenturen wie Standard & Poor's, Moody's und Fitch bewerten die Bonität von Staaten und geben damit eine Orientierung, wie hoch das Ausfallrisiko einer Staatsanleihe eingeschätzt wird. Länder mit einem sehr guten Rating zahlen in der Regel niedrigere Zinsen, weil Anleger ihnen ein geringeres Risiko zuschreiben. Länder mit schwächerem Rating müssen Anlegern dagegen höhere Zinsen bieten, um das höhere wahrgenommene Risiko auszugleichen.


Weiterführende Informationen zu Bundeswertpapieren stellt die Deutsche Finanzagentur zur Verfügung.
 

Diese drei Risikoarten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bonitätsrisiko: Ein Staat kann seinen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig nachkommen. Das Risiko unterscheidet sich stark zwischen den Emittenten.
  • Zinsänderungsrisiko: Steigende Marktzinsen können den Kurs bestehender Anleihen unter ihren Nennwert drücken, wenn Sie vor dem Laufzeitende verkaufen.
  • Inflationsrisiko: Übersteigt die Inflation die erzielte Verzinsung, sinkt die reale Kaufkraft der Rückzahlung.

Bei Staatsanleihen in fremder Währung kommt zusätzlich ein Wechselkursrisiko hinzu.

Neben den einzelnen Risikoarten lohnt sich auch ein Blick auf Vor- und Nachteile von Staatsanleihen im direkten Vergleich:
 

Bonität
mit hoher Bonität gilt das Ausfallrisiko als sehr gering
mit geringerer Bonität steigt das Ausfallrisiko
Zinszahlungen
feste, im Voraus bekannte Zinszahlungen über die gesamte Laufzeit
bietet keinen automatischen Schutz vor einer unerwartet hohen Inflation
Kursverlauf
bis zum Laufzeitende steht der Rückzahlungsbetrag von vornherein fest
bei vorzeitigem Verkauf kann der Kurs unter dem Nennwert liegen
Rendite
kann in Zeiten höherer Zinsen eine attraktivere laufende Verzinsung bieten
Renditechancen liegen langfristig meist unter denen von Aktien
Portfolio-Funktion
kann als Gegengewicht zu schwankungsreicheren Anlagen wie Aktien dienen
trägt allein meist nicht in gleichem Maß zum langfristigen Vermögensaufbau bei wie renditestärkere Anlageklassen

Wie hängen Zinsniveau und Rendite bei Staatsanleihen zusammen?

Die Rendite einer Staatsanleihe setzt sich aus dem Kupon und der Kursentwicklung bis zum Laufzeitende zusammen. Sie hängt eng mit dem allgemeinen Zinsniveau zusammen. Steigt das Zinsniveau am Markt, müssen neu emittierte Anleihen Anlegern in der Regel eine höhere Rendite bieten, etwa über einen höheren Kupon oder einen entsprechenden Ausgabepreis, während ältere Anleihen mit niedrigerem Kupon an Wert verlieren.

Ein Beispiel veranschaulicht den Zusammenhang: Kaufen Sie eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem Kupon von 3 Prozent nicht bei der Emission, sondern später am Markt zu einem Kurs von 950 Euro, erhalten Sie weiterhin 30 Euro Zinsen pro Jahr. Bezogen auf Ihren tatsächlichen Kaufpreis entspricht das einer laufenden Rendite von rund 3,2 Prozent statt der ursprünglichen 3 Prozent. Kaufen Sie dieselbe Anleihe dagegen zu einem Kurs von 1.050 Euro, sinkt die laufende Rendite auf etwa 2,9 Prozent.

In den vergangenen Jahren ist das allgemeine Zinsniveau spürbar gestiegen, wodurch Staatsanleihen im Vergleich zu den Jahren zuvor wieder eine höhere laufende Verzinsung bieten können.

Dabei lohnt sich auch ein Blick auf den Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite: Die nominale Rendite gibt die Verzinsung ohne Berücksichtigung der Inflation an, während die reale Rendite die Entwicklung der Kaufkraft berücksichtigt. Liegt die nominale Verzinsung beispielsweise bei 3 Prozent und die Inflation bei 2 Prozent, ergibt sich näherungsweise eine reale Rendite von rund 1 Prozent. Übersteigt die Inflation die nominale Verzinsung, sinkt die reale Kaufkraft trotz positiver Zinszahlungen.

Wie hoch die tatsächliche Rendite einer einzelnen Anleihe ausfällt, hängt immer vom Einzelfall ab, insbesondere vom Emittenten, vom Kupon und vom Kaufzeitpunkt. Diese lässt sich nicht pauschal beziffern.

Welche Rolle können Staatsanleihen im Portfolio spielen?

Innerhalb eines Portfolios übernehmen Staatsanleihen häufig eine ausgleichende Funktion neben Aktien und anderen renditeorientierten Anlagen. Während Aktienkurse stärker schwanken können, gelten Staatsanleihen mit hoher Bonität als vergleichsweise stabiler Baustein. Ein Grund dafür ist, dass sich Staatsanleihen mit hoher Bonität in wirtschaftlich unsicheren Phasen historisch häufig anders entwickelt haben als Aktien.

Eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen kann deshalb dazu beitragen, Wertschwankungen im Gesamtportfolio auszugleichen. Manche Anleger nutzen zusätzlich die Staffelung von Laufzeiten, häufig als Laufzeitenstaffelung oder Bond Laddering bezeichnet, um Zinsänderungsrisiken über mehrere Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten zu verteilen.

Wie groß der Anteil an Staatsanleihen im eigenen Portfolio sinnvoll sein kann, hängt von individuellen Faktoren wie Anlagehorizont, Risikobereitschaft und persönlichen Zielen ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.

Direktkauf oder Anleihen-ETF: Wie unterscheiden sich die beiden Zugänge?

Für den Zugang zu Staatsanleihen kommen grundsätzlich zwei Varianten infrage, der Kauf einzelner Anleihen oder die Investition über einen Anleihen-ETF.

Beim Direktkauf entscheiden Sie sich für eine konkrete Anleihe mit festgelegtem Kupon und fester Laufzeit. Bei einem Anleihen-ETF bündeln Sie viele verschiedene Anleihen in einem einzigen Wertpapier und profitieren von einer breiteren Streuung. Beim Anleihen-ETF fallen in der Regel laufende Fondskosten an, beim Direktkauf einer Einzelanleihe können dagegen Spreads oder Handelsgebühren eine Rolle spielen, ein Blick auf die jeweiligen Kostenstrukturen kann sich deshalb vor einer Entscheidung lohnen.

Welche Variante besser zu den eigenen Zielen passt, hängt unter anderem vom gewünschten Diversifikationsgrad und vom Kapitalbedarf pro Einzelanleihe ab. Ein weiterer Unterschied betrifft die Rückzahlung: Bei einer einzelnen Anleihe steht bei Halten bis zur Fälligkeit ein fester Rückzahlungstermin zum Nennwert fest, vorausgesetzt die Bonität des Emittenten bleibt erhalten. Ein Anleihen-ETF hat dagegen in der Regel keine feste Endfälligkeit, da er seine Bestände fortlaufend rolliert. Der Wert des ETF schwankt entsprechend dauerhaft mit den Kursen der enthaltenen Anleihen.
 

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

Merkmal
Direktkauf einer Anleihe
Anleihen-ETF
Streuung
einzelnes Wertpapier eines Emittenten
breite Streuung über viele Anleihen
Laufzeit
feste, bekannte Laufzeit
variiert je nach Fondszusammensetzung*
Handelbarkeit
abhängig vom Emittenten und Handelsplatz
in der Regel börsentäglich handelbar
Kostenstruktur
Spreads beziehungsweise Handelsgebühren
laufende Fondskosten
Rückzahlung
fester Rückzahlungstermin zum Nennwert bei Fälligkeit, Bonität vorausgesetzt
kein fester Rückzahlungstermin, da der Fonds seine Bestände fortlaufend rolliert
*Bei einem Anleihen-ETF lässt sich die Zinssensitivität nicht über eine feste Laufzeit angeben, da sich die enthaltenen Anleihen laufend ändern. Stattdessen dient die sogenannte Duration als Kennzahl: Sie zeigt an, wie stark der Kurs des Fonds auf Veränderungen des Marktzinses reagiert.
Hinweis

Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Fazit: Baustein mit Kalkül

Staatsanleihen hoher Bonität zählen zu den traditionell risikoärmeren Bausteinen im Portfolio, ohne dabei völlig risikofrei zu sein. Bonität, Zinsniveau und Laufzeit bestimmen gemeinsam, wie sich eine Anlage entwickelt. Ob und in welchem Umfang Staatsanleihen für Sie infrage kommen, hängt von Ihrem Anlagehorizont, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren persönlichen Zielen ab. Zinserträge und mögliche Kursgewinne können zudem steuerlich relevant sein, maßgeblich ist Ihre persönliche steuerliche Situation.

Wenn Sie sich für die praktischen Möglichkeiten rund um Staatsanleihen interessieren, erhalten Sie unter Investieren mit Anleihen einen Überblick über die verfügbaren Anlagemöglichkeiten.

Häufig gestellte Fragen zu Staatsanleihen

Was ist eine Staatsanleihe einfach erklärt?

Eine Staatsanleihe ist ein Wertpapier, mit dem sich ein Staat Geld von Anlegern leiht. Im Gegenzug zahlt der Staat über die Laufzeit regelmäßige Zinsen und bei Fälligkeit den Nennwert zurück. Anders als bei einer Aktie werden Sie dabei nicht Miteigentümer eines Unternehmens, sondern Gläubiger eines Staates. Staatsanleihen hoher Bonität gelten deshalb traditionell als eher risikoärmerer Bestandteil eines Portfolios. 

Wie viel Zinsen bekommt man bei Staatsanleihen?

Wie hoch die Zinsen ausfallen, hängt vom jeweiligen Kupon, der Laufzeit und der Bonität des Staates ab. Allgemein orientieren sich die Zinsen einer neu emittierten Staatsanleihe am aktuellen Marktzinsniveau: Je höher dieses Niveau, desto höher fällt in der Regel auch der Kupon neuer Anleihen aus. Eine pauschale Zinsangabe ist deshalb nicht möglich, aktuelle Konditionen einzelner Anleihen lassen sich beim jeweiligen Emittenten oder Handelsplatz einsehen.

Sind Staatsanleihen wertstabil?

Staatsanleihen gelten grundsätzlich als vergleichsweise wertstabil, sind jedoch nicht risikofrei. Wie sicher eine Staatsanleihe ist, hängt stark von der Bonität des jeweiligen Staates ab. Anleihen von Ländern mit sehr hoher Bonität, etwa Bundesanleihen, gelten als besonders stabil, während Staatsanleihen aus Ländern mit geringerer Bonität ein höheres Ausfallrisiko tragen können. Auch Zinsänderungen können den Kurswert einer Anleihe während der Laufzeit beeinflussen.

Was ist der Nachteil von Staatsanleihen?

Ein möglicher Nachteil von Staatsanleihen ist die im Vergleich zu Aktien meist geringere Renditechance über lange Zeiträume. Zudem unterliegt der Kurs vor dem Laufzeitende Schwankungen, die sich aus Veränderungen des Marktzinses ergeben. Bei Staaten mit geringerer Bonität kommt zudem ein höheres Ausfallrisiko hinzu. Verkaufen Sie eine Anleihe vorzeitig, kann der erzielte Betrag unter Umständen unter dem ursprünglich investierten Kapital liegen.

Werden Anleihen immer vollständig zurückgezahlt?

Nein, eine vollständige Rückzahlung ist nicht garantiert. Bei Anleihen mit hoher Bonität, etwa Bundesanleihen, gilt das Ausfallrisiko als sehr gering, ausgeschlossen ist es jedoch nie vollständig. Bei Staaten mit geringerer Bonität steigt das Risiko, dass Zins- oder Rückzahlungen nicht vollständig oder nicht pünktlich erfolgen. Die Bonität des jeweiligen Emittenten ist deshalb ein zentraler Faktor bei der Einschätzung des Rückzahlungsrisikos.

Was unterscheidet Staatsanleihen von Aktien?

Der zentrale Unterschied liegt im rechtlichen Verhältnis zum Emittenten. Bei einer Staatsanleihe sind Sie Gläubiger und erhalten feste Zinsen sowie die Rückzahlung des Nennwerts, bei einer Aktie werden Sie dagegen Miteigentümer eines Unternehmens und tragen unmittelbar dessen unternehmerisches Risiko und dessen Chancen. Aktienkurse können stärker schwanken als die Kurse von Staatsanleihen mit hoher Bonität, gleichzeitig bieten Aktien langfristig oft höhere Renditechancen. Beide Anlageklassen können sich im Portfolio sinnvoll ergänzen.

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