27.10.2025 Lesezeit: ca. 6 Minuten
Für viele Menschen ist der Kauf einer Immobilie ein Lebenstraum – aber auch die wohl größte Investition, die sie jemals tätigen werden. Bei der Suche wird meist nur auf den Kaufpreis geachtet, dabei fallen noch eine ganze Reihe zusätzlicher Kosten an. Diese sogenannten Nebenkosten können leicht 10 bis 15 % des Kaufpreises ausmachen. Wer sie nicht mit einkalkuliert, dem droht am Ende eine Finanzierungslücke. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir die wichtigsten Nebenkosten im Detail. Um den Überblick zu erleichtern, lassen sich die Nebenkosten in zwei Gruppen einteilen: solche, die unvermeidbar sind, und solche, die nur in bestimmten Fällen anfallen.
Fazit
- Nebenkosten beim Immobilienkauf machen oft 10 % bis 15 % des Kaufpreises aus.
- Unvermeidbare Kosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren fallen immer an. Andere Nebenkosten sind optional.
- Durch sorgfältige Planung lassen sich einzelne Nebenkosten reduzieren.
Unvermeidbare Nebenkosten beim Immobilienkauf
Grunderwerbsteuer: Ein Pflichtbeitrag an den Staat
Notarkosten und Grundbuch: Rechtssicherheit beim Eigentum
In Deutschland darf eine Immobilie nicht „per Handschlag“ gekauft werden – der Kaufvertrag muss von einem Notar beurkundet werden. Der Notar ist dabei eine neutrale Instanz. Er sorgt dafür, dass der Vertrag rechtlich korrekt formuliert ist, erklärt den Inhalt beiden Parteien und achtet darauf, dass keine Seite benachteiligt wird.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Eintragung ins Grundbuch, das beim Amtsgericht geführt wird. Das Grundbuch ist sozusagen das „öffentliche Register“ aller Grundstücke und Immobilien. Dort ist genau vermerkt, wem die Immobilie gehört und ob Belastungen bestehen, zum Beispiel eine Grundschuld für ein Bankdarlehen. Ohne Eintrag ins Grundbuch gibt es kein gesichertes Eigentum. Die Kosten für Notar und Grundbuch betragen in der Regel 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises. Davon entfallen etwa 1,0 % bis 1,5 % auf den Notar und etwa 0,5 % bis 1,0 % auf die Grundbucheintragungen und die Grundschuldbestellung. Die genaue Höhe richtet sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) sowie dem Umfang der vom Notar erbrachten Leistungen.
Laufende Kosten: Der Alltag nach dem Kauf
Optionale Nebenkosten beim Immobilienkauf
Maklerprovision: Lohn für die Vermittlung
Gutachten und Bewertung: Unterstützung durch einen Profi
Finanzierungskosten: Die versteckten Ausgaben beim Kredit
Versicherungen: Schutz für Haus und Familie
Umzug und Renovierung: Mehr als nur Kisten schleppen
Wie lassen sich die Nebenkosten senken?
Ganz vermeiden lassen sich die Nebenkosten beim Immobilienkauf zwar nicht, doch es gibt einige Einsparmöglichkeiten:
- Maklerprovision umgehen: Wer direkt von privat kauft, spart die Provision. Alternativ lohnt sich ein Blick auf Immobilienportale mit provisionsfreien Angeboten.
- Kreditangebote vergleichen: Die Banken unterscheiden sich nicht nur bei den Zinsen, sondern auch bei Zusatzgebühren wie Schätzkosten oder Bereitstellungszinsen. Ein Vergleich kann hier mehrere Hundert Euro sparen.
- Förderungen nutzen: Die KfW fördert den Kauf oder Bau von selbstgenutzten Eigenheimen oder Eigentumswohnungen mit bis zu 100.000 Euro pro Vorhaben. Es kann sich also lohnen, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind.
- Eigenleistungen bei Renovierungen: Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenarbeit bei Maler- oder Renovierungsarbeiten erhebliche Kosten sparen.
Wer die unvermeidbaren Kosten fest einplant und die optionalen Posten realistisch einschätzt, verfügt über eine solide Kalkulationsbasis. Durch geschickte Planung lassen sich zudem an einigen Stellen die Ausgaben reduzieren.