6 Unternehmen die 2026 mit einem IPO den Sprung an die Börse wagen könnten

26.01.2026  Lesezeit: ca. 6 Minuten

Das neue Börsenjahr ist mit Rückenwind gestartet. In den ersten Wochen konnten viele internationale Aktienmärkte zulegen und zahlreiche Indizes notieren nahe ihren Höchstständen. In einem solchen Umfeld rücken auch Börsengänge wieder stärker in den Fokus, denn freundliche Marktbedingungen erleichtern Unternehmen den Gang an die Börse. Zugleich sind IPOs für Anleger interessant, da sie neue Unternehmen und spannende Geschäftsmodelle investierbar machen. Wir haben die aus heutiger Sicht spannendsten Kandidaten für einen Börsengang im Jahr 2026 zusammengestellt. (Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um eine Anlageberatung handelt)

Das Bild zeigt eine Person, die an einem Schreibtisch vor einem großen Fenster sitzt. Auf dem Schreibtisch steht ein Laptop, dessen Bildschirm mehrere bunte Kurvendiagramme und Zahlen zeigt, vermutlich Finanzdaten oder Aktienkurse. Die Person hält ein Tablet und scheint darauf zu tippen. Im Hintergrund sind Pflanzen und eine Kaffeetasse zu sehen, die Szenerie wirkt wie ein modernes Büro oder Homeoffice.

Fazit

  • Zahlreiche bekannte Unternehmen aus den Bereichen KI, Raumfahrt, Fintech und Industrie gelten als börsenreif.
  • Eine gesunkene Inflation und niedrigere Zinsen verbessern die Rahmenbedingungen für Börsengänge.
  • Einzelne Kandidaten wie SpaceX oder OpenAI könnten zu den größten Börsengängen der Geschichte zählen

Was spricht für Börsengänge im Jahr 2026?

Neben der aktuell positiven Marktstimmung sprechen auch die fundamentalen Rahmenbedingungen für eine Belebung der Neuemissionen. So ist die Inflation in den USA und Europa zurückgegangen, während die großen Notenbanken die Zinsen teils deutlich gesenkt haben. Das ist ein wichtiger Faktor für den IPOMarkt. Denn niedrigere oder fallende Zinsen verbessern die Bewertungsperspektiven, da zukünftige Gewinne weniger stark abgezinst werden. Unternehmen können so von günstigeren Platzierungsbedingungen profitieren, wobei dies nicht als Indikator für zukünftige Kursentwicklungen zu verstehen ist.

Hinzu kommt, dass viele der heute diskutierten IPO-Kandidaten – etwa aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Fintech, Defense Tech und digitale Plattformen – seit Jahren als „IPO-reif“ gelten. Sie haben Milliardenbewertungen auf dem privaten Markt erzielt, umfangreiche Sekundärtransaktionen durchgeführt und ihre Organisationen auf Kapitalmarktfähigkeit getrimmt. 2026 könnte das Jahr werden, in dem diese Unternehmen nicht länger warten müssen, sondern auf ein freundliches Marktumfeld treffen. Denn viele Investoren sind auf der Suche nach neuen Wachstumsstorys, da zahlreiche bestehende Tech-Aktien bereits sehr gut gelaufen sind.

Kurzum: Ein freundliches Börsenumfeld, gesunkene Zinsen, reifere Geschäftsmodelle und eine gut gefüllte IPO-Pipeline sprechen dafür, dass 2026 eines der interessantesten Jahre für Börsengänge seit Langem werden könnte – sowohl für Unternehmen als auch für Anleger.

Bekannte US-IPO-Kandidaten für 2026

Sicherlich gehören Raumfahrt und KI zu den Megatrends der letzten Jahre. 2026 könnten einige der bekanntesten Unternehmen aus diesen Bereichen an die Börse gehen.

SpaceX: Der Mega-Börsengang aus dem All?

SpaceX wurde von Elon Musk gegründet und verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell rund um die Themen Raumfahrt und satellitengestützte Kommunikation. Im Zentrum steht das Launch-Geschäft mit wiederverwendbaren Raketen, mit denen SpaceX sowohl kommerzielle Satelliten als auch staatliche Missionen und bemannte Raumflüge ins All bringt. Dieses eher projekt- und auftragsgetriebene Geschäft wird durch Starlink ergänzt, ein globales Satelliten-Internet, das Breitbandzugang ohne kabelgebundene Infrastruktur selbst in abgelegenen Regionen ermöglichen soll. Starlink gilt als wichtiger Baustein für planbarere, wiederkehrende Erlöse und wird häufig als zentraler Wachstumstreiber gesehen. Darüber hinaus könnten Zukunftsvisionen, wie etwa Rechenzentren im Weltraum, die Fantasie der Anleger beflügeln.

Ein möglicher Börsengang von SpaceX würde zweifellos zu den spektakulärsten IPOs der Geschichte zählen. In Medienberichten werden für ein IPO sehr hohe Bewertungsannahmen diskutiert, die im optimistischen Szenario bis in den Bereich von rund 1,5 Bio. US-Dollar reichen könnten. Entsprechend wird auch über ein mögliches Emissionsvolumen von bis zu 30 Mrd. US-Dollar spekuliert.¹ Damit würde SpaceX den bisherigen Rekordhalter, den saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco, dessen Börsengang Erlöse von knapp 26 Mrd. US-Dollar erzielte, übertreffen – vorbehaltlich des Marktumfelds, der Struktur und der tatsächlichen Umsetzung.

Grafik mit den größten Börsengängen weltweit nach Emissionsvolumen, Angabe jeweils in Millionen US-Dollar. Saudi Aramaco, 05.12.2019, Tadawul, mit einem Wert von 25.599; Alibaba, 18.09.2014, NYSE, mit einem Wert von 21.767; Soft Bank Corp, 10.12.2018, Tokyo Stock Exchange, mit einem Wert von 21.345; NTT Mobile, 22.10.1998, Tokyo Stock Exchange, mit einem Wert von 18.099; Visa, 18.03.2008, NYSE, mit einem Wert von 17.864; AIA, 21.10.2010, Hong Kong Exchange, mit einem Wert von 17.816; ENEL SpA, 01.11.1999, NYSE, mit einem Wert von 16.452; Facebook, 17.05.2012, Nasdaq, mit einem Wert von 16.007; General Motors, 17.11.2010, NYSE, mit einem Wert von 15.774 und ICBC Bank - H', 20.10.2006, Hong Kong Exchange, mit einem Wert von 13.960.
Grafik mit den größten Börsengängen weltweit nach Emissionsvolumen, Angabe jeweils in Millionen US-Dollar. Saudi Aramaco, 05.12.2019, Tadawul, mit einem Wert von 25.599; Alibaba, 18.09.2014, NYSE, mit einem Wert von 21.767; Soft Bank Corp, 10.12.2018, Tokyo Stock Exchange, mit einem Wert von 21.345; NTT Mobile, 22.10.1998, Tokyo Stock Exchange, mit einem Wert von 18.099; Visa, 18.03.2008, NYSE, mit einem Wert von 17.864; AIA, 21.10.2010, Hong Kong Exchange, mit einem Wert von 17.816; ENEL SpA, 01.11.1999, NYSE, mit einem Wert von 16.452; Facebook, 17.05.2012, Nasdaq, mit einem Wert von 16.007; General Motors, 17.11.2010, NYSE, mit einem Wert von 15.774 und ICBC Bank - H', 20.10.2006, Hong Kong Exchange, mit einem Wert von 13.960.
Quelle: Renaissance Capital (https://www.renaissancecapital.com/IPO-Center/Stats/Largest-Global-IPOs), Stand: Mai 2025

Von ChatGPT zum IPO?

OpenAI ist einer der bekanntesten Akteure im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Mit seinem Large-Language-Modell ChatGPT hat das Unternehmen maßgeblich den Grundstein für den heutigen KI-Boom gelegt. Inzwischen hat sich OpenAI von einem Forschungsunternehmen zu einem kommerziell ausgerichteten Plattformanbieter entwickelt. Die Erlöse stammen vor allem aus Abonnements, der Nutzung über Programmierschnittstellen (APIs) sowie aus Unternehmenslösungen, mit denen Firmen KI-Funktionen in ihre eigenen Produkte und Prozesse integrieren können. Dem stehen allerdings hohe laufende Investitionen, insbesondere für Rechenleistung, Chips und Infrastruktur, gegenüber.

Laut Medienberichten erzielte OpenAI im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 13 Mrd. US-Dollar und rechnet intern mit einem deutlichen Wachstum in den kommenden Jahren.2 Entsprechend hoch sind die Bewertungsannahmen, die im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang diskutiert werden. Die Spanne reicht von etwa 500 Mrd. bis hin zu 1 Bio. US-Dollar.3

Anthropic: Der leise KI-Star vor dem Börsengang?

Mit Anthropic steht ein weiterer wichtiger KI-Anbieter auf der Liste potenzieller IPO-Aktien. Das Unternehmen entwickelt große Sprachmodelle unter dem Namen „Claude” und legt besonderen Wert auf eine zuverlässige und für Unternehmen gut steuerbare KI. Der Schwerpunkt liegt weniger auf breiten Endkundenanwendungen als auf Unternehmenslösungen, die sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Gerade im Bereich der Programmierung und des Codings wird Claude häufig eingesetzt. Die Umsätze entstehen vor allem über Nutzungsentgelte, Abonnements und Partnerschaften.

Trotz einer kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde gibt es Medienberichte, denen zufolge Anthropic bereits die Vorbereitungen für einen Börsengang trifft. Damit könnte das Unternehmen OpenAI zeitlich voraus sein und als eines der ersten reinen KI-Unternehmen an den Kapitalmarkt gehen. In diesem Zusammenhang werden Bewertungen von rund 350 Mrd. US-Dollar genannt.⁴

Spannende IPO-Kandidaten aus Europa

Zwar gibt es in Europa deutlich weniger KI- und Raumfahrtunternehmen als in den USA, doch auch hier gibt es eine Reihe spannender Firmen, deren Börsengang zunehmend in den Fokus rückt und deren Aktien künftig erstmals für Anleger handelbar sein könnten.

TK Elevator: Mit dem Aufzug auf das Parkett

TK Elevator ist einer der weltweit größten Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen sowie Anbieter von Instandhaltungs- und Serviceleistungen. Das Unternehmen ging aus der Thyssenkrupp Elevator AG hervor und beschäftigt eigenen Angaben zufolge mehr als 50.000 Mitarbeiter. Zuletzt erzielte TK Elevator einen Umsatz von rund 9,2 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis auf einen Rekordwert von etwa 1,6 Mrd. Euro stieg. Dem operativen Erfolg steht allerdings eine hohe Verschuldung von rund 10 Mrd. Euro gegenüber.5

Die privaten Eigentümer von TK Elevator – darunter die Finanzinvestoren Advent International und Cinven – bereiten einem Medienbericht zufolge einen Börsengang vor. Als möglicher Börsenplatz wird vor allem Frankfurt genannt, alternativ wird auch ein Listing in den USA geprüft. Marktbeobachter werten den geplanten Schritt als einen der potenziell größten Börsengänge im europäischen Industriesektor. Die letzte bekannte Bewertung von TK Elevator lag bei rund 23 Mrd. Euro.⁶

Revolut: Europas Fintech-Riese bald als Aktie?

Revolut ist eine 2015 in London gegründete Neobank und Finanz-App, die sich zu einem der bedeutendsten digitalen Finanzdienstleister Europas entwickelt hat. Über eine zentrale App bietet Revolut ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen – von Girokonten und Karten über Währungsumtausch und Zahlungsverkehr bis hin zu Investments und Kryptowährungen. Laut eigenen Angaben hat Revolut mehr als 65 Millionen Kunden in über 160 Ländern und Regionen.7

Auch auf der Kapitalseite hat Revolut zuletzt deutlich an Gewicht gewonnen. Eine Transaktion auf dem Sekundärmarkt im November 2025 bewertete das Unternehmen mit rund 75 Mrd. US-Dollar und unterstrich damit seine Stellung als wertvollstes Fintech Europas. Für das Jahr 2026 stellt das Management einen Umsatz von rund 9 Mrd. US-Dollar sowie einen Gewinn von etwa 3,5 Mrd. US-Dollar in Aussicht.8 Revolut gibt sich beim Thema Börsengang derzeit zwar zurückhaltend und betont, keinen konkreten IPO-Zeitplan zu verfolgen. Ein weiterhin freundliches Börsenumfeld könnte diese Haltung jedoch mit der Zeit verändern.

KNDS: Rüstungsboom als Rückenwind fürs IPO?

In den vergangenen Jahren war neben KI auch der Bereich Rüstung ein klarer Megatrend, der von deutlich gestiegenen Verteidigungsausgaben und anhaltenden geopolitischen Spannungen getragen wurde. Ein prominentes Beispiel dafür ist KNDS (Krauss-Maffei Wegmann + Nexter Defense Systems). Das Unternehmen entstand 2015 aus der deutsch-französischen Fusion der beiden Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Nexter und zählt heute zu den führenden Herstellern von Landverteidigungssystemen in Europa. Zum Portfolio gehören unter anderem der Leopard-2-Kampfpanzer, gepanzerte Fahrzeuge sowie weitere militärische Plattformen für unterschiedliche Einsatzszenarien.⁹

KNDS hat inzwischen bestätigt, dass ein Börsengang im Jahr 2026 vorbereitet wird – vorbehaltlich der jeweiligen Marktbedingungen. Geplant ist eine Doppelnotierung sowohl an der Frankfurter Wertpapierbörse als auch an der Börse in Paris, um die europäische Ausrichtung des Konzerns zu unterstreichen. Mit dem IPO soll die langfristige Wachstumsstrategie unterstützt und zusätzlicher finanzieller Spielraum für Investitionen in Produktionskapazitäten, Technologie und Innovation geschaffen werden. In Medienberichten wird für KNDS eine mögliche Bewertung von rund 20 Mrd. Euro genannt.10

Weitere IPO-Kandidaten 2026

Neben den bereits vorgestellten Kandidaten gibt es eine Reihe weiterer Unternehmen, deren Börsengang immer wieder diskutiert wird und deren Aktien im Falle eines IPOs erstmals an den Kapitalmärkten handelbar wären. Folgende Namen werden häufig genannt:

  • Bitpanda (Krypto-Broker)
  • Canva (Design-Software)
  • Celonis (Process Mining)
  • Databricks (Daten & KI)
  • Discord (Community-Plattform)
  • Flix (Fernbus & Bahn)
  • GetYourGuide (Reise-Erlebnisse)
  • Kraken (Kryptobörse)
  • Mobile.de (Auto-Marktplatz)
  • SumUp (Zahlungsabwicklung)

In Neuemissionen investieren

In der Regel interessieren sich viele Menschen für das neue Wertpapier, sobald ein Börsengang angekündigt wird. Ist eine Zeichnung bei der Consorsbank möglich? Wenn ja, haben Sie die Chance, die Aktie zum Emissionspreis zu erwerben. So partizipieren Sie von der ersten Minute an an der Kursentwicklung.

Was Anleger vor einer Zeichnung prüfen sollten:

Vor einer Zeichnung sollten Anleger den Emissionsprospekt sorgfältig lesen, um sich ein klares Bild vom Geschäftsmodell, der finanziellen Situation, den Risiken und der Bewertung des Unternehmens zu machen. Zudem ist es wichtig zu prüfen, wie der Emissionspreis im Vergleich zu börsennotierten Wettbewerbern einzuordnen ist und ob der Börsengang zur eigenen Anlagestrategie und Risikobereitschaft passt. Da Zuteilungen nicht garantiert sind und die Kurse nach dem Börsenstart schwanken können, empfiehlt es sich, die Zeichnung eher als strategische Beimischung und nicht als kurzfristige Spekulation zu betrachten.