Wie aktive ETFs Ihre Geldanlage verändern

28.08.2026   Lesezeit: ca. 7 Minuten
 

Aktive ETFs verbinden zwei Welten, die viele Anleger bisher getrennt betrachtet haben: Sie handeln wie ein klassischer ETF an der Börse, folgen aber keinem starren Index, sondern werden von einem Fondsmanagement aktiv gesteuert. Dieser Artikel erklärt, was aktive ETFs von passiven Varianten unterscheidet, welche Vorteile und Risiken damit verbunden sind und wie professionelles Fondsmanagement innerhalb der ETF-Struktur konkret arbeitet.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit einem Laptop, einer Tasse und einem Smartphone in der Hand. Im Hintergrund sind große Fenster, durch die man Pflanzen sieht.
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Aktive ETFs: Das Wichtigste in Kürze

  • Aktive ETFs kombinieren die Börsenhandelbarkeit eines ETFs mit der aktiven Steuerung durch ein Fondsmanagement.
  • Statt einem Index zu folgen, wählt das Fondsmanagement gezielt Titel aus und reagiert auf Marktveränderungen.
  • Ein aktives Risikomanagement kann zusätzlich von außen eingreifen, unabhängig von der eigentlichen Anlageentscheidung.
  • Im Vergleich zum klassischen aktiven Fonds bieten aktive ETFs häufig eine höhere Transparenz und tägliche Handelbarkeit.
  • Aktive ETFs können sich für Anleger eignen, die Diversifikation mit einer gezielteren Titelauswahl verbinden möchten.

Wie sich ein aktiver Investmentansatz in der Praxis konkret umsetzen lässt, zeigt der Blogbeitrag am Beispiel der aktiven ETFs von Allianz Global Investors. Noch tiefer geht der Investmentprozess in der Podcast-Folge „Deep in the Money“ mit Robert Engel von Allianz Global Investors.

Nicht ob aktiv, sondern wie: Eine neue Frage für ETF-Anleger

Lange Zeit drehte sich die ETF-Diskussion um eine einzige Frage: aktiv oder passiv? Aktive ETFs verschieben diese Frage. Sie zeigen, dass sich aktives Management und die Struktur eines ETFs nicht ausschließen, sondern ergänzen können.

Für Sie als Anleger bedeutet das: Die relevante Frage lautet nicht mehr, ob aktives Management grundsätzlich sinnvoll ist, sondern wie es innerhalb einer modernen, börsengehandelten Struktur konkret funktioniert und wo es für Ihre eigene Anlagestrategie eine Rolle spielen kann.

Was sind aktive ETFs?

Ein klassischer ETF bildet einen Index ab und verändert seine Zusammensetzung nur, wenn sich der Index selbst ändert. Ein aktiver ETF funktioniert anders: Ein Fondsmanagement entscheidet fortlaufend, welche Wertpapiere im Portfolio liegen, und orientiert sich dabei an einer eigenen Anlagestrategie statt an einem festen Regelwerk. Trotzdem bleibt die vertraute ETF-Struktur erhalten: Sie können Anteile eines aktiven ETFs wie gewohnt über die Börse kaufen und verkaufen.

Abgrenzung zum klassischen, passiven ETF

Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Titelauswahl. Ein passiver ETF bildet beispielsweise einen breiten Aktienindex eins zu eins nach und übernimmt automatisch jede Indexanpassung. Ein aktiver ETF kann dagegen bewusst von der Indexgewichtung abweichen, einzelne Aktien stärker oder schwächer gewichten oder auf bestimmte Titel verzichten. Diese Freiheit ist der zentrale Unterschied und zugleich die Grundlage für die Vorteile, die im nächsten Abschnitt folgen.

Was aktives Management bei ETFs konkret leisten kann

Aktives Management bringt innerhalb der ETF-Struktur vier Eigenschaften mit, die für Ihre Geldanlage relevant sein können.

  • Aktives Management statt reiner Indexnachbildung: Das Fondsmanagement wählt Titel eigenständig aus, anstatt einen Index automatisch nachzubilden.
  • Reaktion auf Marktveränderungen: Bei veränderten Rahmenbedingungen kann das Fondsmanagement die Zusammensetzung des Portfolios anpassen, ohne auf eine Indexumstellung warten zu müssen.
  • Aktives Risikomanagement: Ein vom Portfoliomanagement unabhängiges Risikomanagement kann zusätzlich eingreifen, wenn bestimmte Risikoschwellen überschritten werden.
  • Kombination aus ETF-Vorteilen und professionellem Fondsmanagement: Sie profitieren von der gewohnten Handelbarkeit und Kostenstruktur eines ETFs und zugleich von einer aktiv gemanagten Anlagestrategie.

Aktive ETFs im Vergleich zum klassischen aktiven Fonds

Aktive ETFs sind nicht die einzige Möglichkeit, aktives Management zu nutzen. Auch klassische aktive Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert. Zwei Unterschiede sind für Ihre Entscheidung besonders relevant.

1. Kostenstruktur und Handelbarkeit

Aktive ETFs notieren durchgehend an der Börse und lassen sich während der Handelszeiten kaufen und verkaufen, ähnlich wie eine Aktie. Klassische aktive Fonds werden dagegen in der Regel nur einmal täglich zu einem festen Nettoinventarwert gehandelt. Die laufenden Kosten aktiver ETFs liegen häufig unterhalb klassischer aktiver Fonds, auch wenn sie über den Gebühren rein passiver ETFs liegen.

2. Transparenz

Aktive ETFs veröffentlichen ihre Portfoliozusammensetzung in der Regel täglich. Klassische aktive Fonds legen ihre Positionen oft nur mit deutlicher Verzögerung offen. Diese tägliche Transparenz kann Ihnen helfen, die tatsächliche Ausrichtung des Fonds jederzeit nachzuvollziehen.

    Chancen und Risiken ehrlich betrachtet

    Wie jede Form der Geldanlage bringen aktive ETFs sowohl Chancen als auch Risiken mit sich.

    Chancen

    Ein aktives Management kann grundsätzlich versuchen, seinen Vergleichsindex zu übertreffen und dabei eine höhere Rendite anzustreben. Im Vordergrund steht dabei in der Regel, den Index zu schlagen, und nicht, um jeden Preis eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Über lange Anlagehorizonte kann bereits eine moderate Outperformance, sofern sie sich über mehrere Jahre wiederholen lässt, durch den Zinseszinseffekt einen relevanten Unterschied ausmachen. Zusätzlich kann aktives Management gezielt auf Risiken reagieren, die ein starrer Index automatisch mitträgt.

    Risiken

    Aktives Management kann seinen Vergleichsindex auch unterschreiten. Eine Garantie für eine höhere Rendite gibt es nicht, unabhängig davon, wie der Investmentprozess aufgebaut ist. Zudem liegen die Kosten aktiver ETFs meist über denen rein passiver Produkte, sodass sich die Mehrkosten erst durch einen entsprechenden Mehrwert rechtfertigen müssen.

    Für wen können aktive ETFs eine Rolle im Portfolio spielen?

    Aktive ETFs können vor allem dann interessant sein, wenn Sie einzelne Konzentrationsrisiken eines Index gezielt abmildern möchten. In vielen breiten Indizes wie dem S&P 500 vereinen die zehn größten Unternehmen inzwischen einen erheblichen Anteil der gesamten Marktkapitalisierung. Aktives Management kann diesem Klumpenrisiko entgegenwirken, ohne auf eine Beteiligung an den betroffenen Unternehmen vollständig zu verzichten. Es gibt dabei nicht den einen besten aktiven ETF, sondern verschiedene Ansätze, die zu unterschiedlichen Anlagestrategien passen, etwa mit einem regionalen Schwerpunkt auf Europa, den USA oder global.

    Aktive ETFs von Allianz Global Investors: Ansatz und Produkte

    Allianz Global Investors setzt mit drei aktiven ETFs die zuvor beschriebenen Prinzipien um. Anders als passive ETFs bilden diese Produkte keinen Index nach. Ein systematischer Investmentprozess wählt Unternehmen gezielt aus, gewichtet sie und steuert Risiken bewusst.

    Drei aktive ETFs für unterschiedliche Märkte

    Die drei ETFs unterscheiden sich vor allem im geografischen Zuschnitt. Sie können damit gezielt wählen, ob Sie global, europäisch oder auf den US-Markt ausgerichtet investieren möchten. Alle drei Fonds folgen dabei dem gleichen systematischen Investmentprozess von Allianz Global Investors.

    SMART Global Equity Active ETF – Global investieren

    Breit diversifiziert über die wichtigsten entwickelten Aktienmärkte weltweit. Der aktive ETF kann sich für Anleger eignen, die ihre Aktienanlage global aufstellen möchten.

    SMART Europe Equity Active ETF – Europa im Fokus

    Gezielter Zugang zu europäischen Aktien. Der aktive ETF verbindet eine breite Streuung über Länder und Unternehmen mit einer systematischen Aktienauswahl.

    SMART US Equity Active ETF – Den US-Markt aktiv nutzen

    Zugang zu einem der weltweit wichtigsten Aktienmärkte. Der aktive ETF kombiniert die breite Abdeckung des US-Aktienmarkts mit einer gezielten Auswahl und Gewichtung von Unternehmen.
    Fonds
    ISIN
    Anteilklasse
    Allianz Smart Europe Equity Active UCITS ETF
    IE000519M2U5
    EUR Acc
    Allianz Smart Global Equity Active UCITS ETF
    IE000NZURBQ4
    USD Acc
    Allianz Smart US Equity Active UCITS ETF
    IE000LST78X7
    USD Acc
    Die vollständigen Anlageziele der einzelnen ETFs finden Sie auf den Fondsdetailseiten von Allianz Global Investors. Da es sich um neu aufgelegte Fonds handelt, liegt noch keine aussagekräftige Wertentwicklungshistorie vor.

    Ein datengetriebener Ansatz mit langer Historie

    Die aktiven ETFs von Allianz Global Investors verbinden eine langjährige Erfahrung in der systematischen Aktienanalyse mit modernen Datenanalysen und künstlicher Intelligenz. Der Investmentprozess analysiert Tausende Unternehmen anhand verschiedener Signale, etwa Anlegerverhalten, Unternehmenskommunikation und Kursentwicklungen, und gewinnt daraus zusätzliche Informationen für die Aktienauswahl, die über klassische Kennzahlen und die reine Indexabbildung hinausgehen.

    Hinter diesem Ansatz steht Allianz Global Investors als weltweit tätiger aktiver Asset Manager mit rund EUR 598 Mrd. verwaltetem Vermögen und mehr als 700 Investmentexperten (Stand August 2026). Das Unternehmen investiert in verschiedene Anlageklassen, von Aktien und Anleihen über Multi Asset bis hin zu Private Markets, und bringt diese Erfahrung direkt in die aktiven ETFs ein.

    Hinweis: Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

    Fazit: Aktive ETFs verstehen und gezielt wählen

    Aktive ETFs verbinden die gewohnte Handelbarkeit eines ETFs mit einem Fondsmanagement, das aktiv auf Marktveränderungen reagieren und Risiken gezielt steuern kann. Ob sich das für Ihre eigene Anlagestrategie eignet, hängt von Ihren persönlichen Zielen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Ein Blick auf konkrete Produkte wie die aktiven ETFs von Allianz Global Investors kann dabei einen guten Ausgangspunkt bieten.

    Wie der Investmentprozess im Detail funktioniert und welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt, erfahren Sie ausführlich in der Podcast-Folge „Deep in the Money" mit Robert Engel, Head of Business Development Third Party Clients bei Allianz Global Investors.

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    Häufig gestellte Fragen zu aktiven ETFs

    Was sind aktive ETFs?
    Aktive ETFs sind börsengehandelte Fonds, deren Zusammensetzung nicht automatisch einem Index folgt, sondern von einem Fondsmanagement aktiv gesteuert wird. Sie verbinden damit die gewohnte Handelbarkeit eines ETFs mit einer aktiven Anlagestrategie. Käufer und Verkäufer handeln Anteile eines aktiven ETFs wie gewohnt über die Börse, während im Hintergrund ein Fondsmanagement über die konkrete Titelauswahl entscheidet.
    Sind aktive ETFs sinnvoll?
    Ob aktive ETFs sinnvoll sind, hängt von den persönlichen Zielen und der Risikobereitschaft ab. Sie können infrage kommen, wenn Sie Konzentrationsrisiken einzelner Indizes gezielt abmildern oder von einem aktiven Risikomanagement profitieren möchten. Gleichzeitig liegen die Kosten meist über denen rein passiver ETFs und eine Outperformance ist nicht garantiert.
    Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven ETFs?
    Passive ETFs bilden einen Index automatisch nach und verändern sich nur, wenn sich der Index selbst ändert. Aktive ETFs werden dagegen von einem Fondsmanagement gesteuert, das eigenständig Titel auswählt und auf Marktveränderungen reagieren kann. Beide Varianten teilen sich die gleiche Börsenstruktur und lassen sich während der Handelszeiten kaufen und verkaufen.
    Wie unterscheiden sich aktive ETFs von klassischen aktiven Fonds?
    Aktive ETFs notieren durchgehend an der Börse und lassen sich jederzeit während der Handelszeiten handeln, während klassische aktive Fonds meist nur einmal täglich zu einem festen Nettoinventarwert gehandelt werden. Zudem veröffentlichen aktive ETFs ihre Portfoliozusammensetzung in der Regel täglich, während klassische aktive Fonds ihre Positionen oft erst mit Verzögerung offenlegen.
    Welche Kosten haben aktive ETFs im Vergleich zu passiven ETFs?
    Die laufenden Kosten aktiver ETFs liegen in der Regel über denen rein passiver ETFs, da ein Fondsmanagement die Titelauswahl aktiv steuert. Gleichzeitig sind sie häufig günstiger als klassische aktive Fonds. Die genaue Kostenhöhe unterscheidet sich je nach Anbieter und Produkt und lohnt vor einer Anlageentscheidung einen genauen Blick.
    Ab wann kann sich ein ETF-Sparplan statt reinem Sparen lohnen?
    Sobald regelmäßig ein Überschuss über die reine Rücklage hinaus entsteht, kann ein ETF-Sparplan als Ergänzung zum klassischen Sparen infrage kommen. Voraussetzung ist dabei ein langfristiger Anlagehorizont, denn ETFs können zwischenzeitlich deutlichen Kursschwankungen unterliegen. Wer das angelegte Geld nicht kurzfristig benötigt und über viele Jahre investieren kann, kann diese Schwankungen eher aussitzen. Reines Sparen gleicht die Inflation über die Zeit nicht automatisch aus, während ein ETF-Sparplan bereits mit kleinen monatlichen Beträgen einen Einstieg in die Geldanlage ermöglicht, sofern Sie einen breit gestreuten ETF wählen. Investieren bleibt dabei mit Risiken verbunden.