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Bargeldloses-Bezahlen
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Systeme des bargeldlosen Bezahlens in Deutschland

  

Genaue Betrachtung der Systeme in Deutschland

Wie funktioniert bargeldloses Bezahlen in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Reihe von Systemen, mit denen das kontaktlose Bezahlen im Handel möglich ist. “Beim Mobile Payment werden die (Kredit-)Kartendaten meist auf einem Chip im NFC-fähigen Handy gespeichert und die Zahlung erfolgt mithilfe eines sogenannten Wallets oder einer entsprechenden App. Die Telekommunikationsunternehmen haben hier entsprechende Angebote. Bisherige Lösungen bauen sowohl auf NFC-Sticker (teilweise in Verbindung mit Apps) als auch auf Applikationen in NFC-fähigen Smartphones auf”, sagt André Nash vom Bundesverband deutscher Banken. Die neuesten Smartphones der gängigen Hersteller wie Apple, LG oder Samsung sind daher mit dem NFC-Stick ausgerüstet.

Viele Systeme und Startprobleme

Es gibt aber auch andere technische Möglichkeiten, die zum Beispiel Einzelhändler in ihren Apps nutzen. Neben der NFC-Technik verwenden Händler wie etwa REWE oder Starbucks häufig QR-Codes für das Mobile Payment. Der Kunde fotografiert dabei den Code ab, der das Smartphone mit dem passenden Server verbindet. Anschließend zeigt die App die Summe sowie die Rechnungsdaten an. Die Bestätigung erfolgt dann meist per PIN-Eingabe. Eine weitere Möglichkeit sind Bluetooth-Beacons. Diese werden vom Smartphone erkannt und das Telefon stellt eine Verbindung zur Kasse her. Der Kunde kann dann auch ohne Verbindung zum Internet bezahlen. “Im Moment spielen beim Mobile Payment viele verschiedene Unternehmen mit und entwickeln ihre eigenen Apps und Bezahlsysteme. Der Kunde hat da einfach keinen Überblick”, sagt Markus Feck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht der Verbraucherzentrale NRW. Im Folgenden soll daher ein Teil der Apps und Techniken genauer vorgestellt werden.

NFC-Chips/NFC-Sticker:

  • Übertragung über kurze Distanzen von maximal zehn Zentimetern
  • Keine Internetverbindung notwendig
  • Nach Angaben von Bitkom in rund 80.000 Kassenterminals in Deutschland verbaut
  • Bei kleineren Beträgen bis zu 25 Euro ist keine Verifikation mittels PIN oder Unterschrift notwendig
  • Ist in den USA sehr weit verbreitet
  • Basiert auf der Radio Frequency Identification (RFID), die in den 80er Jahren patentiert wurde
  • Viele Smartphones, Giro-, Kredit- und Kundenkarten nutzen diese Technik bereits

Die Nutzung von NFC hat allerdings einige Tücken, wie ein Erlebnisbericht der Stiftung Warentest verdeutlicht. Das liegt vor allem daran, dass die Technologie in Deutschland noch nicht weit verbreitet ist. Mit diesen Problemen ist bei der Verwendung von NFC-Chips eventuell zu rechnen:

  • Nur den Chip im Smartphone zu haben, reicht nicht aus
  • Das iPhone 6 ist mit einem NFC-Chip ausgestattet. Die Bezahlung in Deutschland funktioniert allerdings noch nicht, da Apps wie beispielsweise mpass auf dem Gerät nicht funktionieren. Das kontaktlose Bezahlen mit iPhones geht nur mit Apple Pay, das in Deutschland noch nicht auf dem Markt ist
  • Telekom-Kunden brauchen zusätzlich noch eine NFC-fähige SIM-Karte.
  • Die Nutzer müssen ihre Kunden- und Kreditkartendaten angeben.
  • Bisher bietet noch nicht jeder Händler NFC-fähige Terminals an. Daher muss der Kunde im Vorfeld ermitteln, wo die Technik funktioniert.
  • Die Bezahlvorgänge dauern noch länger als vermutet, aktuell sind es zwischen zwei und zehn Sekunden. Ein Drittel der Tests scheiterte.

SumUp:

  • SumUp richtet sich vor allem an kleinere Händler
  • Sie können das Smartphone oder Tablet mittels App und einem kleinen Gerät zum Kartenlesegerät aufrüsten

Legic:

  • Ein Anbieter von Chipkarten, zum Beispiel für das Bezahlen in Kantinen
  • Gibt es nur im Prepaid-Verfahren, Nutzer müssen also Guthaben aufladen
  • Viele kennen dieses System ebenfalls vom bargeldlosen Bezahlen in Fußballstadien

mpass:

  • Ein App-Angebot von MasterCard und den drei großen Mobilfunkanbietern
  • Nach jeder Transaktion bekommt der Kunde eine Bestätigung per SMS
  • Setzt die NFC-Technologie ein – bisher erhalten Kunden den NFC-Sticker per Post, in Zukunft ist er schon in den Mobiltelefonen enthalten
  • Mit der Anmeldung eröffnet der Kunde ein separates Konto
  • Die Abrechnung erfolgt per Lastschrift oder vorher aufgeladenes Guthaben
  • Bei Zahlungen von mehr als 25 Euro muss der Nutzer via PIN oder Unterschrift bestätigen.

Google Wallet:

  • Von Google angebotenes Online-Bezahlsystem
  • Für die Nutzung sind ein Google-Konto und eine Debit- oder Kreditkarte notwendig
  • Ermöglicht die Zahlung in diversen Online-Shops
  • Über Google Wallet können Nutzer Geldbeträge via Gmail versenden
  • Die Möglichkeit der Lastschriftzahlung ist im Wallet vorhanden, für Deutschland aber noch nicht freigeschaltet
  • Google Wallet ist neben PayPal und Abrechnung via Mobilfunkrechnung die einzige Möglichkeit im Google PlayStore zu zahlen

Android Pay:

  • Mobile Payment von Google, das bisher nur in den USA funktioniert
  • Bei Android Pay hinterlegt der Kunde einmalig seine Kreditkartendaten, die nach Angaben des Unternehmens sicher gespeichert und dem Händler nicht übermittelt werden
  • Apps, die Android Pay nutzen (Uber oder Groupon), lösen bei Bestätigung automatisch einen Zahlungsvorgang aus
  • Mit der Schnittstelle „Tap and Pay“ zahlen Nutzer im stationären Handel mittels NFC
  • Die Transaktion wird unmittelbar auf dem Gerät bestätigt

Mobile Originated Billing:

  • Abrechnungsvariante via Premium-SMS
  • Der Kunde schickt eine SMS an den Dienstanbieter
  • Kosten liegen zwischen 29 Cent und 4,99 Euro
  • Verwendung vor allem bei Klingeltönen und Logos

Mobile Terminated Billing:

  • Ist eine weitere Abrechnungsvariante via Premium-SMS
  • Der Kunde zahlt pro empfangener Nachricht
  • Es handelt sich dabei meist um Leistungen wie Abonnements oder News-Ticker
  • Die Kosten liegen auch hier in der Regel zwischen 29 Cent und 4,99 Euro

Netto Wallet App:

  • Entstand in Kooperation mit Valuephone
  • Neben dem Bezahlen kann der Kunde mit der App auch Einkaufslisten erstellen und Coupons sowie Gutscheine einlösen
  • An der Kasse erstellt die App eine vierstellige Nutzer-ID, die der Kunde dem Kassierer nennen muss. Der Kassierer gibt die ID ein und beendet damit den Bezahlvorgang
  • In der App muss zuvor die Filiale gewählt und der PIN eingetippt werden

PayPass:

  • Ist ein Angebot von MasterCard
  • Zum Bezahlen hält der Kunde die Karte an das Kassenterminal
  • Bei Abschluss der Zahlung erscheint ein optisches oder akustisches Signal
  • Bei Beträgen unter 25 Euro ist keine PIN-Eingabe notwendig

VISA PayWave:

  • Funktion zum kontaktlosen Bezahlen mit der VISA-Karte
  • Die Karte muss mit einem Abstand von maximal zehn Zentimetern an das Kassenterminal gehalten werden
  • Bei der Zahlung übertragt der Chip die Kreditkartennummer und das Ablaufdatum
  • Ein Signal bestätigt den Abschluss der Zahlung
  • Das Verfahren dauert nach Angaben von VISA circa eine Sekunde
  • Bis zu einer Höhe von 25 Euro sind PIN und Unterschrift nicht notwendig
  • Europaweit gibt es 430.000 passende Kartenterminals

girogo:

  • Ein Prepaid-Angebot der Sparkassen für die Girocard, die Geldkarte wird mit der NFC-Funktion erweitert
  • Bis zu 20 Euro ist die kontaktlose Zahlung ohne PIN möglich
  • Die Girocard kann mit maximal 200 Euro aufgeladen werden
  • Bei jeder fünften Zahlung muss der Kunde einen PIN-Code eingeben
  • Auf Deutschland beschränkt

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