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Bargeldloses-Bezahlen
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Mobile Payment Was ist Mobile Payment - in Deutschland und weltweit?

  

Kontaktloses und mobiles Bezahlen in Deutschland und der Welt

Beim kontaktlosen Bezahlen unterscheiden wir zwischen zwei Arten: Dem kontaktlosen Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte und dem Mobile Payment. “Im Bereich der Kreditkarten gibt es bereits seit einigen Jahren das kontaktlose Bezahlen”, sagt André Nash, Experte für Kartentechnik und Mobile Payment vom Bundesverband deutscher Banken. Die Banken geben dazu Karten heraus, die mit der sogenannten Near Field Communication (NFC) ausgestattet sind. Verfügen die Kartenterminals im Handel ebenfalls über diese Technik, können Kunden dort bargeld- und kontaktlos bezahlen. Dafür muss der Kunde seine Karte nur an das Terminal halten, die Abbuchung erfolgt automatisch.

“Die Deutschen lieben ihr Bargeld”

In Deutschland kommt diese Technologie nach Angaben von Nash allerdings nur langsam in Schwung – denn, die Deutschen lieben ihr Bargeld. Circa 80 Prozent der Transaktionen werden in bar durchgeführt. Der Anteil der Kartennutzung steigt aber stetig. In anderen Ländern spielt die Kreditkarte eine wesentlich größere Rolle, weshalb das kontaktlose Bezahlen dort schon weiter fortgeschritten ist. Deutschland hängt den anderen Ländern ungefähr zwei Jahre hinterher. “Bei der Einführung der Kontaktlos-Technologie besteht das bekannte Henne-Ei-Problem: Was muss zuerst da sein, um ein Zahlungssystem zum Laufen zu bringen: die Karten oder die Terminals? In Deutschland geben die Banken aber zunehmend Karten aus, die für das kontaktlose Bezahlen genutzt werden können und auch die Zahl der Terminals dafür wächst”, so André Nash.

Vorreiter sind in Deutschland die Banken, die schon seit einigen Jahren Karten ausgeben, mit denen Kunden kontaktlos bezahlen können.

  • GiroGo: Die Sparkassen geben seit August 2012 neue Girokarten heraus, die mit der GiroGo-Funktion ausgestattet sind. Damit kombinieren die Sparkassen die klassische Geldkarte mit der Funktion des kontaktlosen Bezahlens. Den integrierten Chip können Kunden am Geldautomat mit maximal 200 Euro aufladen. Bei Rechnungsbeträgen von bis zu 25 Euro erfolgt die Zahlung ohne die Verifikation durch PIN oder Unterschrift.
  • PayPass: Nahezu alle Kreditinstitute, welche Mastercard-Kreditkarten ausgeben, statten diese mit der sogenannten PayPass-Technologie aus. Dank dieser Technologie sind Zahlungen bis zu einem Betrag von 25 Euro kontaktlos sowie ohne Unterschrift und PIN möglich. Der Betrag wird direkt der Kreditkarte oder dem Kartenkonto belastet.
  • Visa PayWave: Alle VISA Cards der Consorsbank und auch die meisten VISA-Karten anderer Banken sind mit VISA PayWave-Technologie ausgestattet. VISA PayWave funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der Mastercard PayPass.

Mobile Payment: Der Geldbeutel im Smartphone

Beim Mobile Payment steht das Smartphone im Mittelpunkt der Transaktion. Das Telefon ist dabei entweder mit einem Bezahlchip ausgerüstet oder verfügt über eine Bezahl-App, die der Nutzer installiert hat.

Die wichtigsten Fakten zu den beiden Arten von Mobile Payment:

Bezahlchips:

  • Der NFC-Chip befindet sich entweder direkt im Mobiltelefon oder wird mit einem Sticker angebracht.
  • Die Datenübertragung funktioniert mittels Funkverbindung, wenn die Entfernung zum Kassenterminal maximal zehn Zentimeter beträgt.
  • Bei Beträgen von maximal 20 Euro ist keine Autorisierung mittels PIN oder Unterschrift notwendig.

Smartphone-Apps:

  • Verschiedene Telekommunikations-Anbieter bieten Wallet-Apps an, die verschiedene Bezahlfunktionen und Tickets bündeln. Viele Einzelhändlern, zum Beispiel REWE oder Netto, haben eigene Bezahl-Apps.
  • Die Zahlung erfolgt per Lastschrift vom Girokonto oder per Kreditkarte.
  • Die Zahlungsdaten müssen in der App hinterlegt sein.
  • Die Apps nutzen entweder die NFC-Technologie, Bar- und QR-Codes oder verlangen die Eingabe eines generierten Codes an der Kasse.

“Es gibt alle möglichen Apps. Die Übertragung funktioniert, allerdings muss die Nutzerfreundlichkeit noch verbessert werden”, bemängelt Steffen von Blumröder, Bereichsleiter Banking, Financial Sercives & FinTechs bei bitkom. In Deutschland gibt es derzeit rund 30 Anbieter für mobiles und kontaktloses Bezahlen. Allerding sind noch nicht alle Kassenterminals mit der NFC-Technologie ausgestattet. Nur rund 50.000 Kassenterminals sind, nach Einschätzung des Handelsverbands HDE bundesweit NFC-fähig. Kontaktloses Bezahlen geht aktuell bei diesen Händlern:

  • Edeka
  • Douglas
  • DM-Drogerien
  • Esso-Tankstellen
  • Thalia
  • Vapiano
  • Star-Tankstellen
  • BB-Tankstellen
  • Araltankstellen
  • Netto
  • REWE
  • McDonalds
  • Norma
  • Aldi Nord, Media Markt und Saturn rüsten ihre Terminals aktuell auf.

Allerdings sollten Kunden sich im Vorfeld darüber informieren, welcher Händler welche Technik und Apps akzeptiert.

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Nur zehn Prozent der Smartphone-Besitzer zahlen mit ihrem Handy

Der deutsche Markt befindet sich im Bereich des kontaktlosen und mobilen Bezahlens noch in einer Findungsphase. Auf die rund 30 Anbieter für das mobile und kontaktlose Zahlen greifen nur rund zehn Prozent der mobilen Internetnutzer zu. Ein einheitliches System ist noch nicht in Sicht. Die genauen Summen der Transaktionen lassen sich nach Einschätzung von Experten allerdings noch nicht nennen. In ganz Westeuropa lag das Transaktionsvolumen nach Daten des Statistik-Portals Statista 2013 bei 29 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Nutzer belief sich auf knapp 30 Millionen. Weltweit wurden 2013 rund 235,4 Milliarden US-Dollar über kontaktloses und mobiles Bezahlen transferiert. Die Nutzerzahl lag bei 245,2 Millionen. Bis 2017 soll der Markt weltweit einen geschätzten Wert von rund 721 Milliarden US-Dollar und etwa 450 Millionen Nutzer haben.

In den USA wird am häufigsten per Smartphone gezahlt

Die USA sind, wie auch bei anderen Technologien, der absolute Vorreiter beim Mobile Payment. Hier drängen besonders Apple und Google mit neuen Technologien auf den Markt. Die Google Wallet App wird in den Staaten auf fast allen Android-Smartphones vorinstalliert. Zudem haben Google und Apple mit AndroidPay und ApplePay ihre eigenen Bezahlsysteme auf den Markt gebracht. Bei beiden Systemen hinterlegt der Nutzer seine Kreditkartendaten in der App.

In Europa sind vor allem Großbritannien und Schweden Vorreiter: ApplePay kam im Sommer 2015 nach Großbritannien und wird dort schon von 250.000 Terminals akzeptiert, hauptsächlich in London. Die Technik funktioniert mit den neuen iPhones ab der sechsten Generation, sowie mit der AppleWatch.

“Bis Apple, Samsung und Google ihre Modelle in Deutschland einführen können, dauert es aber noch. Alles basiert auf der neusten Kreditkartentechnologie und Deutschland ist einfach kein Kreditkartenland. Die Banken führen schon Gespräche mit Apple und Co, es wird aber sicher noch ein bis zwei Jahre dauern, bis diese Anbieter auf den deutschen Markt kommen”, sagt Steffen von Blumröder.

Europa: Schweden löst sich am schnellsten vom Bargeld

In Schweden gibt es diese Angebote auch noch nicht, doch dort treiben die Banken das Mobile Payment voran. Seit 2010 stellen die schwedischen Banken schrittweise den Bargeldservice ein. Nur noch ein Drittel der Filialen bieten ihn an. Gleichzeitig haben sich die Großbanken für ein einheitliches mobiles Bezahlsystem zusammengetan. Neben dem kontaktlosen Bezahlen sind auch mobile Zahlungen zwischen Privatpersonen möglich. Teilweise funktioniert in Schweden sogar die Kollekte in der Kirche über das Smartphone.

“Schweden ist beim mobilen Bezahlen vermutlich so fortschrittlich, weil dort die Infrastruktur der Bargeldversorgung durch die dünne Besiedlung so schlecht ist. Hier in Deutschland ist die Bargeldversorgung viel besser”, sagt Markus Feck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht von der Verbraucherzentrale NRW.

Er erklärt auch, dass sich in Deutschland schon einige große Anbieter wie Yapital vom Markt zurückgezogen haben: “Offensichtlich ist hier die Zeit noch nicht reif für Mobile Payment”, sagt der Experte.

FAQ: Das Wichtigste zum Mobile Payment

Was ist Mobile Payment?

Mobile Payment ist die Bezahlung mit dem Smartphone oder Tablet. Der Nutzer zahlt mit dem Mobiltelefon im Online-Shop oder nutzt es für die kontaktlose Zahlung im Geschäft.

Welche Technik sollte ich nutzen?

In Deutschland haben sich die großen Kreditkarten- und Telekommunikationsanbieter entschieden, die NFC-Technik zu verwenden. Zudem rüsten auch die Händler ihre Kassenterminals zunehmend mit NFC auf. Wer im Handel mit dem Smartphone bezahlen möchte, sollte beim Handykauf darauf achten, dass bereits ein NFC-Chip integriert ist. Bei einigen Anbietern, wie beispielsweise der Telekom, ist auch eine NFC-fähige SIM-Karte notwendig. Mit einem iPhone ist das Bezahlen in Deutschland noch nicht möglich, da es die gängigen Apps nicht unterstützt und ApplePay noch nicht auf dem deutschen Markt ist. 

Wie funktioniert mobiles Zahlen mit dem Smartphone?

Wer ein NFC-fähiges Smartphone besitzt, muss eine Bezahl-App installieren und seine Kontodaten hinterlegen. Verschiedene Händler bieten eigene Apps an, eine einheitliche Lösung gibt es noch nicht. Der User sollte sich im Vorfeld informieren, welche App und Technik bei den bevorzugten Händlern funktioniert. Um dann im Handel zu bezahlen, muss der Nutzer sein Handy nur an das Kassenterminal halten und die Zahlung bestätigen. Wie genau die Zahlung bestätigt werden muss, hängt von der jeweiligen App ab. Bei einigen Systemen genügt es, den Code einzugeben, andere generieren eine Zahlenkombination, die der Kassierer in die Kasse eingeben muss. 

Wo kann ich mobil zahlen?

Rund 80.000 Kassenterminals sind bundesweit bereits mit der NFC-Technologie ausgerüstet. In den kommenden Jahren steigt die Zahl weiter. Händler wie Netto, Starbucks und viele Tankstellen bieten Mobile Payment bereits an. Eine Übersicht über einige Händler, die mobile Payment anbieten, finden Sie hier

Welche Smartphones unterstützen das mobile Zahlen?

Die neusten Smartphones der gängigen Hersteller, wie beispielsweise Samsung oder LG, haben einen integrierten NFC-Chip. Dies gilt auch für die neuste iPhone-Generation. Jedoch ist das iPhone in Deutschland aufgrund der fehlenden Kooperation von ApplePay und den Banken noch nicht fürs mobile Bezahlen per NFC nutzbar. Wer ein Smartphone ohne NFC-Chip besitzt, kann einen NFC-Sticker auf sein Smartphone kleben. Das geht natürlich auch auf einem iPhone.

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Welche Apps muss ich zum mobilen Zahlen haben?

Viele Händler bieten eigene Apps für das Bezahlen in ihren Geschäften an. Wer beispielsweise bei Starbucks oder Netto mit dem Smartphone bezahlen möchte, muss die jeweilige App herunterladen. Jeder Kunde muss daher selbst entscheiden, in welchem Geschäft er mobil Bezahlen möchte und die dementsprechende App auf seinem Smartphone installieren. Es gibt auch erste „Wallet Apps“, die in naher Zukunft verschiedene Funktionen vereinen könnten.  

Brauche ich eine Kreditkarte für Mobile Payment?

In Deutschland sind bisher noch nicht alle Girokarten mit einem NFC Chip ausgestattet.  Oftmals ist daher eine Kreditkarte notwendig. Welche Zahlungsart Nutzer hinterlegen, hängt von der jeweiligen App ab. 

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