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Der Consorsbank Kundenseismograph Juli 2021

Sonnige Aussichten

Privatinvestoren blicken im Juli positiv auf die weitere Entwicklung der Märkte. Etwa die Hälfte erwartet einen Anstieg im DAX innerhalb der nächsten 12 Monate, 25 Prozent gehen von wenig Veränderungen aus und nur ein Fünftel prognostiziert fallende Kurse. Bei den weltweiten Aktienmärkten sind die Privatinvestoren noch etwas optimistischer: Hier gehen 61 Prozent von steigenden oder sogar deutlich steigenden Kursen aus.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Wirtschaftsleistung. 61 Prozent erwarten eine steigende Wirtschaftsleistung in Deutschland, 72 Prozent eine steigende Weltwirtschaftsleistung. Damit sind die Erwartungen für die weltweite Entwicklung deutlich positiver. Die Mehrheit der Investoren erwartet innerhalb der nächsten Monate keine Veränderungen bei ihrem persönlichen Einkommen (73%). Mit Blick auf die Beschäftigung gibt es keinen eindeutigen Trend: Die Zahl der Investoren die von einer steigenden oder sinkenden Arbeitslosigkeit ausgeht, hält sich die Waage. Trotz des positiven Ausblicks auf die Märkte, blicken Privatinvestoren mit etwas größerer Sorge auf die Inflation. 57 Prozent rechnen mit einem moderaten Anstieg der Preise von Konsumgütern und für die Lebenshaltung in den nächsten 12 Monaten (beispielsweise Lebensmittel, Elektronik, Mieten), 37 Prozent sogar mit einem deutlichen Anstieg.

 

Die Erwartungen der Anleger

Hinweis: frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Der Stimmungsindikator

Der Stimmungsindikator zeigt die Differenz der Anteile der Investoren mit positivem und negativem Ausblick. Ein positiver Indikatorwert signalisiert demnach, dass mehr Investoren von einer steigenden oder deutlich steigenden Kennzahl ausgehen als von einer sinkenden. Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Erwartungen in Bezug auf ein höhere persönliches Einkommen und das weltweite Wirtschaftswachstum spürbar erhöht.

Der Stimmungsindikator

Der Kommentar

Steigende Aktienkurse auf der einen Seite, Arbeitslosigkeit und Inflationsangst auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Prof. Steffen Meyer: „Nein, nicht zwangsläufig. Aber aus diesen Ergebnissen ergeben sich zwei interessante Rückschlüsse:

Laut dem Seismographen scheinen Privatinvestoren keine Nachfragekrise in der Wirtschaft zu erwarten. Das wirkt plausibel, da viele Menschen ihren Konsum durch die Pandemie einschränken mussten und ihnen diese Mittel nun zur Verfügung stehen. Die steigende Arbeitslosigkeit verortet der Seismograph deshalb wahrscheinlich in Branchen, die stark durch die Pandemie betroffen waren oder in möglichen Personalkürzungen im Rahmen von Effizienzsteigerungsprogrammen börsennotierter Gesellschaften. Was sich auch darin zeigt, dass die Sorgen um den Arbeitsmarkt mit zurückgehenden Inzidenzen und dem Fortschritt der Impfkampagne zurückgehen.

Die Kombination aus positiver Sicht auf die Entwicklung des Aktienmarktes und latenten Befürchtungen höherer Inflation in Kombination mit der Niedrigzins-Politik der Zentralbanken sollten dazu führen, dass Aktieninvestments für private Investoren in den nächsten 12 Monaten an Bedeutung gewinnen. Alternativ könnte dieses Umfeld auch Anreize für größere Anschaffungen bieten. Ähnliche Umfelder haben wir jedoch in vergangenen Jahren immer mal wieder beobachtet, ohne dass die Aktienmarktpartizipation signifikant gestiegen ist. Auch größere Anschaffungen sind nach den Antworten auf die entsprechende Frage im Seismographen von der Mehrheit nicht geplant.“