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Investieren in Europa

 

 

Europa hat mehr als einen Index

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist? Das denkt sich der eine oder andere vor seinem Urlaub. Bei Anlageentscheidungen gibt es ein ähnliches Denkmuster. In der Sprache der Finanzwelt existiert hierfür ein Fachbegriff, der zwar weniger anschaulich ist, aber genau das Gleiche meint. Die Rede ist vom „Home Bias“. Dieser sehr technisch klingende Begriff beschreibt das Phänomen, dass Anleger ihr Geld lieber in die Heimatmärkte investieren.  

Denn viele fühlen sich mit Unternehmen, deren Namen sie von Produkten aus den Schaufenstern oder als Arbeitgeber von Freunden und Bekannte kennen, sicherer.  Zudem werden die Kurse des Leitindex der Euro-Zone, des Euro STOXX 50, auf allen Finanzseiten im Internet oder in den Tageszeitungen veröffentlicht. Doch in Europa gibt es mehr als einen gesamteuropäischen Index und jeder von ihnen hat besondere Merkmale.

Der Euro STOXX 50 ist der bekannteste europäische Index

Der Euro STOXX 50 ist der bekannteste europäische Index. Er enthält die 50 größten Unternehmen aus dem Euro-Raum, jedoch bildet er nicht andere europäische Währungsräume wie die Schweiz, Großbritannien oder Norwegen ab. Im Euro STOXX 50 finden sich Weltkonzerne wie der Luxusartikelhersteller LVMH, aber auch große Autobauer wie Daimler, BMW, Fiat und Renault. Wie die Mehrzahl der internationalen Indizes, ist der Euro STOXX 50 ein sogenannter Preis- oder auch Kursindex. Wer Euro STOXX 50 googelt, erhält in der Regel zuerst den Zählerstand des Preisindexes. Dies ist der Index mit der ISIN EU0009658145 und dem Bloomberg-Kürzel SX5E. Es gibt aber auch eine Variante des Euro STOXX 50, die die Dividenden mitzählt. Wer hierfür den Kurs sucht, muss nach dem Performanceindex mit der ISIN EU0009658152 oder nach dem Bloomberg-Code SX5T Ausschau halten.

Der STOXX Europe 600 ist gut diversifiziert

Der Euro STOXX 50 ist übersichtlich, sortiert aber als reiner Blue-Chip-Index kleine und mittelständische  Unternehmen von vornherein aus. Mit 600 Unternehmen ist der STOXX Europe 600 daher sehr viel breiter aufgestellt. Neben den Großkonzernen werden hier auch die mittleren und kleineren Werte mitaufgenommen. Diese verleihen dem Index ein anderes Wachstums- und Risikoprofil. Durch die breite Streuung und die Beimischung von unterschiedlich großen Unternehmen sind die Risiken zudem gut verteilt. Der Erfinder der Portfoliotheorie, Harry Markowitz, erklärte dieses Phänomen anhand von einem Korb mit Eiern. Er riet, „nicht alle Eier in einen Korb“ zu legen, denn wenn der Korb runterfällt, gehen alle Eier zu Bruch.

Der STOXX Europe 600 verteilt seine Komponenten auf 600 Körbe. Außerdem deckt er 17 Länder ab, dazu gehören auch die Nicht-Euro-Länder Großbritannien, Schweden, Schweiz und Norwegen. Auch die Branchenvielfalt wird widergespiegelt. Die am stärksten vertretenen Branchen sind Banken, Industriegüter und die Pharmabranche. Im STOXX Europe 600 gibt es aber auch Rohstoff-, Tourismus- und Chemieunternehmen. Mit Blick auf die Länderverteilung liegt Großbritannien mit Abstand vor Frankreich und Deutschland.

Es gibt mehr als eine europäische Indexfamilie

Neben diesen beiden von STOXX berechneten Klassikern, gibt es aber auch weitere Indizes. MSCI, ein anderer Indexanbieter, kalkuliert ebenfalls eine eigene europäische Indexfamilie. Der MSCI EMU enthält mehr als 200 Aktien aus zehn Ländern der Eurozone, wobei Frankreich  und Deutschland den Löwenanteil ausmachen. Der MSCI Europe geht wie der STOXX Europe 600 über die Währungsunion hinaus und umfasst über 400 Unternehmen aus 15 Ländern Gesamteuropas.

Mit gutem Gewissen in Europa investieren

Auch wenn es Schnittmengen mit nachhaltig konzipierten Indizes gibt, haben die bisher beschriebenen Indizes keine ethischen Ausschlusskriterien. Sie gewichten nach Größe und das ist derzeit auch das gängigste Indexkonzept. Es werden die Unternehmen aufgenommen, die die größte Marktkapitalisierung haben und deren Streubesitz besonders hoch ist. Letzteres bedeutet, dass ein sehr hoher Anteil ihrer Aktien an der Börse handelbar ist. Es sind also traditionelle nach Free Float marktkapitalisierte Indizes. Doch es gibt auch Europa-Indizes mit ethischen Faktoren: Sowohl für den MSCI EMU als auch für den MSCI Europe bietet MSCI eine „ex Controversial Weapons“- Version mit zusätzlichen Ausschlusskriterien an. Hersteller von Streubomben, Landminen, uranhaltigen, chemischen oder biologischen Waffen werden von vornherein aussortiert.

Die „ex Controversial Weapons“-Indexreihe hat MSCI auf Wunsch von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen, die ihre Gelder nach ethischen Ausschlusskriterien anlegen wollen, kreiert. Über ETFs sind diese Indizes auch für Privatanleger zugänglich. Den MSCI Europe ex Controversial Weapons gibt es als ETF mit der WKN A2AL1V. Der BNP Paribas MSCI EMU ex Controversial Weapons UCITS ETF (WKN A2AL1W) ist sparplanfähig.

STOXX Europe 600® und Euro STOXX 50® sind Handelsmarken von STOXX Limited oder seinen verbunden Unternehmen. MSCI und die Namen der MSCI-Indizes sind Handelsmarken von MSCI Inc. oder seinen verbundenen Unternehmen.

Autor: Claus Hecher, Leiter ETFs & Indexlösungen (D/A/CH) bei BNP Paribas Asset Management, 27.12.2017

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