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DJ SENTIMENT/Fondsmanager-Umfrage BoA-ML: "Die Bullen sind zurück"



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Optimismus feiert seine fröhliche Wiederauferstehung. Das zeigt die neue Fondsmanager-Umfrage von Bank of America-Merrill Lynch (BoA-ML). "Die Bullen sind zurück", so das Haus mit Blick auf die Umfrage-Ergebnisse. Die Cash-Quote sank im November stark auf 4,2 Prozent von 5,0 Prozent im Oktober. Stattdessen gingen die Fondsmanager in Aktien und hier besonders in zyklische Titel. Der Konjunkturoptimismus nahm so stark zu wie zuletzt vor 20 Jahren, er erreichte den höchsten Stand seit 18 Monaten.

Mit dem deutlichen Rückgang fiel die Cash-Quote unter 4,5 Prozent und aus der Kaufzone heraus. Von einem Fall unter die Grenze für ein Verkaufssignal von 3,5 Prozent ist sie allerdings noch weit entfernt. BoA-ML spricht deshalb auch davon, dass nur die "einfache" Phase der Rally an den Aktienmärkten vorüber sein dürfte. Denn da es keine ausufernde "Gier" gebe, dürfte der Aufschwung an den Aktienmärkten nun lediglich schwieriger und holpriger werden, meint BoA-ML.

   Wachstumserwartungen schießen in die Höhe - Erwartung an S&P-500 steigt 

Die Wachstumserwartungen schossen regelrecht in die Höhe: um 43 Prozentpunkte von netto minus 37 Prozent auf netto plus 6 Prozent der Befragten, die nun mit einer wachsenden Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten rechnen. Das ist der stärkste Anstieg seit 1994. Laut BoA-ML dürften sich nun erfahrungsgemäß auch die ISM-Indizes kräftig verbessern. Auch die Inflationserwartungen haben gedreht. Netto 31 Prozent rechnen nun mit steigenden Inflationsraten, vergangenen Monat waren es nur netto 2 Prozent.

Einen Dreh gibt es auch bei den Gewinnerwartungen: Beim Gewinn je Aktie sei nun auf globaler Ebene in den kommenden Monaten mit einem Plus von 3,7 Prozent zu rechnen statt mit einem Minus von 3 Prozent.

52 Prozent der Befragten erwarten nun, dass Aktien als Anlageklasse im kommenden Jahr die höchsten Erträge abwerfen. Dahinter folgen Rohstoffe. Beim S&P-500 rechnen die befragten Fondsmanager im Durchschnitt nun mit einem Anstieg bis auf 3.246 Punkte, vor einem Monat hatten sie noch gedacht, er werde bei 3.166 Punkten drehen. Nun sind netto 21 Prozent der Fondsmanager in Aktien übergewichtet, 20 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Monat.

   Eurozone und Emerging Markets holen auf 

Als beliebteste Anlage-Region haben die Schwellenländer nun den US-Aktienmarkt abgelöst. Aber auch Aktien der Eurozone sind nun wieder "in": Netto 13 Prozent der Befragten haben Aktien der Eurozone nun übergewichtet - der höchste Stand seit August 2018 und ein Plus von 12 Prozentpunkten binnen Monatsfrist.

Dabei setzen die Fondsmanager zunehmend auf so genannte Value-Aktien: Netto 34 Prozent der Befragten erwarten, dass Value-Aktien gegen Wachstumswerte outperformen, 21 Prozentpunkte mehr als vergangenen Monat. Entsprechend wurde die Gewichtung von Banken und Industrie-Titeln hochgefahren. Als so genannter "most crowded trade" gilt allerdings weiterhin "long US-Technologies"

Bei den so genannten Tail Risks steht der Handelskrieg für 39 Prozent der Befragten ganz vorne auf der Liste. Trotzdem haben 29 Prozent der Befragten die Absicherungen gegen einen starken Kursrückgang an den Aktienmärkten aufgelöst.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

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November 12, 2019 06:25 ET (11:25 GMT)

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Quelle:Dow Jones  12.11.2019 12:25


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