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DJ Iran greift Militärstützpunkte im Irak mit Raketen an



BAGDAD (AFP)--Der Iran hat als Vergeltung für die Tötung des Generals Kassem Soleimani nach US-Angaben zwei internationale Truppenstützpunkte im Irak mit Raketen attackiert. In der Nacht zum Mittwoch seien in den Stützpunkten im nordirakischen Erbil sowie Ain al-Assad im Westirak mehr als ein Dutzend Raketen eingeschlagen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Nach vorläufigen US-Erkenntnissen wurden offenbar keine Soldaten der USA getötet.

Auch die in Erbil stationierten Bundeswehrsoldaten blieben unverletzt. Den dortigen deutschen Soldaten "geht es gut", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Nachrichtenagentur AFP. In Erbil sind nach seinen Angaben derzeit 115 Bundeswehrsoldaten stationiert.

US-Präsident Donald Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die bisherigen Prüfungen hinsichtlich möglicher Opfer und Schäden deuteten darauf hin, dass "alles gut" sei. "So weit, so gut!" fügte Trump hinzu. Der US-Präsident kündigte zudem an, dass er ein Statement zu den Raketenangriffen abgeben werde. Trump beriet sich nach den Angriffen mit seinem Sicherheitsteam, wie Präsidentensprecherin Stephanie Grisham mitteilte.

Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman erklärte, es sei klar, dass die Raketen vom Iran aus auf die beiden von den USA genutzten Stützpunkte abgefeuert worden seien. Der Schaden werde noch untersucht. Die USA hätten aber angesichts der iranischen Drohungen in den vergangenen Tagen "alle angemessenen Maßnahmen" ergriffen, um den Schutz von Soldaten der USA und der Partnerstaaten sicherzustellen.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, dass sie die Basis Ain al-Assad mit "Dutzenden Raketen" attackiert hätten. Die Revolutionsgarden bezeichneten den Angriff laut iranischen Staatsmedien als Vergeltung für die gezielte Tötung von General Soleimani bei einer US-Drohnenattacke in Bagdad am vergangenen Freitag.

Die Revolutionsgarden drohten zudem mit Angriffen auch gegen Israel und mit den USA "verbündete Regierungen". Die US-Truppen forderten sie auf, die Region zu verlassen, um Verluste zu vermeiden. Das iranische Parlament hatte am Dienstag ein Gesetz beschlossen, das sämtliche US-Streitkräfte als "Terroristen" einstuft.

AFP-Korrespondenten beobachten nach den Raketenangriffen intensive Bewegungen von Kampfjets am Himmel über der irakischen Hauptstadt Bagdad. Sie konnten allerdings zunächst nicht identifizieren, zu welchen Streitkräften die Flugzeuge gehörten.

Der Iran hatte nach der Tötung des einflussreichen Generals Soleimani Vergeltung angekündigt. Trump drohte daraufhin, sollte der Iran Vergeltungsangriffe verüben, werde das Land "die Konsequenzen erleiden, und zwar sehr stark".

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte unterdessen, dass die Angriffe "abgeschlossen" seien. Es habe sich um "proporzionale Selbstverteidigungsmaßnahmen" gehandelt, twitterte Sarif. Beschossen worden sei eine Militärbasis, von der aus die USA ihren "feigen" Angriff auf den iranischen General Kassem Soleimani ausgeführt hätten. Der Iran strebe keine "Eskalation oder Krieg" an, beteuerte Sarif. Doch werde sich sein Land "gegen jegliche Aggression verteidigen".

Die Eskalation des Konflikts zwischen Washington und Teheran hat international Sorgen vor einer militärischen Konfrontation beider Staaten bis hin zu einem Krieg geweckt.

In den USA wurde das Vorgehen Trumps von der Opposition scharf kritisiert. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte nach den iranischen Raketenangriffen, die Sicherheit der US-Soldaten in der Region müsse gewährleistet sein. Die Trump-Regierung müsse ihre "unnötigen Provokationen" beenden sowie der Iran die Gewalt, forderte die Demokratin.

Nach den Raketenangriffen hat die US-Luftfahrtaufsicht US-Passagiermaschinen den Überflug über die Region untersagt. Zivile Flugzeuge dürften nicht mehr über den Irak, den Iran, den Persischen Golf sowie den Golf von Oman fliegen, teilte die Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA mit. "Die FAA wird Ereignisse im Nahen Osten weiter genau verfolgen."

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/jhe

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January 08, 2020 00:02 ET (05:02 GMT)



Quelle:Dow Jones  08.01.2020 06:02


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