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DJ IPO/Börsenrückkehr von Levi's fällt größer aus als erwartet



Von Maureen Farrell und Suzanne Kapner

NEW YORK (Dow Jones)--Die Börsenrückkehr des traditionsreichen Jeans-Herstellers Levi Strauss (Levi's) fällt dank einer regen Investorennachfrage größer aus als geplant. Die Aktien gehen am Donnerstag zum Preis von 17 US-Dollar in den Handel an der New York Stock Exchange, und damit über der zunächst angepeilten Preisspanne von 14 bis 16 Dollar. Somit läge die Gesamtbewertung bei rund 6,6 Milliarden Dollar.

Die Gesellschaft aus San Francisco wird ihre Aktien unter dem Tickerkürzel "LEVI" listen. Der Jeanshersteller springt nach Einschätzung von Beobachtern auf die IPO-Erfolgswelle auf, die vor allem von den Technologie-Startups wie Lyft oder Uber Technologies getragen wird. Das Levi's-IPO ist einer der größten Börsengänge eines Einzelhandels- und Konsumgüterkonzerns in den vergangenen zehn Jahren.

Levi's hat einen guten Zeitpunkt für den erneuten Börsengang erwischt: Die Aktienkurse notieren in der Nähe von Rekordhochs bei relativ geringer Volatilität. Zudem ist der S&P-500-Retailing-Index in diesem Jahr um rund 14 Prozent geklettert. Dennoch haben sich nur sehr wenige Einzelhandels- und Bekleidungsunternehmen in den letzten Jahren an die Börse getraut. Denn die Firmen sind noch damit beschäftigt, sich dem Online-Wettbewerb und dem sich ändernden Konsumentengeschmack zu stellen.

Levi Strauss hat es jüngst geschafft, ein relativ starkes Wachstum zu erzielen. Das Unternehmen wies 5,6 Milliarden Dollar Nettoumsatz und 285,2 Millionen Dollar Gewinn im Geschäftsjahr per Ende 25. November 2018 aus. Ein Jahr zuvor hatte Levi's noch 4,9 Milliarden Dollar umgesetzt und unter dem Strich 284,5 Millionen Dollar verdient.

 
Duale Aktiengattung bei Levi's 
 

Levi Strauss wurde 1985 im Rahmen eines Leveraged-Buyout von der Familie Haas, Nachkommen des Gründers Levi Strauss, privatisiert. Levi Strauss, der ursprünglich aus Bayern stammt und in die USA ausgewandert war, eröffnete 1853 ein Trockenwarengeschäft in San Francisco. Während des Goldrausches in Kalifornien verkaufte er Arbeitshosen an die Bergleute. Strauss, selbst kinderlos, vererbte das Unternehmen seinen vier Neffen und anderen Familienmitgliedern. Seine Nachkommen führten die Firma jahrzehntelang und bleiben die größten Aktionäre. Die Gesellschaft ging bereits im Jahr 1971 an die Börse, wurde dann Mitte der 1980er Jahre von den Erben wieder von der Börse genommen. Levi Strauss befindet sich nach wie vor im Familienbesitz und wird auch nach dem Börsengang von der Familie Haas kontrolliert.

Es wird erwartet, dass der Börsengang etwa 462 Millionen Dollar in die Familienkasse spült, während 161 Millionen Dollar in den Bestand des Unternehmens gehen sollen. Nach dem Börsengang werden sieben Familienmitglieder rund zwei Drittel der ausstehenden Aktien kontrollieren. Zudem gibt es Dutzende anderer Clanmitglieder, die kleinere Anteile halten. Levi Strauss wird bei dem IPO mit einer Zweiklassen-Aktiengattung debütieren. Demnach bekommt die kontrollierende Haas-Familie eine eigene Aktienkategorie mit 10 Stimmrechten je Aktie. Neuaktionäre erhalten ein Stimmrecht je Anteilsschein. Insgesamt wird die Familie Haas 99 Prozent der Aktionärsstimmen auf sich vereinen. Aus diesem Grund wird die Familie einen maßgeblichen Einfluss auf wichtige Entscheidungen haben. Das reicht von der Wahl der Führungsmanager bis hin zu Fragen über Zu- oder Verkäufe.

Viele Aktienindizes haben das Börsendebüt von Firmen mit zwei Aktienkategorien untersagt. Einige der größten börsennotierten Technologieunternehmen, die in den letzten Jahren den Sprung an die Börse gewagt hatten, haben aber eine solche Stimmrechtsstruktur, darunter Facebook, die Google-Mutter Alphabet und Snap. Hier haben die Firmengründer das Sagen. Der Konzern Lyft, der kommende Woche sein Debüt geben soll, wird ebenfalls über eine solche Aufsichtsstruktur verfügen. Zweiklassen-Stimmrechtsaktien sind aber im Einzelhandel seltener. Zwei Ausnahmen sind Ralph Lauren und Under Armour. Hier haben die jeweiligen Gründer Ralph Lauren und Kevin Plank auch mehr Mitspracherechte als die anderen Aktionäre.

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March 21, 2019 02:31 ET (06:31 GMT)

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Quelle:Dow Jones  21.03.2019 07:31


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